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Die Allergie macht keinen Urlaub

02.08.2010 | 09:30 Uhr
Die Allergie macht keinen Urlaub
Ganz abschalten können Allergiker im Urlaub nicht, denn Asthma und Co. machen keine Ferien.

Essen.Entspannen und abschalten – so wollen die meisten Menschen ihren Urlaub genießen. Doch Allergiker können dem Alltag nicht ganz entfliehen, denn die Allergie macht weder beim Essen noch im Hotelzimmer Urlaub.

Jeder freut sich, der eine Lastminutereise zum Schnäppchenpreis ergattert. Aber Vorsicht: „Denn auch wenn Veranstalter überall mit günstigen Preisen locken, sollten Allergiker die Wahl des Urlaubsortes nicht vom Preis abhängig machen“, sagt Dr. Gerd Schauerte, Allergieexperte im CJD Asthmazentrum Berchtesgaden. „Der Gesundheitszustand von chronisch Kranken ist das wichtigere Kriterium zur Wahl des Reiseortes.“ Probleme könne es mit dem Essen, Hotelzimmer oder Allergie auslösenden Stoffen geben.

Zum Urlaub in die Berge

Pollen, Schimmelpilze und Luftschadstoffe sind in den Bergen seltener. (Bild: Imago)

Der Urlaubsort ist besonders wichtig. „Die Wahl des Reiseortes hängt davon ab, wie weit ein Betroffener durch seine Allergie eingeschränkt ist“, sagt Schauerte. „Die Beschwerden einer Allergie kann durch die richtige Wahl sogar vermindert werden.“

Bergferien sind beispielsweise besonders für Pollenallergiker geeignet. „Denn je höher es geht, desto geringer ist die Belastung“, so der Experte. „Schon ab 1000 Meter können Betroffene freier durchatmen.“ Und auch Schimmelpilzsporen und Luftschadstoffe sind in der Bergluft seltener, was sich ebenfalls positiv auswirkt.

Auch Hausstauballergikern sei ein Urlaub in den Bergen zu empfehlen: „In den Alpen liegt die Luftfeuchtigkeit ab 1.000 Meter Höhe konstant unter 50 Prozent“, sagt Schauerte. „Deshalb gibt es hier deutlich weniger Hausstaubmilben als im Flachland.“

Tauchverbot für Asthmatiker?

Lange galt für Asthmatiker ein strenges Tauchverbot. Denn unter Wasser wird es schnell gefährlich, weil das Gas aus den Tauchflaschen trocken und kalt ist. Und das sind Gefahren für die sensiblen Atemwege von Asthmatikern. Haben Betroffene deshalb unter Wasser nichts zu suchen? „Nicht unbedingt“, sagt Schauerte. „Denn es gibt Taucher, die trotz Asthma komplikationslos tauchen.“ Wer unter einem beschwerdefreien Asthma leidet, kann unter Umständen auch im Urlaub tauchen. Wichtig sei jedoch, dass vorher ein Taucharzt gefragt wird. Informationen dazu findet man auch bei der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin.

Auf allergikerfreundliche Unterkunft achten

Mehr Informationen
Tipps für Pollenallergiker

• Bei Autofahrten das Fenster schließen und die Lüftung nur nutzen, wenn ein Luftfilter eingebaut ist.

• Gartenarbeit, Sport im Freien und Campingplätze meiden.

• Keine Birke und Hasel, sondern besser Rosen, Lavendel oder Salbei pflanzen.

• Bei trockenem, leicht windigem Wetter möglichst im Haus bleiben.

• Abends Haare waschen.

• Einmaltaschentücher benutzen.

• Die Vorhersagen der Meteorologen und Pollenwarndienste beachten.

Immer öfter gibt es auch spezielle Urlaubs-Angebote für Allergiker: „Beispielsweise bestimmte Antiallergie-Zimmer“, sagt der Experte. „Diese haben eine niedrige Schimmelpilzbelastung, weil etwa auf Zimmerpflanzen verzichtet wird.“ Verschiedene Hotelführer weisen derartige Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen gesondert aus.

Vorsichtig müssen auch Lebensmittelallergiker sein. Wer die Landessprache nicht spricht, könne versehentlich ein verbotenes Lebensmittel essen. „Handelt es sich um eine stark ausgeprägte Allergie, ist es ratsam, selbst zu kochen“, sagt Schauerte. „Und auch dann ist es wichtig, auf die Zutatenliste von Fertigprodukten zu schauen.“

Genug Medikamente mitnehmen

„Generell müssen genug Medikamente mitgenommen werden“, sagt Schauerte. „Denn wenn die Reise unerwartet länger dauert, sollte noch eine Reserve vorhanden sein.“ Die Arznei im Urlaub zu kaufen, kann schwierig werden, denn oft hat sie im Ausland einen anderen Namen. „Deshalb ist es gut, eine Liste über die Zusammensetzung der Medikamente dabei zu haben“, so der Experte. „Bei schwerem Asthma empfiehlt sich, eine Stellungnahme des Arztes zur Krankengeschichte auf Deutsch und Englisch. Das erleichtert im Notfall die Kommunikation.“

Carolin Voss

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