Der stolze Falke lebt nicht mehr
09.08.2007 | 15:01 Uhr 2007-08-09T15:01:25+0200Kreis Olpe. (wp) Der in der vergangenen Woche in Elben gefundene und von Vertretern der Kreisjägerschaft versorgte Wanderfalke ist verhungert und eingegangen.
Bei dem total abgemagerten jungen Weibchen hatte die lange Hungerperiode nach Ansicht des Falkners Winfried Aldag aus Much, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Greifvogelauffangstation HAGARD, dazu geführt, dass der Kropf die Vorverdauung eingestellt hat. Obwohl der Vogel sofort ein Eintagsküken verzehrte, konnte keine vorverdaute Nahrung in den Magen transportiert werden. Trotz durchgeführter Infusionen von einen Fachtierarzt war das Tier so geschwächt, dass es eingegangen ist.
Dem Falken fehlten die beiden äußeren Federn der Handschwingen, die so genannten Pennen. Der Vogel kann ohne diese zwar fliegen, ist aber nicht in der Lage, Beute zu schlagen. Falkner Aldag hegt einen schlimmen Verdacht: "Entweder sind die Federn abgebrochen, oder aber sie sind dem Vogel vorsätzlich gezogen worden. Beides spricht dafür, dass der Falke eingefangen und illegal gehalten worden ist."
Ob der Besitzer das Tier frei gelassen hat oder ob der Wanderfalke von selbst in die Freiheit entflohen ist, lässt sich nicht nachvollziehen. Auf jeden Fall ist die Staatsstelle für Umweltkriminalität beim Ministerium in Düsseldorf laut Aldag eingeschaltet worden.
Für die heimischen Jäger und alle Naturfreunde ist die Besiedlung des Kreises durch Wanderfalken erst einmal in weite Ferne gerückt.

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