Der Staat richtet’s, der Kunde zahlt
03.07.2012 | 19:19 Uhr 2012-07-03T19:19:00+0200
Die Energiewende ist um eine weitere Absurdität reicher. Nun also sollen – wer sonst – die Stromkunden auch das Risiko des zeitgerechten Anschlusses der Windparks auf hoher See tragen. Dass für das inzwischen gewaltige Problem eine Lösung hermusste, ist klar: Wenn den Milliarden-Investitionen die Unwirtschaftlichkeit droht, weil der Park zwar Strom liefern könnte, aber der Netzbetreiber Tennet den Netz-Anschluss nicht pünktlich hinbekommt, dann versiegt der Geldstrom in die Offshore-Windparks. Und dann herrscht bei der Energiewende Flaute. Eine Haftungs- und Schadenersatzregelung musste also her.
Höchst ärgerlich ist es allerdings, wenn deutsche Stromkunden nun für das offensichtliche Unvermögen des niederländischen Staatskonzerns bluten müssen. Tennet hat das ehemalige Höchstspannungsnetz von Eon gekauft – und sich beim Ausbau finanziell verhoben. Tennet freilich schiebt die Verzögerungen auf den Zulieferer Siemens, RWE weist als Windparkbetreiber die Verantwortung an Tennet. Nun sind alle drei Konzerne zufrieden. Weil’s der Staat richtet, wie immer auf dem Rücken der Stromkunden. Mit Marktwirtschaft und Wettbewerb hat die Energiewende von Monat zu Monat weniger zu tun.

13:25
Hier läufts wie bei der Bankenrettung: Es wird auf mögliche Gewinne spekuliert und für den Fall, das es schiefgeht, wird das Risiko auf die Allgemeinheit abgewälzt. Das hat mit sozialer Marktwirtschaft aber auch garnichts zu tun. Im Fall der Energiewende heißt das: Wir brauchen eine möglichst dezentrale Energiegewinnung, an der sich möglichst viele Bürger im Rahmen Ihrer Möglichkeiten beteiligen. Und das heisst auch, dass wir alle uns an den Anblick von Windrädern in der Landschaft und von Sonnenkollektoren auf den Dächern gewöhnen müssen. Das heisst aber auch, das sich ALLE an den Kosten der Energiewende beteiligen müssen, auch die Industriezweige, die sich bisher auf Grund der Schwarz-gelben Gesetzgebung vor einer Beteiligung drücken können. Das würde auch gleichzeitig den Druck zum Energiesparen deutlich anheben. Wenn wir es dann noch schaffen, die Subventionen für herkömmliche Energiequellen wie Braunkohle und Atomkraft in erneuerbare Energien erst umzuleiten und dann abzubauen...
Super Idee, echt. Stimme Ihnen voll zu.
Kleine Blockheizkraftwerke wäre noch meine Idee.
Die könnten hier auch helfen, dann bräuchte man vielleicht nicht so viele Windräder, oder?
10:46
Das Interessanteste fehlt:
Wie kann eine Energiewende im Wettbewerb innerhalb unserer Sozialen (!) Marktwirtschaft aussehen, sehr geehrter Herr Wels?