Der Privatkredit des Bundespräsidenten Christian Wulff
13.12.2011 | 16:19 Uhr 2011-12-13T16:19:00+0100
Berlin. Der Bundespräsident in Erklärungsnot: Christian Wulff finanzierte einen Hauskauf wenigstens zeitweise mit dem Privatkredit eines befreundeten Unternehmers. Und soll nur unzureichend über das Geschäft informiert haben, kritisiert die Opposition im niedersächsischen Landtag.
Bundespräsident Christian Wulff (CDU) muss sich zurzeit unangenehme Fragen gefallen lassen. Obwohl er in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident einen Hauskauf in Hannover wenigstens zeitweise mit einem besonders günstigen Privatkredit finanziert hat, hielt er es offenbar nicht für nötig, die Öffentlichkeit in vollem Umfang über die Art der Finanzierung zu informieren. Die Grünen im Landtag Hannover fühlen sich nur unzureichend informiert.
415 000 Euro soll das Anwesen der Wulffs in Hannovers Edelvorort gekostet haben. Der heutige Bundespräsident lieh sich 2008 laut „Bild“ insgesamt eine halbe Million Euro von der Ehefrau des Geschäftsmannes Egon Geerkens, der Wulff bereits schon auf Reisen als Ministerpräsident begleitet haben soll und in dessen Bleibe in Florida Wulff und Ehefrau Bettina einen Winterurlaub verbracht haben.
Erst als der Kredit Thema im Landtag wurde, berichtet Stern.de, wechselte Wulff den Geldgeber - und lieh sich Geld bei der Landesbank Baden-Württemberg. „Im Frühjahr 2010 ist dieses Privatdarlehen durch eine Bankfinanzierung mit niedrigerem Zinssatz abgelöst worden“, heißt es in der Erklärung von Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker.
Sprecher bestätigte Vorgang
Laut Stern.de soll Wulff mit dem Kredit eine Menge Geld gespart haben. Statt damals üblicher Zinsen von 5,32 Prozent, so rechnet das Online-Portal vor, habe Wulff lediglich vier Prozent zahlen müssen: „Pro Jahr hätten die Wulffs so dank Geerkens Zinskosten von 6600 Euro gespart und über die geplante Gesamtdauer des Kreditvertrages sogar 33.000 Euro.“
Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker bestätigte den Vorgang. „Durch den privaten Darlehensvertrag mit der mit dem Bundespräsidenten seit vielen Jahren befreundeten Frau Edith Geerkens wurde 2008 der Kauf des privaten Einfamilienhauses der Eheleute Christian und Bettina Wulff in Burgwedel zu einem Zinssatz von vier Prozent finanziert“, erklärte er.
Laut der niedersächsischen Staatskanzlei sei bei dem Geschäft alles mir rechten Dingen zugegangen, es soll in jüngster Zeit keine geschäftlichen Beziehungen zwischen Wulff und Geerkens gegeben haben. „Zwischen Ministerpräsident Wulff und den in der Anfrage genannten Personen und Gesellschaften hat es in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen gegeben“, hieß es in einer Antwort vom 18. Februar 2008 auf eine Anfrage der Grünen im Landtag in Hannover.
Konkrete Frage korrekt beantwortet
Die konkrete Frage war also offenbar korrekt beantwortet, und so wollten selbst die Grünen Wulff am Dienstag nicht der Lüge bezichtigen. Fraktionschef Stefan Wenzel warf Wulff aber vor, dieser habe sich „dem Bemühen des Parlaments um Aufklärung des Charakters der Beziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens verweigert“. In seiner Antwort habe er „mit recht haarspalterischen Auslegungen versucht, diese Beziehungen so weit als möglich im Dunkeln zu lassen“.
Auslöser der Befragung im Landtag war 2010 nicht der Kredit der Unternehmersgattin, sondern ein USA-Urlaub des Ehepaars Wulff. Der damalige Regierungschef hatte den Winterurlaub im Privathaus der Geerkens in Coral Springs in Florida verbracht. Auf dem Flug in die USA hatte er sich von der Economy-Klasse in die komfortablere Business-Klasse heraufstufen lassen, ohne die Mehrkosten zu zahlen. Dies war publik geworden und Auslöser der Fragen der Landtagsopposition.
Wulff und Geerkens sollen sich schon seit Jahren nahestehen. Laut Stern.de soll das Ehepaar Geerkens auch zu den Gästen gehört haben, die der Bundespräsident zu seinem alljährlichen Empfang im Schloss Bellevue einlädt. Zudem soll Geerkens zu mehreren Wirtschaftsdelegationen gehört haben, die Wulff in seiner Funktion als Ministerpräsident auf Auslandsreisen begleiteten – und das, obwohl der ehemalige Juwelier seit 2003 offiziell in der Schweiz lebt.
Bleibt die Frage, warum sich die Unternehmergattin so großzügig zeigte. Eine Antwort lieferte Edith Geerkens Ehemann auf Anfrage von Spiegel Online: „Die Bankenkrise begann und man wusste doch nicht, wem man eigentlich noch Geld leihen konnte.“ Frau Geerkens lieh ihr Geld lieber den Wulffs. (Froh, dapd, rtr)

20:10
BP-Scheel (A.d.) ärgert sich über die öffentlichen Berichterstattungen,
und denkt dabei am ersten Bundespräsidenten Heuss von (1949-1959).
Tja, damals gab es auch noch kein Internet…
Ps.
unsere Politiker fordern vom mündigen Bürger immer mehr Eigenverantwortung
und Eigeninitiative…
Im Grundgesetz Artikel 5 steht:
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine **** findet nicht statt.
11:45
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15:06
# 32 Sie haben Recht..vor allem wurde kein Vertrag über einen Notar gefertig sondern nur ein einfacher DIN 4 Bogen so nur unter Freunden...es wurde der Kredit auch nicht ins Grundbuch eingetragen...was üblich ist...nein es sollte von anfang an vermieden werden, dass diese Coup an die Öffentlichkeit kommt.....Wer verleiht so Geld.. eine 1 / 2 Million € ohne Sicherheiten??? Diese Sache schreit nur so nach Aufklärung..hier stinkt es gewaltig.....für mich ist Wulff unglaubwürdig bis geht nicht mehr, weil er immer wieder ins Umsonstgeschäft zurückfällt....er hat doch aus der Vergangenheit nichts gelernt und andere würde auch gerne billige Kredit bekommen und dadurch hatte er einen geldwerten Vorteil....dass ist Vorteilsnahme im Amt als MP.....Untragbar ...was kommt demnächst??? Darum glaubt man ihm nicht mehr......Rücktritt........
14:33
Auch in den Kreisen und unter Freunden von Herrn Wulff dürfte es wohl ungewöhnlich sein das jemand bedingungslos einen Kredit von 500.000,-€ aus seinem Privatvermögen zur Verfügung stellt. Dazu noch von der Ehefrau eines Unternehmers.
Ein so erfahrener Politiker wie Herr Wulff hat wissen müssen das solch eine Zahlung an einen Ministerpräsidenten, auch wenn sie juristisch legal ist, immer etwas anrüchiges haben wird. Moralisch ist sie jedenfalls zu Beanstanden.
Herr Rössler ist dem Bundespräsidenten hierbei sicher keine Hilfe und täte gut daran sich mit noch so gut gemeinten Kommentaren zurück zu halten.
20:58
Das ist Korruption, nicht mehr und nicht weniger!
20:55
das ist der beweis das politik käuflich ist.
jetzt noch ein bundesverdienstkreuz für den kreditgeber für die hervorragende
fürsorge die er der familie wulff gegeüber gezeigt hat.
und da wundert sich der bürger über die umverteilung von unten nach oben.
die putzfrau im aldi kann solche dankeskredite nicht vergeben.
politikverdrossenheit???steigt!!!
ich kauf mir einen bundespräsidenten-hahahaha
20:44
Oh Himmel, haben Politiker denn etwa keine Freunde, dürfen die keine Freunde haben? Dies Sache ist für mich keine Vorteilsname im Amt. Im Gegenteil, wenn Politiker besser darauf achten würden, nicht so verantwortungslos mit dem Geld der Steuerzahler um sich zu werfen, hätte die BRD weitaus weniger Schulden!
20:11
Es ist einfach lächerlich wenn Wulff heute sagt, er habe damals nicht gelogen.
Was macht es für einen Unterschied ob ich von meinem Freund und Geschäftsmannes Egon Geerkens Geld für mein Häuschen im Grünen bekomme oder von der Gattin.
Welche Geschäfte macht die liebe Gattin, dass sie mal so eben 500.000 € verleihen kann.
Oder war es nicht doch Familienvermögen von Egon Geerkens.
Was macht das für einen Unterschied.
Jetzt auch noch der höchste Repräsentant Deutschlands.
Haben unsere Politiker das wirklich nötig.
Als es aufflog hat er doch auch von einer Bank das Geld bekommen, warum dann nicht gleich so.
Es bleibt immer ein Geschmäckle dabei.
Wenn das so stimmt, muss unser Bundespräsident den Hut nehmen.
.
Wie lautete noch die Frage, die Wulff gestellt wurde?
Herr Wulff hat seinerzeit korrekt geantwortet, denn wenn mich z.B. jemand fragt, ob ich von Herrn X einen Kredit bekommen habe, dass kann ich die Frage mit aller Ruhe antworten :Nein, wenn mir die Ehefrau des Herrn X mir den Kredit gewährt hat. Die damalige Opposition, SPD und Grüne haben nicht konkret genug gefragt. Das ist der Fehler.
Herrn Wulff jetzt etwas ans Zeug blicken zu wollen, dann kann man doch wohl die Frage stellen, ob Deutschland keine anderen Probleme hat.
Das Geschmäckle dabei ist daß Frau Geerkens nicht Herr Geerkens ist! Frau Geerkens ist voll geschäftsfähig und kein Anhängsel von Herrn Geerkens. Wir leben nicht in einer vom Koran bestimmten Diktatur.
Die Grünen sind zu dumm präzise Fragen zu stellen!
Weshalb sollte Wulff auf einer Frage nach Herrn Geerkens Auskunft über einen Kreditvertrag mit Frau Geerkens geben.
Weshalb soll er überhaupt bekanntgeben bei wem er sich Geld besorgt und nicht gestohlen hat an die große Glocke hängen? Auch ein Politiker hat ein Recht auf ein Privatleben.
20:00
Wir sind schon weit gekommen in Deutschland.Plagiatsdoktoren geistern durch die Politkaste, der oberste Staatsmann der sein Volk vertritt leiht sich mal eben etliche tausend Euro von einem Privatmann, Banken betrügen Ihre Anleger,Preisabsprachen in sämtlichen Wirtschaftsbranchen.Der Bürger zahlt für die Industrie die Netzkosten,alles legal.Jedenfalls hat unsere Regierung dies beschlossen.Was sind wir in Moral und Ethik
abgestürzt.Und die Täter halten das für rechtens.
19:59
Handelt es sich hier etwa um eine Vorteilsannahme nach § 331 StGB?
Die Geschichte dieses Bundespräsidenten ist eine Geschichte voller Peinlichkeiten.
Forderung 1: Rücktritt (schon seit der Geschichte mit Herrn Sarrazin überfällig)
Forderung 2: Gesetzesänderung. Die Wahl des Bundespräsidenten sollte nicht durch die Bundesversammlung, sondern durch das Volk erfolgen.