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Den Alltagsstress loswerden

02.03.2010 | 12:46 Uhr
Den Alltagsstress loswerden

Essen.Herzinfarkt, Schlaganfall, Migräne – für viele Erkrankungen ist Stress der Risikofaktor Nummer Eins. Dabei lässt er sich mit einfachen Übungen und einem bewussten Lebensstil leicht bekämpfen.

Dauerhafter Stress kann zu Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Migräne führen. „Deshalb ist es wichtig, schon erste Anzeichen zu erkennen und den Stress zu bekämpfen“, sagt Susanne Bolz, Heilpraktikerin und Vorstandsmitglied des Europäischen Verbands für Naturheilkunde.

Erste Stress-Anzeichen können sein:

• nachlassende Leistungsfähigkeit

• Erschöpfung, Nervosität und Anspannung

• Muskelverspannungen und

• Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung, Durchfall und Sodbrennen

• Schlaflosigkeit

• Atembeschwerden

• emotionale Anfälligkeit

• Schweißausbrüche

• Teilnahme- und Lustlosigkeit

• Ängste und depressive Verstimmungen

Etappenziele setzen

„Wer viel zu tun hat, macht sich am besten einen Tages- oder Wochenplan“, sagt Bolz. „So trennt man wichtiges von unwichtigem.“ Dabei ist darauf zu achten, realistisch zu planen und auch Etappenziele einzubauen. „Ist ein Ziel geschafft, sollte man nicht gleich auf das nächste zustürmen, sondern sich mal eine Pause gönnen.“ Auch bewusst eingesetzte Pausen, die belohnen und entspannen, hält die Expertin für wichtig. Am besten integriert man sie schon in den Tagesplan.

Außerdem rät die Expertin sich aktiv mit den persönlichen Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen. „Stress entsteht oft durch den eigenen inneren Druck“, sagt Bolz. Wer seine Stärken hervorhebt und nicht nur Schwächen sieht, vermeidet Stress. Ein weiterer Stressauslöser seien unausgesprochene Probleme. „Sie drücken wie eine Last auf den Rücken und können starke Verspannungen auslösen“, sagt Bolz. „Über Sorgen zu sprechen ist deshalb eine Präventivmaßnahme gegen Stress.“

Richtig atmen entspannt

„Es gibt eine Vielzahl guter Entspannungstechniken“, so Bolz. Dabei muss es nicht immer Yoga und autogenes Training sein. Auch Lachen wirkt entspannend. „Dadurch werden wie bei einer Klangschalenmassage Verspannungen gelöst“, sagt Bolz.

Der nächste Tipp der Expertin: richtiges Atmen. „Klingt einfach, trotzdem machen es viele falsch“, sagt Bolz. „Wer zu hektisch und zu flach atmet, verspannt sich.“ So geht’s: Vor einem geöffneten Fenster tief durch die Nase einatmen, den Bauch einziehen und doppelt so schnell wieder ausatmen. „Damit wird der frische Sauerstoff schnell eingezogen und die verbrauchte Luft wird regelrecht rausgespült“, sagt Bolz. „Außerdem kann das Atmen in den Bauch, bis er sich hebt, entspannen.“

Kräuter und Mineralien gegen Stress

Auch verschiedene Pflanzen wirken beruhigend. Dazu gehören:

• Melisse

• Baldrian

• Hopfen

• Jasmin

• Hafer

Diese Inhaltsstoffe sind in verschiedenen Tees enthalten. Wer mag, kann Öl dieser Kräuter für Massagen und Entspannungsbäder nutzen.

Mit gesundem Lebensstil gegen Stress

„Viel trinken ist wichtig“, sagt Bolz. „Mindestens 30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Und das gleichmäßig über den Tag verteilt. Auch eine gesunde, fettarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse wirkt sich positiv aus. „Nach 18 Uhr, sollte man am besten kohlenhydratarme Kost essen wie Fisch und Gemüse“, sagt Bolz. Wer viel sitzt, sollte zum Ausgleich Sport treiben, aber auch entspannte halbstündige Spaziergänge können den Stressabbau unterstützen.

„Mineralstoffe und Spurenelemente sind wichtig für Stoffwechselvorgänge“, sagt Bolz. „Ein gestresster Körper braucht mehr Zink, Magnesium, Mangan und Selen.“ Zu finden sind sie in Nüssen, Heidelbeeren, Milch und Käse. Auch Omega-3- und 6-Fettsäuren beispielsweise aus Seefisch sind wichtig, da sie die Nervenzellen aktivieren. Außerdem kurbeln Vitamine die Stoffwechselvorgänge an. Dazu gehöret Vitamin C, das in Zitrusfrüchten wie Kiwi, Brokkoli und Paprika vorkommt. Soja- und Rapsöl sowie Mandeln und Haselnüsse enthalten viel Vitamin E - ein wichtiger Stresskiller. „Vitamin B und Folsäure sind außerdem wichtig“, sagt die Expertin. „Sie werden von Nerven und Muskeln benötigt.“

Carolin Voss

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