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Demenzforscher verfolgen Krankheits-Dynamik bei Fadenwurm

11.03.2013 | 08:45 Uhr
Demenzforscher verfolgen Krankheits-Dynamik bei Fadenwurm
Demenzforscher haben mit Hilfe des Fadenwurms C. elegans eine Ursache für die Krankheit entdeckt.Foto: Caroline Seidel

Hamburg.  Forscher setzen im Kampf gegen Demenz auf einen Fadenwurm, genauer: die C. elegans getaufte Art. Mediziner der Uniklinik Hamburg sind mit ihrer Hilfe hinter einen zentralen Entstehungsmechanismus der Krankheit gekommen. Laut dem Fachjournal "Genetics", könne damit die Wirkstoffforschung für neue Medikamente vorangetrieben werden.

Der Fadenwurm C. elegans könnte zum neuen Lieblingstier von Demenzforschern werden. Hamburger Wissenschaftler haben in ihm einen Modellorganismus entdeckt, mit dem auch die Wirkstoffforschung für neue Medikamente vorangetrieben werden könne, heißt es in einer Studie im Fachjournal "Genetics".

Die Mediziner der Uniklinik Hamburg haben mit Hilfe von C. elegans einen zentralen Entstehungsmechanismus von Demenzerkrankungen aufgedeckt: Die Nervenzellen im Gehirn gehen durch krankhafte Ablagerungen aus schadhaften Eiweißmolekülen zugrunde. Prinzipiell können alle Zellen solche fehlerhaften Proteine abbauen. "Doch deren Leistungsfähigkeit nimmt mit zunehmenden Alter ab, die Proteinlast steigt und die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen sinkt zugleich", erläutert Studienleiter Markus Glatzel: "Es gibt zunächst einen Anstieg der Proteinlast, dann bleibt diese längere Zeit stabil und plötzlich steigt sie rasant an. Der Körper kapituliert offenbar."

Beispielhafter Mechanismus bei Demenzformen mit hoher Proteinlast

Beispielhaft wurde diese Dynamik an einer seltenen Demenz -Form namens FENIB entschlüsselt. Im Gegensatz etwa zum Morbus Alzheimer sei bei der FENIB nur ein Eiweiß beteiligt, was die Untersuchungen vereinfache und dennoch Verallgemeinerungen zuließe. Ein Protein im Fadenwurm C. elegans entspreche dem Protein, das die Krankheit auch beim Menschen auslöse. Für alle Demenzformen, in denen eine hohe Proteinlast ursächlich für die Erkrankung ist, könnten jetzt im Wurm Wege erforscht werden, auf denen solche Eiweiße normalerweise abgebaut werden, heißt es. (dapd)

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2013-03-11 08:45
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