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Das Recht auf Beschneidung

13.07.2012 | 17:02 Uhr
Das Recht auf Beschneidung
Sowohl in der jüdischen als auch in der islamischen Welt ist die Beschneidung ein elementarer Teil der religiösen und kulturellen Identität.Foto: Petar Petrov/AP/dapd

Jüdische Rabbiner fühlten sich an den Holocaust in Nazi-Deutschland erinnert, der Vatikan setzte den Vorgang in Relation zu Abtreibungen ungeborener ­Kinder – das Urteil des Kölner Landgerichts, die ­Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen sei eine Straftat, hat eine Debatte ausgelöst, die zuletzt ­zunehmend schärfer geführt wurde. Da ist es gut, dass die Bundesregierung nun eine schnelle rechtliche ­Klarstellung ankündigt. Das Ergebnis kann nur lauten, diese Beschneidungen zu erlauben.

Sowohl in der jüdischen als auch in der islamischen Welt ist die Beschneidung ein elementarer Teil der ­religiösen und kulturellen Identität. In ihrer Bedeutung ist sie vergleichbar mit der Taufe in den christlichen Konfessionen. Religiös motivierte Beschneidungen zu kriminalisieren, wie es die Kölner Richter getan haben, wäre ein unzulässiger Eingriff in die vom Grundgesetz garantierte Religionsfreiheit.

Das Körperverletzungs-Argument überzeugt nicht

Das Argument, die Beschneidung von Jungen stelle eine Körperverletzung da, überzeugt nicht. Der Eingriff ist klein, das Risiko gering, das gilt auch für die Gefahr psychischer Folgen für den Erwachsenen. Der gesundheitliche Nutzen – oder Schaden – der Beschneidung wird von Medizinern unterschiedlich beurteilt.

Es ist das Recht und die Pflicht der Eltern, zu beur­teilen, ob solch ein Eingriff für ihren Sohn in Frage kommt. Der Staat muss sich da heraushalten.

Walter Bau



Kommentare
29.08.2012
08:27
Das Recht auf Beschneidung
von Subversion | #44

Heute sind es die Jungen-Morgen werden es die Mädchen sein. So sieht es das muslimische Recht der Eltern und dann auch unsere Gesetzgeber vor. Denn was für den Jungen gilt, wird dann auch für kleine Mädchen gelten. Wir sind hier in einem Abendland, wo das Wohl und die Unversehrtheit des Kindes nach wie vor bestehen bleiben m u ß !
Sonst können ja auch wildlebende Menschen auf ihr Recht pochen und auf dem Altar
Rinder schlachten. War vor einigen Jahren auch ein alter Brauch.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie die deutsche Gesetzgebung sich von ein paar bärtigen Männern so einlullen lassen kann !

20.07.2012
02:20
Das Recht auf Beschneidung
von delbaerfin | #43

Was ist Religion?

Wenn die jüdischen und muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nun davon reden, dass sie hier, in Deutschland, nicht mehr leben können, NUR weil sie ihren Kindern KEINE Körperverletzung mehr zufügen können - obwohl das seit 5000 oder 3000 Jahren so in IHRER RELIGION sein soll - ist ihre Aussage von IHNEN bedenkeswert.

Gott hat eine solche Vorgabe - ein Kind zu verletzen - niemals gemacht. Wer solches sagt, LÜGT ob irgendwelcher RITEN Willen, die nur der BEFRIEDIGUNG der menschlichen Eitelkeit selbsternannter Führer dient.
Guckt mal RICHTIG in die Bibel oder - 500 Jahre später - in den Koran!

Und liebe jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger: hört endlich auf nach 60 Jahren immer und immer und immer wieder mit der deutschen Vergangenheit anzukommen! Es ekelt mich inzwischen an, dass ich ständig für etwas verantwortlich gemacht werden soll, mit dem ich (1953 geb.) NICHTS zu tun hatte. Lasst Eure Holokaustkeule endlich sein! Sonst lasse ich Euch (bald) sein.





19.07.2012
23:37
Das Recht auf Beschneidung
von delbaerfin | #42

Das gibt es nicht.
Es ist und bleibt Körperverletzung an Schutzbefohlenen.
Körperverletzung an Schutzbefohlenen ist strafbar.
Die freie Religionsausübung nach Artikel 4 GG beinhaltet kein Recht auf Körperverletzung.

Nach Artikel 2 GG Absatz 2 hat jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Das gilt insbesondere für Schutzbefohlene.

Persönliche Anmerkung: wahrscheinlich muss mal wieder das Verfassungsgericht angerufen werden. Wahrscheinlich haben diese Politiker im Bundestag mal wieder keine Ahnung und entscheiden lieber nach den Interessen der Lobby, die ihnen Stimmen verspricht. Das verlogene Ganze. Ich bin es so satt."Morgen kommt eine andere Religion um die Ecke" und erklärt eine andere Körperverletzung an Kindern für religiös und schützenswert.Bietet sie "Stimmen" für Politiker, wird sie sicher ernst genommen und verteidigt.Das ist so krank und lässt mich jetzt endgültig an der Demokratie, die hier bestehen soll verzweifeln.


17.07.2012
12:14
Das Recht auf Beschneidung
von joergel | #41

Nicht umsonst gibt es die Trennung von Staat und Kirche. Wenn der Staat zwei Religionen erlaubt im Namen der Religionsfreiheit ihren Kindern Schmerzen zuzufügen und sie für ihr ganzes Leben körperlich zu kennzeichnen, wie will er das anderen Religionen verbieten?

Nicht nur Klagen, die gegen die Beschneidung von kleinen Jungen sind, wären zu erwarten, auch Klagen anderer Religionsgemeinschaften, wo z.B. die Beschneidung von Mädchen praktiziert wird. Denn für sie spielt die Schwere der Operation keine Rolle, sie könnten genau so auf ihre Religionsfreiheit pochen wie Juden und Muslime.

Der Staat hat sich aber in religiösen Dingen neutral zu verhalten. Das gebietet der Gleichheitsgrundsatz.

Wie will er denn die Verletzung der Neutralität im Fall der Jungen-Beschneidung begründen?
Welche Verstümmelungen sollen erlaubt sein und welche nicht?
Wo soll denn da eine Grenze gezogen werden?

Deshalb kommt nur eines in Frage. Der Staat hat sich da heraus zu halten. Die Justiz ist gefragt...

17.07.2012
07:59
Das Recht auf Beschneidung...
von The_Rebel | #40

..steht dann aber allen zu, egal aus welchem Land der Erde die/der Betroffene kommt. Auch die rituelle Beschneidung der Mädchen aus Afrika wird damit in der BRD legalisiert, dieser Tatsache sollten sich alle bewußt sein.Ich finde, der Staat sollte sich aus diesen religiösen Dingen raushalten und alle können sich an der Rechtsprechung orientieren. Die Kölner Richter werden sich bei der Urteilsfindung schon was dabei gedacht haben.

1 Antwort
Das Recht auf Beschneidung
von GrafVonDingelstein | #40-1

The_Rebel | #40....., wieder Quelle NRZ v.16.07.2012..........,

Die medizinischen Details seien dem Kölner Landgericht bekannt gewesen, bislang aber nicht der Öffentlichkeit., heißt es in der Zeitung (FAZ) . Ein vom Gericht beauftragter Gutachter habe dem Arzt, der die Beschneidung vornahm, bescheinigt, dass der Eingriff "nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt worden sei. Die Nachblutungen, so der Gutachter, seien mögliche Komplikationen nach Beschneidungen.

Meine Meinung : Also hatte der Richter mehr als gute Gründe sein Urteil so zu fällen.

17.07.2012
07:50
Das Recht auf Beschneidung
von GrafVonDingelstein | #39

Quelle : NRZ/16.07.2012

Schwere Komplikationen nach Beschneidung /Zehn Tage Klinikaufenthalt

Der Fall des beschnittenen Vierjährigen der die Debatte über die Rechtslage für religiös begründete Beschneidungen ausgelöst hat, war medizinisch wohl brisanter als bekannt.
Demnach (lt.FAZ/ zitiert aus einem Arztbrief ) erfolgte eine urologisch-chirurgische Revision der Beschneidung in "Vollnarkose"!
Drei Verbandswechsel hätten unter "Narkose" stattgefunden.
Weiter heißt es, die freiliegende Penisoberfläche und die Eichel waren uneben, zerfressen und fibrös belegt.
Der Junge sei zehn Tage in klinischer Behandlung gewesen.

Das Kind musste also 4x in Vollnarkose gelegt werden, um die "harmlosen" Folgen der Beschneidung zu überstehen!

Wer jetzt noch behauptet, dies sei ein "kleiner" Eingriff ohne Folgen, der ist entweder ignorant oder religiös verblendet.

16.07.2012
18:21
Das Recht auf Beschneidung
von Bella74 | #38

Und ich möchte ein Recht auf qualifizierte Kommentare von Journalisten !
Ich habe im Rahmen meines Berufes als Kinderkrankenschwester ein mal einer solchen Beschneidung zugesehen bzw. habe den endlos wie am Spieß brüllenden Säugling festgehalten während des Eingriffs. Mich hat dieses Erlebnis traumatisiert und will dies nie wieder sehen/erleben müssen.
Schaue ich auf das oben gezeigte Foto, kommt mir noch mehr das Grauen. Das Baby schreit, die Herren in Zivil , will gar nicht wissen, wie es um das medizinische Besteck steht... Da kann man nur hoffen, das wirklich nichts passiert. Was müssen es nach dem Eingriff nur für Schmerzen sein bei jedem Wasserlassen???

16.07.2012
16:23
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Name von Moderation entfernt | #37

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1 Antwort
Das Recht auf Beschneidung
von bruderolaf | #37-1

Herr, lass Hirn regnen.

16.07.2012
15:54
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #36

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.07.2012
14:43
Das Recht auf Beschneidung
von Mitstreiter | #35

Mit blieb nach Lesen des Kommentares der Mund offen stehen! So etwas schreibt ein gebildeter Mensch in unserem Jahrhundert? Ich bin gespannt, wann die Scharia in unseren Gerichten Einzug hält. Wie kann man eine Kommunion mit einer Beschneidung gleichstellen? Im christlichen Glauben sind Kirche und Staat getrennt, wir sind aber auf dem besten Wege durch Rechtsbeugung zugunsten fremder Religionen diesen Weg zu verlassen. Normalerweise werden hier selbst Hunde durch Verbot des Kupierens beschützt und ein Säugling hat nicht mal das Recht auf köperliche Unversehrtheit? Mir fehlen die Worte - oder doch - Deutschland schafft sich ab!

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