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Kolumne

Busse sind nicht auf dem Stand der Sicherheitstechnik

16.03.2012 | 14:51 Uhr
Die Toten des Busunglücks in der Schweiz wurden mit dem Flugzeug zurück in ihre Heimat gebracht. afp-Foto

Essen.  Der schwere Busunfall in der Schweiz hätte glimpflicher ausgehen können. Aus Kostengründen sind Busse im Gegensatz zu Flugzeugen nicht mit der verfügbaren Sicherheitstechnik ausgestattet – vom Gurt bis zum Spurwarner.

Busunfälle wie die Katastrophe in der Schweiz mit 22 getöteten Schulkindern sind selten, zum Glück. Dass wie beim Flugzeug geringe Todesrisiko für die Passagiere kann aber nicht als Rechtfertigung dafür dienen, dass Busse gegenüber Flugzeugen nicht die beste Sicherheitstechnik aufweisen.

Grundsätzlich ist ein Bus keine besonders stabile Konstruktion, was bei Aufprall und Überschlag immer wieder zu extremen Deformationen der Fahrgastzelle führt. Dass bei den Sitzen nicht durchgängig Dreipunktgurte vorgeschrieben sind, ist zwar erklärbar, aber nicht zu entschuldigen.

Sicherheitstechnik hätte Leben retten können

Am schlimmsten ist jedoch, dass Busse nicht zwangsläufig mit dem Instrumentarium der modernen Assistenzsysteme ausgestattet sind – obwohl diese heute bereits bei jedem besseren Kompaktwagen für teilweise wenige hundert Euro Aufpreis zu erhalten sind. An erster Stelle zu nennen ist hier der Spurhaltewarner, der vor dem Verlassen der Fahrbahn warnt, kombiniert mit aktivem Lenkeingriff.

Video
Brüssel, 16.03.12: In Belgien haben am Freitag Hunderttausende mit einer Schweigeminute der 28 Opfer des Busunfalls gedacht. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden waren auf Halbmast gehisst. Eine Militärmaschine brachte erste Särge nach Brüssel.

Vieles spricht dafür, dass damit das Unglück in der Schweiz zu vermeiden gewesen wäre. Auf jeden Fall hätte ein Kollisionswarner mit automatischem Bremseingriff die Aufprallgeschwindigkeit und die Schwere der Verletzungen deutlich gemindert. Es ist keine Spekulation: Sicherheitstechnik für wenige Euro im Unglücksbus hätte vielen Kindern das Leben gerettet.

Busunfall in der Schweiz

 

Gerd Heidecke



Kommentare
26.03.2012
07:57
Nützt nichts ...
von Partik | #3

Was sollen die schönsten Gurte in Bussen, wenn sie keiner anlegt?

1 Antwort
Busse sind nicht auf dem Stand der Sicherheitstechnik
von gatagorda | #3-1

Hier in Mexico ist das Anlegen der Gurte in Bussen Pflicht und alle Busse der 1.- und Luxusklasse sind mit Gurten ausgestattet. Wer den Gurt nicht anlegt und bei einem Unfall schwerer verletzt oder getoetet wird, ist es doch selber Schuld

17.03.2012
02:21
Busse sind nicht auf dem Stand der Sicherheitstechnik
von kadiya26 | #2

Die Ursache des Unglücks ist nocht nicht bekannt. Jetzt schon so einen Satz rauszuhauen: "Sicherheitstechnik für wenige Euro im Unglücksbus hätte vielen Kindern das Leben gerettet" ist reine Spekulation und Stimmungsmache. Was soll das?

16.03.2012
18:41
Busse sind nicht auf dem Stand der Sicherheitstechnik
von msdong71 | #1

Ein Bus ist kein Flieger und ein. Us ist auch kein Auto da wird der einbau ja mal ein paar hundert Euro kosten. Außerdem ist im Moment noch vollkommen unklar was passiert ist.
Mal abgesehen davon finde ich es schon merkwürdig das es erst jetzt den "großen Aufschrei" gibt wo was passiert ist. Vorher konnte man so einen Artikel wohl nicht verkaufen.

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