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Bürgerversammlung

Bürgerbegehren für Bestattungswald in Olpe

28.07.2010 | 08:00 Uhr
Bürgerbegehren für Bestattungswald in Olpe

Olpe.Was der Olper Rat abgelehnt hat, soll jetzt durch ein Bürgerbegehren doch noch Realität werden: ein Bestattungswald. Die Weichen dafür wurden am Montag im Olper Kolpinghaus in einer Bürgerversammlung gestellt. Ein noch am Abend aufgestelltes Gremium soll sich um die Umsetzung kümmern.

SPD-Vorsitzender Wolfgang Wigger hatte in seiner Begrüßung an die Vorgeschichte des Ratsbeschlusses erinnert. Da habe der Bürgermeister noch Unterstützung signalisiert. Es sei sogar eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, die ein Waldstück in der Kimicke bzw. in der Nähe des Sonderner Friedhofes (deutlich teurere Variante) vorgeschlagen habe. Doch im Rat hätten CDU und FDP gegen den Bestattungswald gestimmt.

„Das war für uns schwer nachzuvollziehen“, so Volker Reichel, SPD-Fraktionschef im Olper Rat. Die CDU habe wohl kalte Füße bekommen und Konkurrenz für den Kommunalfriedhof befürchtet aus Sorge, dass zu viele Bürger die Beisetzung im Bestattungswald vorziehen könnten. Wenn es aber wirklich so sei, dass so viele Bürger diese Form der Bestattung wünschten, „muss man es auch anbieten“, meinte Reichel. Wer eine Baumbestattung will, so Wigger, der wird sich nicht anders bestatten lassen, nur weil es in Olpe diese Alternative nicht gibt.

„Stadtverwaltung und CDU haben uns an der Nase herumgeführt“, meinte Peter Kühn, der auch im Koordinatorenteam für das Bürgerbegehren arbeiten wird. „Wir können nur versuchen, den Ratsbeschluss durch ein Bürgerbegehren zu kippen und dazu brauchen wir Unterschriften.“

Wie viele genau, war am Montagabend nicht sicher. Zehn Prozent der Wahlberechtigten müssten es wohl sein, hieß es. Wie viele Wahlberechtigte es in der Kreisstadt gibt, konnte aber niemand beziffern. Man geht von etwa 2000 Unterschriften aus. Bis zur Umsetzung würden zwei Monate verbleiben, weil drei Monate nach einem Ratsbeschluss das Bürgerbegehren vorliegen müsse. Der Beschluss wurde Ende Juni gefasst. Zeit gewinnen, so Peter Kühn, könne man nur, wenn das Thema in einer Ratssitzung noch einmal aufgegriffen werde und ein Beschluss dazu gefasst werde.

2000 Unterschriften

Gisela Lehwald (ebenfalls im Koordinatorenteam) machte darauf aufmerksam, dass es das Angebot der Baumbestattung im ganzen Kreis Olpe nicht gebe. Vermutlich gebe es aber auch andernorts im Kreis Interesse an dieser Bestattungsform. „Dann würde es eventuell auch wirtschaftlich umsetzbar.“

Einer der Bürger schlug vor, einen Verein zu gründen und den Wald in der Kimicke vom Forstamt anzupachten. Dem hielt Fritz Klocke, Grünen-Politiker im Stadtrat, entgegen, dass auch in diesem Falle die Stadt die Planungshoheit habe und zustimmen müsste. Die am Abend geäußerten Bürgermeinungen gingen – mit wenigen Ausnahmen – in die gleiche Richtung:

„Ich möchte in Olpe unter einem Baum beerdigt werden.“

„Ich möchte auf jeden Fall im Wald bestattet werden.Wenn das in Olpe nicht geht, dann eben woanders.“

„Kennt jemand den Bereich der anonymen Bestattungen auf dem Olper Friedhof? Der ist sehr ungepflegt, eine Zumutung.“

Es sei doch beschämend meinte Hans-Georg Menne, wenn man in Olpe geboren und in Olpe zur Schule gegangen sei, in Olpe geheiratet und in Olpe gelebt habe und am Ende im Siegerland beerdigt werden müsse.

Herbert Kranz

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Kommentare
30.07.2010
06:50
Bürgerbegehren für Bestattungswald in Olpe
von Listerbiker | #4

@ von Olper

evtl. ist dieses Bürgerbegehren ja der Anfang vom langsamen Ende der schwarzen Macht. Einen Versuch ist es jedenfalls wert.
Ich persönlich, würde jedenfalls meine volle Unterstützung für eine positive Entscheidung zum Friedwald im Kreis Olpe anbieten!

29.07.2010
19:08
Bürgerbegehren für Bestattungswald in Olpe
von Olper | #3

ein Bürgerbegehren hier in Olpe? Viel Spaß. Siehe Freibad....

29.07.2010
13:21
Bürgerbegehren für Bestattungswald in Olpe
von rinnendeck | #2

Liebe Olper: So kommt es, wenn man die Schwarzen allein in die Verantwortung wählt. Wann endlich lernt Ihr aus? Für ein paar Jahre ist es mal wieder zu spät. Verantwortung auf mehrere Parteien verteilt, bringt immer den besseren Kompromiss. Das solltet Ihr nicht vergessen.

29.07.2010
08:39
Bürgerbegehren für Bestattungswald in Olpe
von Listerbiker | #1

Ich hoffe jedenfalls das erheblich mehr Unterschriften als benötigt gegeben werden.

Denn ich selbst, habe mir schon vor einiger Zeit Unterlagen über Friedwälder und deren Standorte zukommen lassen. Musste aber sehr enttäuscht feststellen, das hier im Kreis Olpe keine zukünftige Planung diesbezüglich bestand.
Nun kann ich nur HOFFEN, dass es doch noch zeitnah verwirklicht wird, damit man zu Lebzeiten schon seinen Platz reservieren bzw. mieten kann.

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