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Der MSV und die Fans

Brückenschlag

19.10.2008 | 21:35 Uhr

Duisburg. Der MSV feiert mit dem 6:1-Sieg gegen Ingolstadt Versöhnung mit den Fans und stellt den Anschluss zu den Aufstiegsplätzen her. In der zweiten Halbzeit zeigen die Zebras sogar spielerische Kabinettstückchen

Es war ein goldener Oktober-Sonntag für den MSV Duisburg. Denn mit dem 6:1 (2:1)-Sieg gegen den FC Ingolstadt kehrte bei den "Zebras" und ihren Fans wieder die gute Laune ein. Entsprechend lange feierte man nach der Partie den neuen Schulterschluss.

Aufatmen und breites Lächeln allenthalben. Der Befreiungsschlag als goldener Schuss in das Glücksgefühl auf dem Rasen und den Rängen. So hatten sich das Trainer Rudi Bommer und seine Spieler vorgestellt und die Fans in der Arena gewünscht. Nach einigen trostlosen Spielen gab der MSV die passende Antwort, dies gegen eine Ingolstädter Mannschaft, die nur in der Anfangsphase mithalten konnte.

Jubel der zweifachen Torschützen: Ivica Grlic (re.) und Sandro Wagner freuen sich über ihre perfekte Zusammenarbeit, die zum 4:1-Vorsprung führte. Fotos: WAZ, Andreas Mangen Schaut her, so geht's: Sandro Wagner nach dem Tor zum 1:0.Schuhputzer: Dorge Kouemaha (re.) und Cedrick Makiadi.Ein Haufen Zebras nach dem Tararache-Tor zum 3:1.Tag mit unbändiger Freude für Sandro Wagner nach dem 5:1.Dorge Kouemaha gratuliert Ivica Grlic nach dem Tor zum 6:1.

"Wir haben guten Fußball gespielt und uns mit den Fans versöhnt", atmete Cedrick Makiadi, diesmal der perfekte Torevorbereiter, hörbar auf. "Wir brauchen diese Unterstützung auch weiterhin, klare Sache. In Mainz müssen wir an diese Leistung anknüpfen und dürfen nicht verlieren."

Das war die Vorausschau des MSV-Offensivmanns, der in der Partie gegen Ingolstadt wie seine Mitspieler nach etwa 20 Minuten immer besser in Tritt kam, auf das nächste Auswärtsspiel. Bis zu diesem Zeitpunkt war auch der Aufsteiger aus dem deutschen Süden bemüht, das Spiel offen zu halten und eigene Akzente zu setzen. Immerhin prüfte Demir MSV-Schlussmann Marcel Herzog, und auch der Ingolstädter Jaime Braganca versuchte sich mit einem Torschuss.

Doch die Strategie der Gäste war zu sehr auf den früheren Kaiserslauterer und Bochumer Torjäger Vratislav Lokvenc zugeschnitten. Der Tscheche wurde zudem von Markus Brzenska weitgehend an die Kette gelegt.

So nahm das Spiel mehr und mehr die Form an, die man sich aus Duisburger Sicht vorgestellt hatte. Es gab erste Chancen durch den sehr lauffreudigen Sandro Wagner, durch Dorge Kouemaha und den kreativen Gregory Christ. Und ehe sich überhaupt erster Unmut über das Auslassen der Torchancen breitmachen konnte, klingelte es im Ingolstäder Kasten. Maßarbeit in Sachen Offensive. Denn endlich sprintete Serge Branco einmal bis zur Grundlinie durch, flankte präzise und machte es Sandro Wagner in der Mitte leicht. Der köpfte zum 1:0 ein (27.) und hatte zwei Minuten später sogar das 2:0 auf dem Fuß. Dafür war schließlich Dorge Kouemaha zuständig, diesmal nach perfekter Vorarbeit von Cedrick Makiadi über die rechte Seite. Wenn es einen Schönheitsfleck gab, dann war es der Anschlusstreffer kurz vor dem Pausenpfiff durch Ersin Demir. Voraus gingen Abwehrfehler in Serie.

Womöglich war es für die "Zebras" ein Wachrüttler genau zur richtigen Zeit. Denn für die zweite Halbzeit waren damit konzentriertes Nachsetzen, weiterhin Sturm und Drang angesagt. Zunächst die Pflichtübung: Nach Foul von Leitl an Makiadi erhöhte Mihai Tararache per Elfmeter auf 3:1. Etwas lässig, deswegen glücklich - aber eine Art Befreiung. Denn die Kürübungen des MSV im Anschluss waren allemal sehenswert. Für die Galerie das 4:1 durch Ivica Grlic nach einer Musterkombination über Branco, Veigneau, Christ und Wagner, der den Ball mit der Hacke zu Grlic weiterleitete. Dass es beim MSV auch nach einer Ecke (von Christ) klappen kann, bewies Wagner mit seinem Nachschuss zum 5:1. Und wieviel Power Grlic noch in der 90. Minute haben kann, demonstrierte der MSV-Kapitän mit seinem unwiderstehlichen Sololauf, den er mit dem Tor zum 6:1 abschloss.

Ein Sechser-Pack für die gute Laune. Und ein MSV-Auftritt, der tunlichst keine Rarität bleiben sollte. "Wir müssen die Leistung in Mainz bestätigen", fordert der Kapitän. Der Blick richtet sich schon nach vorn.

Gerd Böttner, Klaus Offergeld und Daniel Paul

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