Brötchen sollen neue Helfer anlocken
01.09.2008 | 17:58 Uhr 2008-09-01T17:58:02+0200Olpe. (js) Wer ab Mitte der Woche Brötchen in einer Olper Bäckerei einkauft, sollte sich die Papiertüten einmal näher anschauen: Das jedenfalls erhofft sich Johannes Radhöfer und sein Team von der "Freiwilligenbörse Olpe". ...
... Denn die Brötchentüte macht zum einen Reklame für die Börse, zum anderen sind auf der Rückseite der Tüte alle wesentlichen Informationen zu finden, die benötigt werden, um sich mit den Vermittlern von Ehrenämtlern in Verbindung zu setzen. Für gestern Morgen hatten die "Börsianer", die sich ausschließlich mit kostenneutralen Dienstleistungen beschäftigen, ins Olper Rathaus zum Pressegespräch eingeladen, um gemeinsam mit Bürgermeister Horst Müller noch einmal die Werbetrommel zu schlagen für den guten Zweck. Und Müller räumte ein, dass er bezüglich des Lokalen-Agenda-Prozesses anfangs eher skeptisch gewesen sei. Was dann aber daraus geworden sei, habe ihn positiv überrascht.
Seit Ende des vergangenen Jahres vermittelt das Ehrenamt-Management um Theodor Radhöfer Freiwillige, die ein Stückchen ihrer Zeit ehrenamtlich für andere zur Verfügung stellen. Das Team prüft dann aufgrund der Vita und Personlichkeit des Anbieters dessen Fertigkeiten und Fähigkeiten und vermittelt ihn oder sie dann an Vereine, Verbände und andere Institutionen - so zum Beispiel an Seniorenhäuser, an DRK oder Caritas, an Kindergärten oder Schulen.
Theodor Radhöfer erläuterte gestern den Hintergrund der Initiative: "Das Ehrenamt hat sich verändert, es hat einen Struktuwandel gegeben." Es gebe zunehmend Menschen, die sich außerhalb des klassischen Ehrenamtes, also beispielsweise abseits von Vorstandspositionen in Vereinen, engagieren wollten, aber eher projektbezogen.
Bisher verfügt die Börse über einen Kreis von etwa 30 Helferinnen und Helfern, die an rund 20 bei der Börse gemeldeten Institutionen vermittelt werden. Da gibt es die Ex-Lehrerin, die als Lesepatin in einer Grundschule hilft, den engagierten Hobby-Handwerker, der Kleinigkeiten an Spielgeräten im Kindergarten repariert oder die Kinderpflegerin, die in ihrem Beruf keinen Job gefunden hat und sich jetzt nebenher im Mehrgenerationenhaus des DRK mit Kindern beschäftigt. Vermittlungen an Privatpersonen sind ausgeschlossen. Radhöfer: "Wer einen Babysitter sucht, ist bei uns an der falschen Addresse."
10 000 Brötchentüten liegen also ab morgen in den Olper Bäckereien aus, um den Kreis der Freiwilligen ebenso auszuweiten wie den der Institutionen, die die Hilfen gerne annehmen. Theodor Radhöfer liegt im Rahmen der Werbeaktion eines besonders am Herzen: "Wir hoffen, dass wir Bürger aller Altersstufen mit unserem ,Brötchen-Aufruf' erreichen."

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