Bordon hat den Durchblick
03.11.2009 | 19:35 Uhr 2009-11-03T19:35:00+0100
Gelsenkirchen. Schalkes Abwehrchef Marcelo Bordon hält Kraftakte wie gegen Leverkusen und den HSV nur unter Trainer Felix Magath für möglich: "Wir haben wieder einen Chef, der die Richtung vorgibt."
Trainer haben vor wichtigen Spielen die Angewohnheit, ein sogenanntes Geheimtraining zu absolvieren, von dem die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist. In der verschärften Variante auch die Medienvertreter, wenn unglaublich geheime Spielzüge einstudiert werden sollen. Was am Dienstagnachmittag auf dem Rasen zwischen den Fragmenten des Parkstadions abgehalten wurde, war eine Art „natürliches Geheimtraining”. Es begann für alle noch gut sichtbar mit dem beliebten 6:2-Spielchen und endete als Trainingsmatch gut eine Stunde später in nahezu Stockfinsternis, auch wenn einige Unentwegte auf der Gegengeraden tapfer aushielten und sich an vereinzelten Schreien erfreuten.
„Schwer, aber das ist auch Training, Hauptsache, wir haben am Ende gewonnen”, wähnte sich Marcelo Bordon anschließend in der siegreichen Mannschaft, was ihm von außen nicht zu widerlegen war. Dass der Brasilianer seit Saisonbeginn wieder mit großem Spaß bei der Sache ist, das wissen allerdings wieder alle Schalker, die den Abwehrchef bei der Arbeit beobachten. Bordon war auch Anführer der Jubeltraube, die letzten Samstag den späten 2:2-Ausgleichstreffer feierte.
Auch mal von Anfang an
Kampf und Kraft – diese Tugenden hatten die Schalker im zweiten Durchgang gegen Leverkusen, wie schon zuvor gegen den HSV, in die Waagschale geworfen und die Arena zum Abheben gebracht. Hier setzt aber auch die Kritik des ehemaligen Kapitäns für die Zukunft an: „Wir müssen dies auch mal von Anfang machen, aber das geht offenbar nicht immer.” Allerdings, die Art und Weise, wie die Mannschaft dann nach den 0:2-Pausenrückständen sich wieder zurück ins Geschehen kämpfte, ist auch für Bordon eine lange nicht mehr erlebte Tugend: „In der letzten oder vorletzten Saison wären wir nach so einem Rückstand nicht mehr zurückgekommen.”
Chef gibt die Richtung vor
Der Unterschied zu gestern und vorgestern ist für Schalkes Altgedienten leicht festzumachen: „Ohne Chef ging es nicht. Und jetzt haben wir wieder einen Chef, der die Richtung vorgibt.” Und die zeigt wohl eindeutig nach oben, was am kommenden Samstag beim letzten der vorläufigen Reifeprüfungs-Tests noch zu bestätigen wäre, wenn es in die Allianz-Arena zu den Münchner Bayern geht. „Sie sind spielerisch stark, okay, aber wir werden wieder versuchen, was geht, und wollen einen Punkt mitnehmen”, so Bordon.
Anschauungs-Unterricht konnten die Schalker Dienstagabend gemeinsam vor dem Fernseher bei Bayerns Champions-League-Kraftakt gegen Girondins Bordeaux nehmen – wenn sie denn wollten. „Es ist keine Pflicht-Veranstaltung, aber ich werde mir das Spiel auf jeden Fall ansehen”, bekannte Trainer Felix Magath, der sich insgeheim wohl auch eine kräftezehrende Partie der Münchner mit Blick auf die Bundesliga-Partie erhoffte. Um dort auf den Punkt wieder topfit zu sein, ließ Magath gestern Kapitän Heiko Westermann (Kapselreizung) pausieren. Auch Lewis Holtby, der nach dem Leverkusen-Spiel in keinen Schuh passte (Fußprellung), drehte gestern nur Laufrunden. Beide sollen bis Samstag aber wieder fit sein. Die Herausforderung Bayern trägt zur schnellen Genesung bei.

11:14
http://www.sueddeutsche.de/D5E38Y/3129941/Projekt-Schalke.html
07:04
Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg.
Schalke macht wieder Spaß...
00:30
Nur einen Chef und keine Kondition , Motivation und zusammenhalt funktioniert auch nicht .Es muß halt der Mix vorhandensein und stimmen . Ich bin der Meinung , das man die Spiele in Stuttgart und gegen den HSV und Leverkusen in der vergangenen Chaos-Saison unter gleichen Spielverläufen verloren hätte .