Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Lebensmittel

„Bio“ ist eine Chance, mehr nicht

04.09.2012 | 18:48 Uhr
„Bio“ ist eine Chance, mehr nicht
Bio-Lebensmittel sind kaum gesünder als normales Essen.Foto: dapd

„Bio“ ist längst ein Markenzeichen, das uns vieles zu versprechen scheint: Einklang mit der Natur, Gesundheit, ja Reinheit. Am Ende bezahlt man mit „bio“ vor allem für die größere Chance, die Natur so wenig wie möglich zu schädigen. - Ein Kommentar.

Bio heißt auf Griechisch „Leben“. Diesen positiven Grundklang werden auch die Meldungen über Schweinereien in den Ställen von Bio-Bauern nicht kaputtkriegen. „Bio“ ist längst ein Markenzeichen, das uns vieles zu versprechen scheint: Einklang mit der Natur, Gesundheit, ja Reinheit.

Dabei muss „bio“ nicht einmal „öko“ sein: Wenn der Bauer auf Kunstdünger verzichtet, kann er seine Felder immer noch mit Gülle tränken oder Mist im Übermaß unterpflügen, nur um die Ernte-Ergebnisse nach oben zu treiben. Und biologisch erzeugte Lebensmittel, die eine halbe Weltreise hinter sich haben, sind manchmal sogar umweltschädlicher als Tomaten aus den gasbeheizten Gewächshäusern in Holland oder die gespritzte Erdbeeren vom Bauern nebenan.

So wird selbst ein so schlichter Vorgang wie das täglich Brot in der globalisierten Gesellschaft zu einer hochkomplexen Angelegenheit. Aber niemand von uns kann sich von früh bis spät damit beschäftigen, wer unsere Lebensmittel produziert und transportiert hat und auf welche Weise. Wir sind angewiesen auf die Angaben der Hersteller und auf Einordnungen wie „bio“ durch möglichst einheitliche Siegel – und wir sind darauf angewiesen, dass diese Angaben streng kontrolliert werden von Aufsichtsbehörden, die dafür ausgestattet sind.

Es kann nicht jeder beim Bauern nebenan einkaufen, selbst das ist ja reine Vertrauenssache. Es kann auch nicht jeder „bio“ kaufen, denn diese Lebensmittel sind immer teurer als die konventionell produzierten. „Bio“-Gemüse ist nicht partout gesünder, „Bio“-Fleisch schmeckt auch nicht unbedingt besser als das industriell produzierte. Aber die Wahrscheinlichkeit ist größer: Dass die Tiere ein Leben hatten, das mehr als ein Elend war. Dass die Möhren und Paprika zumindest kein Pestizid enthalten. Am Ende bezahlt man mit „bio“ vor allem für die größere Chance, die Natur, also das Leben der Erde durch den Anbau der Lebensmittel so wenig wie möglich zu schädigen. Ob es das wert ist, muss jeder selbst entscheiden.

Jens Dirksen



Kommentare
Aus dem Ressort
Zwei Schiffe stoßen auf dem Rhein zusammen
Havarie
Zwei Schiffe stießen in der Nacht auf Freitag auf dem Rhein in Höhe von Rees-Grietherort zusammen. Dabei entstand laut Polizei ein Sachschaden von mehreren 10.000 Euro. Trotz großen Lochs im Heck einerseits und stark eingedrückten Bugs andererseits konnten sie ihre Fahrt fortsetzen.
Bund investiert zu wenig Geld in Ganztagsschulen
Bildung
Viele Eltern würden ihre Kinder gern nachmittags in der Schule betreuen lassen. Aber der Ausbau der Ganztagsschulen stoppt — weil aus Berlin kein Geld mehr kommt. Wenn es so weiter geht dauert es Jahrzehnte, bis es genug Plätze für alle Kinder gibt.
Schalke-Kapitän Höwedes kämpft sich zurück und hofft auf WM
Höwedes
Der heiße Tanz mit dem 1. FC Nürnberg am Samstag soll für Benedikt Höwedes nicht der letzte in dieser Saison bleiben. Der Schalke-Kapitän hofft auf einen Anruf von Bundestrainer Joachim Löw. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft würde Höwedes für viele persönliche Rückschläge entschädigen.
Hilfe für das älteste Bauernhaus Westfalens
Anzeige
Lotto
Bereits seit drei Jahren unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die jetzigen Eigentümer von Hof Grube in Lüdinghausen bei der Rettung und Wiederherstellung des lange Zeit leerstehenden Anwesens. Ende 2013 wurden weitere 50.000 Euro für die Innensanierung zur Verfügung gestellt.
Mit Gipsbein ins Flugzeug - nur mit Attest vom Arzt
Flugreise
Airlines dürfen die Mitnahme von Passagieren mit Gipsverbänden ablehnen. Entsprechende Regelungen finden sich in den Beförderungsbedingungen. Im Einzelfall könne die Airline jedoch auch anders entscheiden. Dafür ist es allerdings notwendig, dass ein ärztliches Attest vorliegt.
Fotos und Videos
Die Trüffel der Provence
Bildgalerie
Leckerer Luxus
Mit der Bahn kann man was erleben
Bildgalerie
Fotogalerie
Die Drehorte im Ruhrgebiet
Bildgalerie
Bildergalerie
Schafe, Tweed und karges Land
Bildgalerie
Äußere Hebriden