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Tierschutz

Betrug im Duisburger Tierschutzverein?

15.06.2012 | 18:43 Uhr
Betrug im Duisburger Tierschutzverein?
Der neue Vorstand des Tierschutzvereins arbeitet derzeit das Chaos auf: Christian von Coll und sein Vater Diethelm von Coll. Foto: Udo Milbret

Duisburg.   Dubiose Überweisungen, seltsame Verkäufe, mehr als 500.000 Euro fehlen dem Duisburger Tierschutzverein. Der neue Vorstand hat Anzeige gestellt, dringend verdächtig sind die Vorgänger.

Rund 500.000 Euro könnte der alte Vorstand des Tierschutzvereins Duisburg über Jahre veruntreut oder unterschlagen haben. Der aktuelle Notvorstand, der den Verein derzeit leitet, hat eine entsprechende Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Eine turbulente Vereinssitzung im Januar brachte die Dinge ins Rollen. Wegen Geldmangels wollte der alte Vorstand den 125 Jahre alten Traditionsverein auflösen. Doch die Mitglieder wehrten sich. Schließlich übernahmen der Jurastudent Christian von Coll und sein Vater Diethelm von Coll, ehemaliger Rechnungsprüfer, den Verein. Sie erbten ein Chaos in Zettelkisten, das sie nun aufzuarbeiten versuchen. Vier Monate lang weigerten sich die frühere zweite Kassenprüferin und ihr nahe stehende Mitglieder, die Unterlagen herauszugeben.

Haus zum Spottpreis verkauft

Der Kassensturz zeigt nun: Von ursprünglich rund 600 000 Euro Vereinsguthaben Ende 2010 sind heute nur noch rund 75 000 Euro da. Der Rest scheint in dubiosen Quellen versickert. So ging eine Zahlung über rund 255 000 Euro an einen dubiosen spanischen Tierschutzverein auf Gran Canaria, bei dem es sich um eine Briefkastenfirma handeln könnte.

Auch das Vereinsgebäude wurde für 180.000 Euro verkauft, ohne Kaufvertrag, obwohl es erst 2009 für 279.000 Euro angeschafft wurde. Ebenso ging ein vereinseigener Anhänger zum Spottpreis weg. Die Hauptdarsteller der Tierschutz-Posse: der inzwischen verstorbene langjährige Vorsitzende Joachim Saalfeld und der 32-jährige ehemalige Schriftführer Tom Manuel Frahm, der sich mehrfach, auch der WAZ gegenüber, fälschlich als Rechtsanwalt und Sohn Saalfelds ausgab. Er ist aber seit Anfang 2012 verschwunden. Jahrelang hat es Kontoentnahmen der beiden gegeben, haben die von Colls herausgefunden. Die Auszüge über monatlich 8000 bis 10 000 Euro hat die Redaktion eingesehen.

Martin Krampitz

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2012-06-15 18:43
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