Betriebsgeheimnis vor Gericht gewahrt
27.10.2008 | 17:41 Uhr 2008-10-27T17:41:35+0100Olpe/Gerlingen. (wp) Es war eine brisante Geschichte gestern im Olper Amtsgericht. Mehrere Mitarbeiter aus der Führungsetage einer Gerlinger Firma waren als Zeugen geladen. Gehört wurden sie jedoch nicht.
Grund: Hinter verschlossenen Türen einigten sich Richter, Staatsanwalt und Verteidiger unmittelbar vor dem Prozess. Folge: Die Hintergründe der Anklage wegen Verrates von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen blieben im Verborgenen.
Die Anklagebank drückte ein 39-jähriger Siegener, der bei der Gerlinger Firma als Verkaufsleiter Innendienst angestellt war. Laut Anklage soll er im Oktober 2007 eine Vielzahl von Geschäftsunterlagen aus der Firma in seine Wohnung geschafft haben. Neben technischen Unterlagen und Kundenlisten soll es sich dabei auch um ein Musterstück für einen Absaugstutzen gehandelt haben. Die in der Firma fehlenden Aktenordner soll er durch leere Ordner ersetzt haben, so die Anklage weiter. Am 31. Oktober 2007 wurde ihm gekündigt.
Der Angeklagte, der inzwischen als kaufmännischer Angestellter bei einer Firma in Siegen tätig ist, äußerte sich vor Gericht nicht. Sein Verteidiger teilte aber mit, dass die Unterlagen inzwischen an das Gerlinger Unternehmen zurückgegeben worden seien.
Richter Jochen Schneider verkündete dann die Einstellung des Verfahrens auf Kosten der Landeskasse, ohne Auslagenübernahme, gegen Zahlung einer Geldbuße von 2 400 Euro an die Landeskasse. Weitere Erläuterungen gab es nicht, vieles blieb im Dunkeln. Nur eines teilte der Richter noch mit: "Der Verteidiger legt Wert auf die Feststellung, dass mit dieser Einverständniserklärung kein Schuldanerkenntnis verbunden ist."

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