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Bei Planung des Apollo-Theaters "ist viel schief gegangen”

09.12.2008 | 21:23 Uhr
Bei Planung des Apollo-Theaters "ist viel schief gegangen”

Der Kulturausschuss hat sich gegen die Stimmen von SPD und Grünen für zusätzliches städtisches Geld an das Apollo-Theater ausgesprochen. Der Rat entscheidet in seiner Sitzung am Mittwoch.

Massive Kritik kam von den Grünen: „Wie konnte es dazu kommen, dass das Apollo mit solch großen Unzulänglichkeiten geplant wurde?”, fragte Raimund Klauser. „Da ist viel schief gegangen und wir kriegen jetzt wieder die Rechnung aufgemacht – nicht zum ersten Mal.” Ein Gutachten habe auf massive Mängel aufmerksam gemacht.

Der Beschlussvorschlag – insgesamt 684 000 Euro zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit, Ergänzung der Bühnenmaschinerie und Komplettierung der Erstausstattung (die WR berichtete mehrfach) – sei nicht mit der „heißen Nadel” gestrickt, betonte Stadträtin Birgitta Radermacher. Sie erläuterte den Mitgliedern des Kulturausschusses die Ergebnisse eines Gutachtens, in dem unter anderem festgestellt worden sei, dass die Forderungen nicht übertrieben seien. Und: Es handele sich nicht um zusätzliche Ausgaben – sondern um die Komplettierung des Theaters. Ihr liege eine schriftliche Zusicherung des Trägervereins vor, in dem versichert werde, zukünftig keine weiteren Anforderungen an die Stadt stellen zu wollen.

Harald Hahn (CDU) hatte für den Beschluss geworben – auch mit Blick auf die Bedeutung der Stadt Siegen für die Region. Traute Fries (SPD) bedauerte, dass sie ihre Fraktion nicht habe überzeugen können – denn sie persönlich sei für das Zusatz-Geld: „Meine Fraktion spielt beim Thema Theater leider nicht mehr mit.” Ähnlich äußerte sich Ingrid Tielsch von der UWG, die persönlich für die Vorlage sei – und in ihrer Fraktion für Zustimmung werbe.

Friedrich Wilhelm Stöcker (FDP) gab Fehler der Projektgruppe zu – er selbst habe zum Beispiel der Streichung ursprünglich geplanter Ausstattungen zugestimmt: „Wenn wir den Wünschen des Herrn Reitschuster gefolgt wären, säßen wir heute nicht hier.” Er gab aber auch zu bedenken: „Wir haben Neuland beschritten – und haben aus einem alten Kino ein Theater gebaut.” Nun sollten aus seiner Sicht unter anderem eventuelle Regressansprüche gegenüber dem Generalunternehmer geprüft werden.

Brigitte Eger-Kahleis (CDU) enthielt sich der Abstimmung. Sie machte den Vorschlag, auf mehr bürger-schaftliches Engagement zu setzen: „Ich spende 1000 Euro wenn 100 andere Bürger oder Gruppen auch jeweils 1000 Euro spenden – und zwar bis Ende Januar.” Sie wolle damit ein Zeichen setzen, der städtische Haushalt dürfe nicht weiter belastet werden, andererseits müsse das Apollo weiter unter unterstützt werden. Außerdem könnten auch der Kreis und das Land mehr eingebunden werden.

Die Stadtverwaltung kündigte an, sich im Zusammenhang mit Finanzierung auch um zusätzliche Drittmittel zu bemühen. Kämmerer Reinhold Baumeister hatte sich im Vorfeld gegen weiteres Geld für das Apollo gewandt. Der Haushalt sei bereits über Gebühr strapaziert.

Bastian Föst

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