Bei 40 Grad schmelzen am Tücking Felder
11.07.2010 | 22:12 Uhr 2010-07-11T22:12:00+0200
Hagen.Die Tückinger Reitertage 2010 werden als Hitzeturnier in die Klub-Historie eingehen. Was nicht ohne Folgen blieb: Zu einigen Prüfungen traten nur rund 50 Prozent der gemeldeten Teilnehmer an.
„Denen, die zu Hause geblieben sind, kann man es nicht mal verübeln“, zeigte Thorsten Barteldrees, 1. Vorsitzender des RV Tücking, angesichts der tropischen Temperaturen Verständnis. Bis an die 40 Grad kletterte das Thermometer am Wochenende auf der Tückinger Höhe. Fast unablässig strahlte die Sonne über Dressur- und Reitplätze. Für Vier- wie Zweibeiner eine echte Herausforderung. „Wobei die Pferde noch besser mit den extremen Bedingungen zurecht kommen als die Menschen“, meinte Andreas Kleine festgestellt zu haben. Der frühere Lokalmatador, jetzt für Letmathe startet, gewann mit Caitana ein L-Springen und wurde beim abschließenden M-Springen Zweiter hinter Silke Lenz (RV Menden) auf Citou. Rang drei ging an die Volmarsteinerin Franziska Krüpe auf Linai.
Die mehr als 40 ausgeschriebenen Prüfungen wurden trotz der Hitze über die Bühne gebracht. Die „kleineren“ von ihnen, hauptsächlich für den Nachwuchs aus der Umgebung gedacht, hatten noch das geringste Schmelzen der Felder zu verzeichnen. „Hier betrug die Quote derjenigen, die angetreten sind, rund 80 Prozent“, entnahm Barteldrees den Listen.
Auch Franz-Josef Dahlmann ließ sich von der Hitze nicht abschrecken. Der für den RV Albersloh startende bekannte Ostwestfale brachte beim Tücking-Turnier Nachwuchspferde an den Start. Ansonsten setzt der ausrichtende Klub nicht mehr auf große Namen wie in jenen Tagen, als Hans-Günther Winkler oder Isabel Werth bei Hagens größtem Reitturnier begrüßt wurden. „Das ist natürlich auch eine Frage des Geldes“, so der stellvertretende Vorsitzende Peter Moll, in den 70er Jahren Gründungsmitglied des Tücking-Klubs. „Heutzutage ist es für alle schwer, Sponsoren zu finden.“
Die Alternative ist eine Veranstaltung, wie sie der RV Tücking drei Tage lang präsentierte. Mit hohem persönlichem Einsatz - Thorsten Barteldrees kam kaum aus der Meldestelle heraus - aller Helfer, Improvisation wenn es sein muss und einer familiären Atmosphäre. Viele Reiter wissen so etwas zu schätzen, nicht nur jene, die sich vorne einreihen konnten.
Abgesehen von einem Sturz beim Voltigieren, der einen Fußbruch zur Folge hatte, gab es keine Missgeschicke. Nur verschwitztes Reitzeug. Und die Erkenntnis aller, dass man auch schwierigen Bedingungen trotzen kann.

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