Basketball-Bundesliga
BBL kehrt zu altem Tabellensystem zurück
10.02.2010 | 17:47 Uhr 2010-02-10T17:47:00+0100Hagen. Mit einer Niederlage an die Tabellenspitze - das wird es in der Basketball-Bundesliga künftig nicht mehr geben. Die Eliteklasse kehrt nach heftiger öffentlicher Kritik zur Saison 2010/11 zum bewährten Wertungs- und Tabellensystem zurück.
Allerdings wird in allen Ligen darunter das im Sommer eingeführte System des Weltverbands FIBA, bei dem es zwei Punkte für einen Sieg und einen für eine Niederlage gibt, beibehalten.
In der offiziellen Bundesliga-Tabelle wird Phoenix Hagen nach dem 22. Spieltag auf Rang 17 geführt, also auf einem Abstiegsplatz. Nach alter - und künftig wieder geltender - Lesart wäre das nicht so, denn der Aufsteiger hat zwar die gleiche Sieg-Anzahl (6) wie der Tabellen-16. Gießen 46ers, aber eine Niederlage weniger - und überdies den direkten Vergleich gewonnen. Es ist einer von mittlerweile nur noch wenigen Irritations-Fällen im Zahlenwerk der höchsten Spielklasse, das im letzten Saisondrittel allmählich bereinigt ist. Nur noch sechs Klubs - darunter Phoenix - haben ein Spiel weniger bestritten als die Konkurrenz. Im Herbst war dies noch anders, das arg verzerrte Tabellen-Bild führte damals Begriffe wie „Spitzenspiel” oder „Keller-Duell” ad absurdum.
Es war die Folge der Übernahme des FIBA-Wertungssystems durch Deutschen Basketball-Bund (DBB) und die BBL vor Saisonbeginn. Gerade in der Eliteklasse hatte es angesichts etlicher Spielverlegungen wegen Europapokal-Verpflichtungen oder eingeschränkten Hallen-Verfügbarkeiten für eine schiefe Tabelle gesorgt - und für viel Kritik. Darauf reagierten Liga und Verband nun, auf seiner Präsidiumssitzung gab der DBB grünes Licht für die Rückkehr zum alten Wertungssystem. Somit werden mit Beginn der Spielzeit 2010/11 die Ergebnisse in der BBL wieder mit 2:0 Punkten für einen Sieg und 0:2 Punkten für eine Niederlage gewertet. Was auch Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann begrüßt: „Es ist natürlich besser, wenn die Tabelle gerade Unbeteiligten klar macht, wer wo steht.”
Die Rückkehr gilt allerdings ausschließlich für die erste Liga, in allen anderen Spielklassen darunter bleibt das aktuell geltende Wertungs- und Tabellensystem. Zudem wird, um den Verpflichtungen des DBB gegenüber dem Weltverband Rechung zu tragen, nach Abschluss von Hin- und Rückrunde sowie Play-Offs für die Erstliga-Vereine zusätzlich zu der bestehenden und gültigen eine offizielle Tabelle nach den FIBA-Regularien erstellt. „Die nun gefundene Lösung bildet die tatsächlichen sportlichen Kräfteverhältnisse für die Öffentlichkeit besser ab”, zeigte sich BBL-Geschäftsführer Jan Pommer zufrieden, der allerdings auch auf die künftig weiterhin erforderlichen Spielverlegungen hinwies.
Bestes Beispiel dafür ist das noch ausstehende Hagener Heimspiel gegen Meister EWE Baskets Oldenburg, das ursprünglich bereits am zweiten Spieltag im Oktober vorgesehen war. Als einziges von insgesamt 306 Erstliga-Spielen ist es immer noch nicht terminiert. Auf den Vorschlag, es am Ostermontag (5. April) auszutragen, wartet Phoenix seit Wochen auf eine Antwort. Verlegt wurde die Partie bei den Düsseldorf Giants am 20. März - allerdings nur um ein paar Stunden: Weil der WDR erneut Ausschnitte in der Sendung „Sport Aktuell“ zeigen will, ist der Sprungball bereits um 15 Uhr statt um 18.30 Uhr.
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