Ballsport in der dritten Dimension

Foto: Jan Weckelmann
Foto: Jan Weckelmann

Dortmund.. Ein paar Spritzer aus Schnorcheln, einige Flossen, weiße und blaue Kappen – mehr sieht man nicht vom Beckenrand aus, wenn die Sportler aus dem Dortmunder Verein SV Derne Unterwasserrugby spielen.

Die Mannschaft nennt sich Dortmunder SeaLions und sie beschreiben mit diesem Namen schon ein bisschen die ungewöhnliche Sportart. Schaut man unter Wasser zu, sieht es nicht besonders anders aus, wie eine Gruppe von Seelöwen, die mit einem Ball spielt. Der Ball hat die Größe eines Handballs, ist mit Salzwasser gefüllt und geht deshalb im Schwimmbecken unter. Ziel ist es, im Spiel den Ball in die auf dem Grund stehenden Körbe zu bringen. Die gegnerischen Spieler dürfen den Ballführenden attackieren und der Ballführende seine Gegner ebenfalls.

Unterwasserrugby ist die einzige dreidimensionale Mannschaftssportart: Die Spieler werden von allen Seiten angegriffen. Verboten ist Kratzen, Beißen, Schlagen sowie das Festhalten an der Ausrüstung.

Alle Spieler sind bekleidet mit blauen oder weißen Kappen, ähnlich wie beim Wasserball, um zum einen die Ohren zu schützen und zum anderen für die Unterscheidung der Mannschaften. Die Badehosen beziehungsweise -anzüge sind je nach Mannschaft ebenfalls blau oder weiß. Außerdem tragen die Spieler eine Tauchermaske, einen Schnorchel und Flossen. Atemgeräte haben nur die Schiedsrichter. Die Spieler müssen zum Luftholen auftauchen.

Wer’s nicht mit der Bandscheibe hat, ist willkommen

Ein Ligaspiel dauert zweimal 15 Minuten, pro Team befinden sich sechs Spieler im Wasser. Jeder hat einen Partner außerhalb des Beckens und wechselt fliegend mit ihm während des Spiels.

Das Team aus Dortmund stellt zwei Mannschaften. Die erste spielt in der 1. Bundesliga und die zweite in der Landesliga. Von Rentnern über Studenten bis zu Schülern sind die Mannschaften bestückt. Jeder, der nicht gerade Probleme mit der Bandscheibe hat, kann diese Sportart ausführen. Dadurch, dass im Wasser die Kräfte anders wirken als an Land, muss man nicht zwingend ein Kraftpaket sein, um sich im Spiel behaupten zu können.

Die Dortmunder SeaLions freuen sich immer über neue Mitspieler und Zuschauer. Über Trainingszeiten und Spiele informieren sie auf ihrer Internetseite www.uwrsvd.de.

Jan Weckelmann, Klasse 11FG3, Fritz-Henßler-Berufskolleg Dortmund