Bäder sind notwendig - aber teuer
05.02.2010 | 20:00 Uhr 2010-02-05T20:00:00+0100
Freudenberg. In seiner Brandrede zum Haushalt 2010 nannte Kämmerer Jörg Schrader auch den Verzicht auf die beiden Bäder als potenziellen Beitrag zur finanziellen Sanierung der Stadt Freudenberg.
Tatsächlich liegt seit fast einem Jahr ein Gutachten des Bundesfachverbandes Öffentliche Bäder (BÖB) vor, das zum jetzigen Zeitpunkt allerdings utopisch scheint.
Der Verband empfiehlt als Generallösung die Errichtung eines überdachten Ganzjahresbades in der Gambach. Das würde allerdings 9,8 Millionen Euro kosten, während die jeweilige Sanierung von Hallenbad (1,1 Millionen Euro) und Freibad (1,18 Millionen Euro) deutlich günstiger wäre. Ein Aufbau über das Freibad als Schwimmhalle, um Schul- und Sportschwimmen auch außerhalb der Sommersaison zu ermöglichen, käme auf rund 2,3 Millionen Euro; die Überdachung des gesamten Freibadbeckens als Ersatz für den Wegfall des Hallenbads würde 2,5 Millionen Euro kosten.
Der Schul- und Sportausschuss befasst sich am Mittwoch, 10. Februar, ab 17 Uhr in seiner Sitzung auch mit der Konzeption der städtischen Bäder. Mit dem Rahmenplan Stadtmitte-Nord ist nämlich auch der Vorschlag auf den Tisch gekommen, das Freibad zu sanieren und ganzjährig nutzbar zu machen, indem die überdachte Lösung realisiert wird. Denn das Schulschwimmen soll erhalten bleiben.
7719 Schüler pro Jahr im Hallenbad
Insgesamt wird das Hallenbad in der Woche für 30 Unterrichtsstunden genutzt. 2009 wurden 7719 Schülerinnen und Schüler von sieben städtischen Schulen dort im Schwimmen unterwiesen. Schulschwimmen gilt als vorrangiges Angebot, um allen Kindern spätestens bis zum Ende der Grundschulzeit die notwendige Sicherheit im Wasser zu geben.
Würde Freudenberg kein Lehrschwimmbecken mehr zur Verfügung stehen, müssten die Schüler in auswärtige Bäder transportiert werden. Das wäre aber zeitaufwendig und würde Mehrkosten verursachen. Nicht zuletzt wurde das Hallenbad mit Sportfördermitteln bezuschusst, von denen zum jetzigen Zeitpunkt 64 000 Euro zurückgezahlt werden müssten, wenn es geschlossen würde.

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