Abwärts
Autoritäre Punkrocker enttäuschen auf ganzer Linie
27.04.2010 | 17:11 Uhr 2010-04-27T17:11:00+0200
Siegen. Punkrock hat sich schon häufig widersprochen.
Beim Konzert der Band „Abwärts” wurde genau das jetzt auf paradoxe Weise deutlich: Denn die Band, bekannt für ihre Obrigkeits-kritischen Texte, ließ das Publikum klar merken, dass sie sich selbst für eine Obrigkeit der Szene hält.
Vorweg: Natürlich spielte Abwärts die Songs meist fehlerfrei und mitreißend. Allerdings ist ein Konzert mehr als das korrekte Herunterleiern der Stücke. Eben dabei beließ es Abwärts jedoch. Das bisschen Interaktion zwischen Band und Publikum missglückte komplett. Bassist Rodrigo Gonzàlez etwa sprach einem Hobby-Fotografen ein Foto-Verbot aus. Auf Zuruf eines Zuschauers, die Band möge doch ältere Stücke spielen, reagierte er: „Da könnten wir auch 'God Save the Queen' von den Sex Pistols spielen. Das hier ist kein Wunschkonzert.” Sänger Frank Ziegert warf eine Rolle Toilettenpapier ins Publikum.
Nach all dem ist es wenig verwunderlich, dass das Publikum später das einzige Gesprächsangebot des Sängers ignorierte: „Gibt es in Siegen einen Fluss”, fragte Ziegert. Die Antwort: Beredtes Schweigen.
Überdies passte es zu der narzisstischen Grundhaltung der Band, dass Ziegert mit der Frage eigentlich „Die Capri-Fischer” ankündigen wollte, eines der ersten Lieder, die die Band vor über 30 Jahren gespielt hat. Eine solch standardisierte Liedansage funktioniert eigentlich immer. Sollte man zumindest meinen, denn schließlich fließt fast überall irgendein Fluss. Dass sich die Zuschauer genau in diesem Moment verweigerten und geschlossen einfach gar nicht reagierten, spricht für sich.
Einer Band, die es sich mit dem Publikum so verscherzt, bleibt nicht viel übrig, um noch irgendwie zu wirken. Die Musiker spielten ihre Songs und grinsten einander bei seit Jahren geprobten technischen Finessen an, als ob sie zum ersten Mal funktioniert hätten.
Der Bassist beschäftigte sich gegen Ende hauptsächlich mit einen Bühnentechniker, der in einer Ecke stand. Interesse an den Zuschauern? Fehlanzeige. Eine verhalten geforderte Zugabe gab es dann am Ende doch noch: Schließlich sind Abwärts eine echte Punk-Autorität.

14:35
@Zim ... sorry... warst du vor Ort ?
ich war dort ... und der Bericht ist eher noch untertrieben ...
Egal ob Bass oder Gitarre ... Rod hätte auch mit dem Rest der Band Daheim am Sofa bleiben können ... wäre niemanden aufgefallen ...
00:10
ich denke nicht, dass es das entscheidende ist, ob rod 4 oder 6 saiten an seinem instrument hat. viel wichtiger ist, dass endlich mal jemand darüber schreibt, wie abgehoben der kerl ist. habe ich selbst erlebt im interview.
23:10
Ja, er ist Gitarrist bei Abwärts.
Aber wer erwartet denn, dass sich ein Journalist mit der Band auseinandersetzt, über die er schreibt.
Insofern ist dieser Bericht auch nur heruntergeleiert.
19:56
Soweit ich weiß, ist Rodrigo González bei Abwärts Gitarrist und nicht Bassist.