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Ohne Abwrackprämie:

Autohandel bleibt trotzdem bei Stimmung

17.09.2009 | 18:53 Uhr
Autohandel bleibt trotzdem bei Stimmung

Der Stimmungsmacher im Autohandel ist Geschichte, die Abwrackprämie ist Anfang September ausgelaufen. Wie geht es weiter im Kraftfahrzeug-Gewerbe? Die Innung zieht ein positives Fazit und sieht für die Zukunft „nicht schwarz”, betont Obermeister Elmar Moll aus Niederdielfen.

„Wir müssen uns jetzt wieder auf unser normales Geschäft konzentrieren, aus Kunden müssen wieder Interessenten auch für höherpreisige Autos werden. In der Vergangenheit haben wir zu wenig Interesse geweckt”, ist Bruno Kemper, Geschäftsführer von Hoppmann Autowelt, selbstkritisch. Auch beim Auto des Jahres Insignia hat es Versäumnisse gegeben. „Wir müssen wieder mehr werben”, so der Geschäftsmann.

Die Abwrackprämie habe wie ein „Bazillus” gewirkt, VW werde noch bis zum Jahresende Autos ausliefern, sagte Michael Günther, Geschäftsführer des Autohauses Erwin Günther bei der Pressekonferenz der Kfz-Innung Westfalen-Süd und weist auf Lieferengpässe hin. Der Handel sei auf die Situation nicht vorbereitet gewesen.

Die Stimmung der Autohändler hat sich zumindest in der heimischen Region nicht eingetrübt. Das verdeutlichte Elmar Moll, der auf die Unterstützung der Banken setzt.

»Wir müssen uns jetzt wieder auf unser normales Geschäft konzentrieren«

„Sparkasse Siegen und Volksbank Siegerland haben uns bei der Kreditvergabe geholfen. Wir brauchen weiterhin ausreichende Finanzmittel, die uns die Banken zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen müssen.”

Sorge bereiten den hiesigen Autohändlern die „Basar-mentalitäten” im Verkaufsgeschäft. „Durch aggressive Werbung der Hersteller mit Neuwagenpreisen nach Abzug der Abwrackprämie und weiteren Nachlässsen in gleicher Höhe wurde dem Verbraucher ein unrealistisches Preisniveau suggeriert”, lautet die Kritik. „Wir stehen mit unseren Umsatzrenditen an der unteren Skala und sollen und wollen auch noch ausbilden. Brechen die Renditen weiter ein, sind Ausbildungs- und Arbeitsplätze in unseren Betrieben gefährdet”, warnt Elmar Moll.

Die Frage, die die Autohändler umtreibt, ist, ob es zu Rabattschlachten auf dem Automarkt kommt. Moll glaubt nicht daran, „das könnten wir uns gar nicht leisten”. Bruno Kemper schränkt ein: „Es sei denn, der Hersteller treibt uns da hinein, dann können wir nicht abseits stehen.”

Robert Pal, Geschäftsführer der Pal Fahrzeugtechnik GmbH aus Büschergrund, sieht für sein Serviceunternehmen keine dunklen Wolken aufziehen. Ein zufriedener Kunde käme immer wieder, egal ob das Auto vier Jahre oder elf Jahre alt sei. „Wir müssen mit der technologischen Entwicklung mithalten und gut ausbilden”, so der Jungunternehmer.

Klaus Mütherig

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