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Ausgebremst

13.02.2012 | 17:26 Uhr

Der akademische Nachwuchs in Deutschland kommt im europäischen Vergleich zu spät an die Hochschule und bleibt dort meist zu lange. Dieser Befund brachte die Bildungspolitiker in Bewegung: „Turbo-Abi“ nach nur zwölf Schuljahren, anschließend an der Hochschule in nur drei Jahren den Bachelor-Abschluss bauen – und ab auf den Arbeitsmarkt.

Doch wozu diese Hetze, wenn der bildungshungrige Nachwuchs zunächst im Stau steht? Wer keine Spitzennoten im Abitur hat, muss Warteschleifen vor dem Studienstart drehen. Pflichtseminare und -praktika sind schnell ausgebucht und müssen ins nächste Semester geschoben werden. Betreuung findet kaum statt. Ein Auslandssemester ist quasi Pflicht. Und dann noch der Job. All das zieht die Studiendauer in die Länge.

Und es wird wohl kaum besser werden. Nach neuen Prognosen bleibt entgegen früheren Berechnungen die Zahl der Studienanfänger bis 2020 auf hohem Niveau. Nun fehlen Milliarden für den nötigen Ausbau der Erstsemesterplätze. Wer aber die Jugend so antreibt, muss dafür Sorge tragen, dass sie reibungslos studieren kann. Davon ist die Realität zumeist leider weit entfernt.

Christopher Onkelbach

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