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Handball: TuS Ferndorf...

Auf der Suche nach dem „Knipser“

19.03.2010 | 19:04 Uhr

Kreuztal-Ferndorf. Lange Auswärtsfahrten sind insbesondere bei der Rückfahrt immer nur dann schön, wenn man erfolgreich war. Kapitän Nils Hambloch meint: „Alleine deshalb müssen wir bei der Ibbenbürener Spielvereinigung unbedingt gewinnen. Sonst fahre ich im Gepäckraum zurück.”

Damit es zu solch drastischen Maßnahmen der Selbstgeißelung nicht kommt, haben die Ferndorfer unter der Woche jede Menge Videoanalyse betrieben – und Caslav Dincic hat Einzelgespräche geführt. Viele. Denn nach der Niederlage gegen Hagen war der Trainer hart mit den Spielern ins Gericht gegangen, hatte davon gesprochen, dass der TuS „nicht die Leute für den Sieg gehabt” hätte. Rückblickend revidiert der Serbe seine Meinung nicht, lenkt aber etwas ein: „Es war auch Pech dabei in den vergangenen Wochen. Allerdings muss man als Trainer auch ansprechen, wenn schlechte Spiele gemacht werden. In der Oberliga-Saison haben wir sechs, sieben Partien in den letzten fünf Minuten gewonnen, diese Saison haben wir schon viele Spiele in der Schlussphase verloren.”

Gründe dafür liegen mehrere auf der Hand: Zum einen vergab der TuS in den vergangenen Wochen zu oft die freien Würfe – zum anderen fehlt in den entscheidenden Phasen zurzeit jemand, der die Verantwortung an sich reißt. „Da erwarte ich von den routinierten Spielern mehr“, fordert Dincic. „Wir brauchen Spieler, die in den letzten fünf Minuten selbstbewusst die Verantwortung übernehmen.”

Kandidaten für solche „Knipser” gibt es eigentlich genug im Ferndorfer Team. Zuletzt hatten aber gerade die Rückraumspieler in zu vielen Situationen falsche Entscheidungen getroffen – beziehungsweise überraschend viele Fehlpässe und -würfe produziert. Auf Seiten der Ibbenbürener Spielvereinigung gab es in dieser Spielrunde dagegen mehrere Spieler, die sich als „Knipser” etablierten.

Spielmacher Straume fehlt Spielvereinigung

Glück für Ferndorf: Mittelmann Arnolds Straume, seines Zeichens lettischer Nationalspieler, handelte sich beim 30:30 gegen Wermelskirchen die Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung ein und sitzt gegen den TuS auf der Tribüne. Mit Viktor Fütterer und Mats Wiedemann ersetzten aber zwei Akteure aus der „zweiten Reihe” Straume in Soest (38:40-Niederlage) bestens, erzielten zusammen sieben Tore. „In dieser Mannschaft ist niemand zu unterschätzen”, warnt Dincic.

Vor allem nicht Knipser Nummer zwei: Rückraum links Axel Schulte ist mit bisher 156/1 Toren nicht nur gefährlichster Ibbenbürener Angreifer; in den vergangenen Spielen war Schulte zudem in Topform, erzielte in drei Partien 28 Tore. Das zeugt von Selbstbewusstsein, das die Spielvereinigung im Moment gepachtet hat: Denn der Tabellendreizehnte, der noch tiefer im Abstiegskampf steckt als Ferndorf, hat im neuen Jahr noch kein Heimspiel verloren.

Micha Sommer

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