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Auch Kinder unter drei Jahren werden nun geimpft

04.11.2009 | 21:00 Uhr
Auch Kinder unter drei Jahren werden nun geimpft

Bei den Kinderärzten im Siegerland ist zurzeit wegen der Schutzimpfung gegen die Neue Grippe Hochbetrieb.

Nico hat keine Angst: Der neunjährige Viertklässler aus Siegen-Birlenbach krempelt den linken Ärmel hoch und nimmt lässig die Schutzimpfung entgegen, die ihm der Kreuztaler Kinderarzt Dr. Wolfram Hartmann verabreicht. Nun ist der erfolgreiche Cartfahrer Nico gegen die Neue Grippe (Influenza A) geschützt - wie auch seine Mutter Svenja, die als nächste nach ihrem Sohn die Spritze bekommt.

Auch nach der üblichen Sprechzeit im Dienst

Impfen lassen oder nicht, das ist für viele Eltern längst keine Frage mehr. Seitdem der Impfstoff zur Verfügung steht, haben in der Kreuztaler Praxis 70 Kinder, ihre Väter oder Mütter davon Gebrauch gemacht. Seit Anfang dieser Woche steht das Telefon nicht mehr still. Dr. Hartmanns Team ist rund um die Uhr im Einsatz - auch noch nach Dienstschluss. Denn Kreuztal ist zu einem Schwerpunkt der Erkrankungen an H1N1 geworden, wie die Formel für die Schweinegrippe heißt. 80 Fälle sind inzwischen bekannt. Ihnen hilft eine Impfung nicht mehr, und der erfahrene Arzt empfiehlt die üblichen Anwendungen gegen hohes Fieber, Erbrechen und Bindehautentzündung. Das sind die typischen Begleiterscheinungen der Influenza A.

Noch vor einigen Tagen, als es mit der Impfung für die Schweinegrippe losging und nur vereinzelte Erkrankungsfälle bekannt waren, warnte der Mediziner davor, kleinen Kindern unter drei Jahren denselben Impfstoff mit den umstrittenenen Verstärkern („Adjuvanzien”) zu geben. Doch nach der Erfahrung nur einer Woche ist Dr. Wolfram Hartmann um einige Erkenntnisse reicher. Denn inzwischen sind schon europaweit über 300 Kinder damit geimpft worden: „Sie haben es gut vertragen.” Und es gibt ohnehin keinen anderen Impfstoff.

Anfang der Woche saßen die Siegerländer Kinderärzte routinemäßig zusammen und erörterten die Lage, die sich seit vorletzten Montag und dem Beginn der flächendeckenden Schutzimpfungen täglich verändert. Da wussten die meisten Mediziner schon: Der Bann ist gebrochen. Nicht zuletzt die Meldungen von massenhaften Erkrankungen und auch einer zunehmenden Zahl von Todesfällen haben die Eltern überzeugt, ihre Kinder impfen zu lassen.

Es sind sind - wie bei dem kleinen Nico - durchaus auch Kinder mit ihren Eltern aus Nachbarstädten, die in die Kreuztaler Praxis kommen. Umgekehrt berichteten Kollegen von Dr. Hartmann, dass zu ihnen - nach Siegen beispielsweise - auch kleine Kreuztaler Patienten gebracht werden.

In der Kreuztaler Praxis wird darauf geachtet, dass Säuglinge nicht im selben Zimmer warten wie Kindergarten- oder Schulkinder, um eventuelle Ansteckungen zu vermeiden. Ärzte und Helferinnen selbst sind rechtzeitig immunisiert worden, sodass auf den in den ersten Tagen der Impfaktion benutzten Mundschutz inzwischen verzichtet wird.

In diesen Wochen sehr gefragt

Dr. Wolfram Hartmann ist nebenbei noch ehrenamtlich in seinem Beruf aktiv - als Präsident des Bundesverbandes der deutschen Kinder- und Jugendärzte (bvkj). Als solcher ist er zurzeit ein viel gefragter Interviewpartner der Medien. Das beweisen allein die 365 000 Seiten, die die Google-Suchmaschine anzeigt, wenn die Begriffe „Hartmann” und „Schweinegrippe” eingegeben werden. Denn zu diesem höchst aktuellen Thema musste und muss sich der Sprecher des Kinderärzteverbandes in diesen Tagen häufig äußern. Doch darüber werden seine kleinen Patienten nicht vernachlässigt. hn

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05.11.2009
17:10
Auch Kinder unter drei Jahren werden nun geimpft
von Hartmut Gerlach | #1

Es gibt Ärzte und Funktionäre, die verharmlosen alles. In Schweden sind bereits fünf Menschen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gestorben, und es gab schwerwiegende allergische Reaktionen, die mit Adrenalin, Kortikosteroiden und Antihistaminika behandelt werden mußten. Und dann kann man lesen, daß der Pandemie-Beauftragte der Bundesregierung einen Beratervertrag hat mit einer von der Pharmaindustrie finanzierten Vereinigung, der European Scientific Working Group on Influenza. Nach der Selbstdarstellung sind die natürlich völlig unabhängig. Und was machen die so? Im Statut steht, der Verband kläre Politiker und Gesundheitsbehörden über die Vorteile und die Sicherheit von Influenza-Impfstoffen und antiviralen Medikamenten auf. Man befördere eine Politik für die antivirale Bevorratung und biete dazu wissenschaftliche Argumente. Mit anderen Worten: der Grippe-Vertriebsarm der Pharmaindustrie. Ich werde meine Kinder ganz sicher nicht impfen lassen.

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