Anklage wegen Totschlags nach Bluttat in Olpe
09.02.2010 | 09:17 Uhr 2010-02-09T09:17:00+0100Olpe. Die Siegener Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Totschlags gegen den 21-Jährigen erhoben, der am 11. Dezember vergangenen Jahres einen 20-Jährigen in der Olper Innenstadt erstochen haben soll.
Es wird Anklage wegen Totschlags erhoben. Das bestätigte Staatsanwalt Günter Scholz am Montag auf Anfrage der Westfalenpost. Mordmerkmale habe Scholz nicht feststellen können.
Zu der Bluttat war es im Anschluss an ein Hip-Hop-Konzert in der Olper OT gekommen. Nach mehreren Schlägereien eskalierte die Situation gegen 23 Uhr, als es in einer dunklen Einfahrt in unmittelbarer Nähe der Gaststätte „Kinkay" zu den tödlichen Stichen kam.
Viele Zeugen vernommen
Die Hagener Mordkommission hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Zeugen vernommen. „Viele standen bei der Tat auf der Straße", so Staatsanwalt Scholz. Der in Lennestadt lebende Beschuldigte, der ebenso wie das Opfer türkischer Herkunft ist, hat bislang noch keine Aussage gemacht. Der 21-Jährige, der nicht vorbestraft ist, sitzt in der JVA Siegen in Untersuchungshaft.
Bei der Suche nach dem Motiv geht Scholz davon aus, dass es sich um eine Auseinandersetzung handelt, wie sie unter Jugendlichen vorkommt und die leider tödlich endete. „Es gab ganz viele Schlägereien, und auch die beiden hatten sich in der Wolle", so Scholz. Zwar sei zuvor der Bruder des Beschuldigten geschlagen worden, doch habe die Person, die dann erstochen wurde, damit nichts zu tun gehabt.
Zwei Stiche mit einem Messer
Staatsanwalt Scholz geht von zwei Stichen mit einem Messer aus. Für den blutüberströmten 20-Jährigen, der in Oberveischede lebte, kam jede Hilfe zu spät. Im Olper Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen.
Die Betroffenheit in der Bevölkerung war groß. Freunde und Verwandte hatten sich am Abend am Tatort versammelt. Zehn Tage später gab es einen Mahnmarsch durch die Kreisstadt.

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