Anklage lautet auf zweifachen Totschlag
14.08.2008 | 19:46 Uhr 2008-08-14T19:46:17+0200Möllmicke/Siegen. (-alex-) Staatanwalt Günter Scholz macht Druck, geht in die Offensive: Ungeachtet des anhaltenden Schweigens der wegen mehrfachen Totschlags in U-Haft sitzenden Monika H. ...
... aus Möllmicke wird er schon bald Anklage erheben: "Nächste Woche", so der Siegener Staatsanwalt gestern zur WR. Der 44-Jährigen wird vorgeworfen, drei Neugeborene nach der Geburt getötet und in der Tiefkühltruhe ihres Hauses versteckt zu haben. "Ich werde Anklage wegen zweifachen Totschlags erheben", erklärte Günter Scholz. Ein Mord-Vorwurf kommt für ihn nicht in Betracht. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür lägen nicht vor.
Auch für Totschlag in drei Fällen reicht die Beweislage nicht aus. Dem Gutachten des eingeschaltenen Kopenhagener Labors zufolge wurde das erste Kind 1986/87 ertränkt. Damit ist diese Tat verjährt. Das zweite Baby wurde 1987/88 erstickt und das dritte Neugeborene zwischen 2003 und 2007 getötet, wobei die Todesursache im letzten Fall nicht genau feststeht.
Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift erst nach der psychiatrischen Untersuchung der Möllmickerin durch den Psychiater und Neurologen Dr. Dieter Seifert von der Uni Duisburg-Essen formulieren wollen. Doch, so Scholz: "Die Angeklagte hat sich geweigert, sich explorieren zu lassen." Die Expertise könne ja noch in die Hauptverhandlung eingebracht werden.
Monika H. befindet sich zurzeit in der Justizvollzugsansalt Gelsenkirchen. Der Antrag der Verteidigung auf Überführung in eine psychiatrische Einrichtung wird demnächst am Landgericht in Siegen entschieden.

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