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Angst vor Terror und Einbrechern: Nachfrage nach Schutzwaffen steigt

18.01.2016 | 05:39 Uhr

Essen. Die einen ängstigt die steigenden Einbruchzahlen, die anderen beschleicht seit den Pariser Terroranschlägen ein mulmiges Gefühl. Deutlich zu spüren bekommt das wachsende Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung die Waffenbranche – auch in Essen: Die Absatzzahlen nehmen zu.

„Die Nachfrage nach legalen freien Selbstverteidigungsmitteln steigt“, bestätigt Christoph Küttner, Mitinhaber des Essener Geschäftes „Waffen Isenberg“ in der Steeler Straße 43, dem einzigen Fachgeschäft am Ort, das auch scharfe Waffen im Sortiment führt. Legale freie Selbstverteidigungsmittel – das sind hauptsächlich Schreckschusspistolen und Abwehrsprays.

Bundesweit registriert die im Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler organisierte Branche in dieser Sparte seit Mitte November einen Absatzboom. „Seit den Anschlägen von Paris erleben unsere Fachhändler einen massiven Andrang, der Verkauf von Pfefferspray, Reizgas und Schreckschusspistolen hat sich im Vergleich zu 2014 verdoppelt“, sagt Verbands-Geschäftsführer Ingo Meinhard dieser Zeitung. Auch Küttner verkauft doppelt so viel Abwehrsprays.

Wer in seinem Geschäft eine Schreckschusspistole erwerben möchte, müsse einen Personalausweis vorlegen und seine Volljährigkeit nachweisen. Jeder Kunde und die Waffennummer würden akribisch erfasst. Zu den gängigen Schreckschusspistolen zählt etwa die „Walther PPQ M2“ für 159,90 Euro. „Legal frei“ bedeutet aber keinesfalls, dass man mit dieser Pistole aus dem Laden spazieren und mit ihr in aller Öffentlichkeit hantieren darf. „Auch Schreckschusspistolen fallen nach dem Waffengesetz unter das so genannte Führverbot“, betont Küttner. Soll heißen: Der Transport muss in verschlossenen Behältnissen und getrennt von der Munition erfolgen. Selbst wer den „Kleinen Waffenschein“ besitzt, darf solch eine Pistole in der Öffentlichkeit nur verdeckt am Mann tragen. Hält sich der Waffenbesitzer nicht daran, macht er sich strafbar.

Gern weist die Branche darauf hin, wie effizient Schreckschusspistolen daheim vor Einbrechern schützen können. Küttner: „Allein das Geräusch vom Durchladen der Waffe wirkt oft abschreckend.“

Auch wenn es widersprüchlich erscheint: Seine Freude über das gestiegene Kundeninteresse hält sich in Grenzen. „Ich bin alles andere als froh darüber, dass von einer angeblichen Aufrüstung die Rede ist, denn sie schürt die Angst nur noch weiter“, sagt er und fügt hinzu: „Deutschland ist statistisch immer noch eines der sichersten Länder der Welt.“ Bemerkenswert: In der Sparte „Scharfe Waffen“, Küttners Kerngeschäft, sei der Verkauf konstant.

In den Tagen vor Silvester ist es nicht immer ein quälendes Gefühl der Unsicherheit, das die Menschen in die Steeler Straße treibt. Weil Schreckschusspistolen auch fürs Feuerwerk eingesetzt werden können, seien die Verkaufszahlen im November und Dezember traditionell sehr hoch.

Das Polizeipräsidium Essen rät vom Kauf solcher Abwehrmittel grundsätzlich zwar nicht ab, aber eine Sprecherin warnt vor der „trügerischen Sicherheit, die von solchen Waffen ausgehen kann“. Nur die wenigsten Käufer wüssten, wie Pfeffersprays und Schreckschusspistolen korrekt und vorschriftsmäßig zu handhaben seien.

Gerd Niewerth

Kommentare
31.12.2015
16:05
Angst vor Terror und Einbrechern: Nachfrage nach Schutzwaffen steigt
von Donkarlos | #49

Ich werde jetzt auch aufrüsten, weil man in der Weihnachtswoche in Holsterhausen in 2 Straßen versucht hat jede zweite Einbruch hemmende Tür...
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2 Antworten
Angst vor Terror und Einbrechern: Nachfrage nach Schutzwaffen steigt
von hassenichgesehen | #49-1

Warum ist es ihnen so wichtig Täter in Gruppen zu fassen?

Angst vor Terror und Einbrechern: Nachfrage nach Schutzwaffen steigt
von Dortmund4Life | #49-2

Vermutlich muss er seine Waffen dem genauen Zweck anpassen. Deutsche werden mit der Walther PKK erlegt, für Ausländer darf es auch der Baseballschläger sein.

Mein Tipp: ein Einbruchsversuch ist kein Einbruch, scheinbar haben die Türen also was gebracht. Vielleicht holen Sie sich auch einfach so eine.

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Angst vor Terror und Einbrechern: Nachfrage nach Schutzwaffen steigt
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http://www.derwesten.de/incoming/angst-vor-terror-und-einbrechern-nachfrage-nach-schutzwaffen-steigt-aimp-id11416534.html
2016-01-18 05:39
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