Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Documenta

Alles andere als konzeptlos

08.06.2012 | 20:19 Uhr

Sie nennen sie die „Lady Gaga der Documenta“ oder auch den „Mini-Mubarak von Kassel“. Keine Frage, die 54-jährige Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev (CCB), die in den nächsten 100 Tagen die bedeutendste Kunst-Schau der Welt leitet, hat ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Umwelt. Vielleicht aber ist es auch einfach nur umgekehrt: Dass der Rest der Welt sie nicht versteht, sie nicht mag, vielleicht auch sie fürchtet.

Für Irritationen hat CCB im Vorfeld des Ausstellungsmarathons schon reichlich gesorgt. Sätze wie „Ich habe kein Konzept“ gehören ebenso dazu wie die ernst gemeinte Frage: „Warum sollten nicht auch Tiere wählen?“ Ob diese verquasten Verschreckungen am Ende nicht doch das eigentliche Konzept dieser 13. Documenta sein werden, müssen wir abwarten. Schon immer hat das Kasseler Kunst-Spektakel von der Provokation, vom Skandal, vom Absurden gelebt. Und ohne das zerstörende Unwetter bei der 12. Documenta vor fünf Jahren wäre Ai Weiweis Türen-Türen niemals so berühmt geworden - und der Künstler selbst vielleicht auch nicht.

Hunde, Schmetterlinge, Esel und anderes Getier bereichern neben einer auffallenden Pflanzenvielfalt dieses Mal das Documenta-Panorama. Der böse Mensch hier, die gute Natur dort - so sieht es CCB sehr pragmatisch, sehr konzeptionell. Sie selbst stellt sich ganz auf die Menschenseite. Demonstrativ und exemplarisch.

Documenta 13 in Kassel

 

Andreas Thiemann

Facebook
Kommentare
Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Umfrage
US-Präsident Barack Obama ist auf Staatsvisite in Berlin. Die Erwartungen sind groß. Ist er noch der Hoffnungssträger, als der er mal gestartet war?

US-Präsident Barack Obama ist auf Staatsvisite in Berlin. Die Erwartungen sind groß. Ist er noch der Hoffnungssträger, als der er mal gestartet war?

 
Fotos und Videos
Familie Obama in Berlin
Bildgalerie
Staatsbesuch
Zugreise durch Birma
Bildgalerie
Fotostrecke
Luxusschiff "Royal Princess"
Bildgalerie
Kreuzfahrt
Rovos Rail
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Riesen-WG-Gründer Moskob macht gegen Rundfunkgebühren mobil
Rundfunkbeitrag
Klaus Moskob, umstrittener Gründer der angeblich größten WG Deutschlands, geht mit Tricksereien gegen den Rundfunkbeitrag – ehemals: die GEZ-Gebühr – vor. Im Netz verbreitet er juristisch fragwürdige Auswege aus der Beitragspflicht durch die Errichtung von Schein-WGs. Die Verbraucherzentrale warnt.
Millionen-Betrüger fliegt bei Passkontrolle am Flughafen auf
Betrug
Über 36.000 Betrugsfälle werden ihm zur Last gelegt: Einen Millionen-Betrüger hat die Polizei am Dienstag am Düsseldorfer Flughafen festgenommen. Am Telefon soll der 43-Jährige seinen Opfern Beteiligungen an Lotto-Gemeinschaften verkauft, und sie um insgesamt mehrere Millionen Euro geprellt haben.