Alarmierend
03.02.2012 | 16:59 Uhr 2012-02-03T16:59:00+0100Stell dir vor es ist Wahl und keiner ist da, der gewählt werden will. So ähnlich wird es am Sonntag bei einem Großteil der Presbyterwahlen in den evangelischen Gemeinden im Rheinland und in Westfalen aussehen. Es gibt meist gerademal soviel Kandidaten wie freie Plätze. Das muss für die Kirche alarmierend sein. Denn Presbyterwahlen sind kein folkloristisches Beiwerk, es handelt sich um d a s Kernstück der Landeskirchen.
Die Wahlen stehen für eine fundamental neue Ordnung, die sich die „reformierte“ Kirche vor 400 Jahren gab: Seither wird sie nicht mehr vom Pfarrer oder Bischof geleitet, sondern von einem gewählten Presbyterium und von Synoden. Hier bestimmen tatsächlich Laien den Kurs, entscheiden über die Finanzierung von Kirchengebäuden oder die Einstellung ihres Pfarrers.
Doch was sich 400 Jahre bewährte, ist heute bedroht. Immer weniger Menschen wollen sich vier Jahre lang neben Beruf und Familie eine so hochkarätige Aufgabe aufbürden. Das sollte die Kirche nicht Schicksal ergeben hinnehmen. Sie muss noch mehr Werbung machen, noch mehr Fortbildungen, noch mehr Hilfen geben. Es steht nicht weniger als ihr ureigenes Markenzeichen auf dem Spiel.

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