Aktionismus gegen die Raucher

Dieser Warnaufdruck soll bald nicht mehr ausreichend sein.
Dieser Warnaufdruck soll bald nicht mehr ausreichend sein.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Brüssel plant noch größere Warnhinweise und Horror-Fotos auf den Packungen, ein Verbot von Zusatzstoffen, vielleicht ein generelles Werbeverbot. Ob solche Maßnahmen den Tabakkonsum senken, darf aber bezweifelt werden. - Ein Kommentar.

Rauchen ist Genuss. Es hilft beim Stressabbau, ist Zeitvertreib und gut für die Nerven. Das sagen Raucher. Rauchen ist ein Ärgernis. Es macht krank, belästigt die Mitmenschen und stinkt. Das sagen Nichtraucher.

Rauchen tötet im Jahr allein in Europa mehr als 650 000 Raucher, zehntausende in Mitleidenschaft gezogene Passivraucher nicht eingeschlossen. Das sagt die EU – und wird aktiv. Brüssel plant noch größere Warnhinweise und Horror-Fotos auf den Packungen, ein Verbot von Zusatzstoffen, vielleicht ein generelles Werbeverbot. Ob solche Maßnahmen den Tabakkonsum senken, darf aber bezweifelt werden. Dass Rauchen ein hohes Gesundheitsrisiko birgt, weiß schon heute jeder Raucher – und pafft trotzdem.

Wer rauchen will, soll dies tun – so lange er keinen Nichtraucher mit seinem Qualm behelligt oder gefährdet. Ein rigoroser Nichtraucherschutz in der Öffentlichkeit, wie von der Landesregierung geplant, bringt deshalb mehr als hochtrabende Pläne aus Brüssel, die schwer nach Aktionismus klingen.