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Aktionismus gegen die Raucher

10.09.2012 | 18:30 Uhr
Aktionismus gegen die Raucher
Dieser Warnaufdruck soll bald nicht mehr ausreichend sein.Foto: Andreas Mangen/WAZ FotoPoll

Brüssel plant noch größere Warnhinweise und Horror-Fotos auf den Packungen, ein Verbot von Zusatzstoffen, vielleicht ein generelles Werbeverbot. Ob solche Maßnahmen den Tabakkonsum senken, darf aber bezweifelt werden. - Ein Kommentar.

Rauchen ist Genuss. Es hilft beim Stressabbau, ist Zeitvertreib und gut für die Nerven. Das sagen Raucher. Rauchen ist ein Ärgernis. Es macht krank, belästigt die Mitmenschen und stinkt. Das sagen Nichtraucher.

Rauchen tötet im Jahr allein in Europa mehr als 650 000 Raucher, zehntausende in Mitleidenschaft gezogene Passivraucher nicht eingeschlossen. Das sagt die EU – und wird aktiv. Brüssel plant noch größere Warnhinweise und Horror-Fotos auf den Packungen, ein Verbot von Zusatzstoffen, vielleicht ein generelles Werbeverbot. Ob solche Maßnahmen den Tabakkonsum senken, darf aber bezweifelt werden. Dass Rauchen ein hohes Gesundheitsrisiko birgt, weiß schon heute jeder Raucher – und pafft trotzdem.

Wer rauchen will, soll dies tun – so lange er keinen Nichtraucher mit seinem Qualm behelligt oder gefährdet. Ein rigoroser Nichtraucherschutz in der Öffentlichkeit, wie von der Landesregierung geplant, bringt deshalb mehr als hochtrabende Pläne aus Brüssel, die schwer nach Aktionismus klingen.

Walter Bau



Kommentare
12.09.2012
10:28
Aktionismus gegen die Raucher
von wissenhilft | #4

Mal wieder der übliche inkonsequente Schwachsinn: Rauchen kann tödlich sein, das wissen wir alle. Aber Tabaksteuern bringen eine Menge ein und die Zigarettenlobby ist durchaus schlagkräftig. Also tut man so, als wolle man Nichtraucher schützen, schützt aber vor allem die Zigarettenindustrie.
Besser wären doch andere Maßnahmen: Komplettes Werbeverbot, Verkauf von Tabakwaren nur noch in Tabakgeschäften, Abbau sämtlicher Automaten, Verbesserung der Präventionsmaßnahmen, direkte Besteuerung der Hersteller, nicht der Süchtigen...
Es macht keinen Sinn, hauptsächlich die Abhängigen von heute zu drangsalieren, die von morgen zu verhindern aber schon, dazu braucht es aber eben mehr als größere Aufdrucke auf Zigarettenschachteln....

11.09.2012
11:45
Aktionismus gegen die Raucher
von Juelicher | #3

Langjährige Raucher sterben - je nach Studie - einige Jahre früher. Statt rund mit 80 sterben starke Raucher realtistischerweise eher mit 70 oder 75! Bei diesem früheren Ableben kann man nicht von Tötung sprechen. Zumal der Zusammenhang mit dem Rauchen nie eindeutig nachweisbar ist. Das Entstehen einer Krankheit (Tod in der letzten Konsequenz) ist ein multi-faktorielles Ereignis. Viele andere Faktoren spielen hier also eine Rolle. Viele Raucher leben auch ansonsten nicht sehr gesundheitsfördernd, stammen überproportional aus niedrigeren sozialen Schichten mit hohen psychosozialen Stressfaktoren, trinken relativ viel Alkohol, ernähren sich schlecht, essen viel Fleisch u. Fett etc. Da haben es alle großen Studien schwer, den wirklichen Anteil des Rauchens am Gesundheitsgeschehen herauszufiltern und somit den realen Schaden nachzuweisen. Die Zahlen, die hier oft kursieren, sollen wohl mehr beeindrucken bzw. Druck auf Raucher auslösen als dass sie fundiert wären.

10.09.2012
22:15
Aktionismus gegen die Raucher
von Eduard79 | #2

Auch als überzeugter Nichtraucher, der sich von Raucher extrem belästigt fühlt muss ich sagen: Richtiger Kommentar. Maßnahmen sollten FÜR Nichtraucher sein, und nicht ausschließlich GEGEN Raucher.

Was ein Werbeverbot angeht: Ich glaube kaum, dass heutzutage noch ein Raucher raucht, weil er aufgrund der Werbung der Tabakindustrie verführt wurde.

10.09.2012
21:43
Aktionismus gegen die Raucher
von tagesschau | #1

Da hat man sich in was hineingesteigert! Was kommt als Nächstes?
Schließlich muss doch die teure Brüsseler Euro-Bürokratie was zu tun haben.

Die eigentlichen Probleme aber können nach wie vor nicht gelöst werden.
So ist das...

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