Ärzteschaft ändert Position bei Organspende

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Die Ärzteschaft hat ihre Bestrebungen aufgegeben, alle Bürger zu einer Erklärung über eine Organspende verpflichten zu wollen. "Wir haben es zu akzeptieren, dass ein Mensch keine Entscheidung treffen möchte", sagte Ärztepräsident Montgomery.

Berlin.. Die deutsche Ärzteschaft hat ihr Ziel aufgegeben, die Zahl der Organspender in Deutschland durch eine Erklärungspflicht für alle Bürger zu erhöhen. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sagte der "Berliner Zeitung", es habe sich gezeigt, dass der im Juni vom Ärztetag gefasste Beschluss, jeden Bürger zu einer klaren Aussage für oder gegen die Organspende zu verpflichten, nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Das hätten Verfassungsjuristen festgestellt.

"Wir haben es zu akzeptieren, dass ein Mensch keine Entscheidung über die Organspende treffen möchte", sagte Montgomery. Deshalb unterstütze die Ärzteschaft nun die Initiative der Fraktionschefs von Union und SPD im Bundestag, Volker Kauder und Frank-Walter Steinmeier, für die sogenannte Entscheidungslösung.

Kauder und Steinmeier streben an, dass jeder Bürger mindestens einmal im Leben mit dem Thema Organspende konfrontiert wird, beispielsweise bei der Ausgabe des Führerscheins. Vor allem Kauder will aber niemanden zu einer Entscheidung zwingen. Das lehnt auch die FDP ab. (dapd)