Ärzte erkennen Depressionen nicht
07.10.2010 | 10:52 Uhr 2010-10-07T10:52:00+0200Essen.Burn-Out und Depressionen - die Zahl der seelischen Leiden steigt. Doch das deutsche Gesundheitssystem hat bisher noch nicht darauf reagiert. Folge: Psychische Erkrankungen werden nicht erkannt oder falsch behandelt.
Sieben von zehn Deutschen wenden sich bei Gesundheitsfragen als erstes an ihren Hausarzt. Das hat das IFAK-Institut für Meinungs- und Sozialforschung in einer repräsentativen Studie ermittelt. Wer unter seelischen Erkrankungen leidet, findet jedoch beim Allgemeinmediziner selten Hilfe. Denn er erkennt psychologische Störungen oft nicht. Die Folge: Erkrankungen werden zu spät oder sogar falsch behandelt. Deshalb empfehlen Experten eine Änderung in der Gesundheitsversorgung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Psychotherapeuten.
Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt
„Der Hausarzt ist ein Lotse im Gesundheitswesen“, sagt Andrea Kleinbreuer von der Techniker Krankenkasse. „Denn er ist die erste Anlaufstelle für Patienten.“ Allgemeinmediziner stellen die Diagnose und überweisen, wenn nötig, zum Facharzt. „Doch psychische Leiden sind oft schwieriger zu erkennen als ein verstauchter Fuß“, so Kleinbreuer. Das macht auch die Statistik deutlich. Umfragen des Bertelsmann-Gesundheitsmonitors zeigen: Nur jeder zweite, der unter einer psychischen Erkrankungen leidet und sich damit an den Hausarzt wendet, erhält die richtige Diagnose.
Tabletten ohne begleitende Therapie
Glücklich kann sich der schätzen, der die richtige Diagnose erhält? Leider ein Irrtum, denn selbst wenn der Arzt eine Depression erkannt hat, folgt nicht immer eine optimale Behandlung. „Viele Hausärzte überweisen ihre Patienten trotz Diagnose nicht an Psychotherapeuten“, sagt Dieter Best, Psychologischer Psychotherapeut und Bundesvorsitzender der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung. Meist verschreiben Allgemeinmediziner zwar Antidepressiva, eine psychotherapeutische Behandlung bekommt der Patient jedoch nicht. Generell dürfen Hausärzte natürlich Medikamente verschreiben – auch Psychopharmaka. „Aber dazu sollte in vielen Fällen auch immer eine begleitende Psychotherapie vom Experten gehören“, sagt Best.
Psychopharmaka werden oft falsch verschrieben
Ähnlich problematisch sieht das auch die Techniker Krankenkasse: „Vorsicht ist geboten, wenn der Hausarzt über einen langen Zeitraum starke Psychopharmaka verschreibt“, sagt Kleinbreuer. „Ein Facharzt kann dann helfen.“ Schlägt der Hausarzt selbst keine Überweisung vor, sollten die Patienten diese fordern.
Ein weiteres Problem: „Wir beobachten außerdem, dass Hausärzte Antidepressiva verschreiben, obwohl keine entsprechende Diagnose vorliegt“, sagt der Psychotherapeut Best. Keinesfalls selten, denn dem Experten zufolge sind 15 bis 25 Prozent der Diagnosen schlichtweg falsch. Dabei sind Antidepressiva nicht unschädlich: Viele Menschen nehmen durch diese Medikamente deutlich zu. Außerdem fördern sie nicht die Bereitschaft, an den eigentlich zugrunde liegenden Problemen zu arbeiten - eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.
Viele Hausärzte haben keine psychische Ausbildung
Die Psychosomatik ist erst seit 1995 Bestandteil der Weiterbildung für Allgemeinmediziner. Der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zufolge sind jedoch etwa 20 Prozent der Hausärzte älter als 60 Jahre. Wenn sie in den letzten Jahren keine Weiterbildung gemacht haben, fehlt ihnen das nötige Hintergrundwissen, um eine psychische Erkrankung zu erkennen.
„Außerdem haben Hausärzte oft zu wenig Zeit für ein umfassendes Gespräch, was die Diagnose erschwert“, sagt der Psychotherapeut Dieter Best. „Untersuchungen haben ergeben: Allgemeinmediziner, die mehr Zeit für ihre Patienten haben, erkennen psychische Erkrankungen eher als die, die weniger Zeit haben.“
Bessere Zusammenarbeit von Hausärzten und Psychologen
Doch wie kann die Situation verbessert werden? „Wichtig ist, die Hausärzte zu unterstützen“, sagt Best. „Die Ärzte sind gut ausgebildet – es fehlt aber an Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und Psychotherapeut, wenn es um psychische Krankheiten geht.“
Helfen können Fortbildungen, die sich speziell an Hausärzte richten. Diese sollten für Beschwerden psychischer Krankheiten sensibilisieren sowie für Situationen, die bei vielen Menschen seelische Erkrankungen auslösen können wie Arbeitslosigkeit oder der Verlust einer wichtigen Person. Außerdem können häufige Arztwechsel und Beschwerden, die keine körperliche Ursache haben ein Warnhinweis sein.
Speziell zur Früherkennung von psychischen Störungen hat die deutsche Psychotherapeuten Vereinigung ein Konzept entwickelt, welches vor allem auf eine starke Zusammenarbeit von Psychotherapeuten und Hausärzten setzt. Dabei soll der Hausarzt bei Verdacht auf ein seelisches Leiden frühzeitig an den Experten überweisen. Dieser schägt dann dem Hausarzt und Patienten die geeignete Therapie vor. Das entlastet einerseits den Allgemeinmediziner, andererseits erhält der Patient die richtige Behandlung.
11:53
Müdigkeit und Abgeschlagenheit und alle Syptome der Depressionen sind Zustände, die besagen, dass irgendwas nicht in Ordnung ist. Was aber sind die wirklichen Auslöser? Die typischen Symptome können auch auf eine Unterfunktion des Gehirns und des Körpers hindeuten. Bei vielen Menschen wurde beobachtet, dass wenn man die Körperleistung und Funktion wieder auf Normal regulieren kann, auch die Depression zurückgehen oder sogar ganz verschwinden können. Gerade im Nackenbereich sind bei sehr viele Menschen viele wichtigen Funktionenleitungen durch Verschiebungen oder Gewichtsverlagerungen eingeschränkt und können deshalb nicht frei fliessen. Wieso konnten bei einer Wirbel und Nackenlösung so viele Klienten berichten, dass ihre Depressionen besser oder ganz verschwunden sind? Das Gehirn und der ganze Organismus erhält mehr Impulse und dadurch wird der Körper mehr belebt und besser versorgt. Es stellt sich eine Ganzkörperverbesserung ein und dies wirkt sich positiv aus zur Depression.
15:37
Korrektur: Auf längere Sicht kann eine neue Depression nur durch eine Denk- und Verhaltensveränderung verhindert werden.
15:33
Ich leide ja selbst unter Depressionen. Die Diagnose habe ich mir praktisch irgendwann selbst gestellt. Selbst wenn man bei einem Psychiater landet und Antidepressiva bekommt, ist es immer noch nicht das Ende des Leidens. Viele Psychiater haben zu Psychologen gar kein Kontakt und können denjenigen auch nicht weiterlotsen. Wie aber jeder weiss, ist ein Medikament nur eine Symptombehandlung. Auf längere Sicht kann eine neue Depression nur durch eine Denk- und Verhaltensveränderung stattfinden. Wenn der Konflikt nicht gelöst wird, dem helfen auf Dauer auch keine Medikamente.
19:36
Ich habe meine Schwierigkeiten mit vielen psychischen Erkrankungen und gehöre auch eher zu der Gruppe, die auf ein Stell dich nicht so an verweisen würden. Dies hängt damit zusammen, dass ich den Eindruck habe, dass viele, wenn sie auf die Rente zugehen (ca. 50 Jahre) die psychischen Erkrankungen entdecken. Mit der inflationären Ansiedlung von Lebensberatern kann ich mich auch nicht anfreunden. Ich habe eher den Eindruck, dass viele, die früher einfach in ihrer Umgebung gelebt hätten, heute den Eindruck haben, dass sie ohne Beratung nicht leben können. Dies beginnt mit Kindern, die ohne angeblich ohne Ergo nicht aufwachsen können.
Ich glaube auch, dass ein paar Stunden mit Bewegung in der Natur vielen helfen würden, aber mit diesen Methoden kann natürlich die Berufsgruppe kein Geld verdienen. Früher hatten die Menschen wahrscheinlich auch nicht so viel Zeit, ständig über den Sinn von allen Dingen nachzudenken.
10:53
Manche Hausärzte WOLLEN mit psychischen Erkrankungen gar nichts zu tun haben.
Und bis man einen Termin bei einem Facharzt bekommt können Wochen des Leidens vergehen.
00:55
Erkennt ein Alkoholiker eigendlich seinesgleichen?
Und wie viele Ärzte sind selber depressiv.
18:30
Ich arbeite, habe Familie und Freunde und keine Zeit für Depressionen.
Vielen Menschen wäre mit einem Job der Spaß macht und von dem sie auch Leben können schon sehr geholfen!
16:42
Und ja, ich weiß, bei schweren Depressionen helfen nur noch Medikas und stationäre Behandlung. Da hilft dann das positiv Denken Sport usw. auch nicht mehr viel. Siehe Enke.
16:39
Ach da gibt es noch ganz andere Gruppen die nicht erkennen, dass ein depressiver Mensch vor ihnen sitzt. Lehrer, Ausbilder, Chefs, Arbeitsamtmitarbeiter, Eltern, Freundeskreis ...
PS: Sport oder Bewegung an der frischen Luft tut immer gut.
Mir hat der Tipp aus Hirschhausens Glück kommt selten allein
Wann habe ich zuletzt etwas gegessen?
Wann habe ich mich zuletzt unter freiem Himmel aufgehalten und am besten noch körperlich bewegt?
Wann habe ich das letzte mal geschlafen? Mit wem und warum?
:)
15:06
Habe leider die Erfahrung gemacht, das mein Hausarzt sich für omnikompetent hält und so gut wie nie überweist.
Seine Geräte müssen ja ausgelastet werden.
Daher bin ich lieber mein eigener Arzt und spare mir die Bazillen aus dem Wartezimmer, die vertane Wartezeit und die Praxisgebühr samt Rezeptgebühr und Zuzahlung.
Mein Kräutergarten hilft mir schneller und besser.
Ohne Ansteckungsgefahr.
Mein (ehemaliger) HA diagnostizierte vor Jahren bei mir Rheuma. Ich fragte, was ich dagegen tun könnte.
Seine Antwort - Nix, da muss man mit leben.
Er stellte ein Rezept mit Ibuprofen aus (vertrag ich nicht, hab ich ihm mehrfach gesagt).
Ich stellte meine Ernährung um und mir gings wieder gut.
Hausärzte sind für mich keine Lotsen im Gesundheitssystem.