Adlern fehlt der Vollstrecker
27.12.2009 | 11:45 Uhr 2009-12-27T11:45:00+0100
Moers. Bundesligist Moerser SC vergibt bei der 1:3-Pleite beim TV Bühl in den ersten drei Durchgängen drei Satzbälle.
Was für ein Hexenkessel: Der Volleyball-Bundesligist Moerser SC musste gestern beim TV Bühl antreten – in einer Halle, die noch kleiner ist, als die des Moerser Adolfinums. Trotzdem tummelten sich mehr als 1000 unermüdliche Fans in Bühl. Und die Adler verkauften sich bei der 1:3-Pleite (25:23, 25:27, 26:28, 14:25) richtig teuer. Zumindest drei Sätze lang.
Nachdem sich Moers im ersten Durchgang einen 19:15-Vorsprung herausgespielt hatte, kamen die Gastgeber wieder ran. Doch am Ende machten die Adler mit 25:23 den Sack zu. Im zweiten Satz mussten die Gäste eine Aufholjagd starten. Das machten sie gut – bis Zuspieler Robin Gietzelt in der entscheidenden Phase zweimal auf Szabolcs Nemeth in unmöglicher Situation entschied. Der konnte die Bälle nicht verwerten. Bühl glich nach Sätzen aus.
Erneut macht die Annahme Probleme
Erneut war es die Annahme, mit der sich Moers selbst das Leben schwer machte. Im zweiten Durchgang verpasste Tim Broshog – neben Henning Wegter im Mittelblock – gleich zwei gute Chancen für einen direkten Punktgewinn. Doch er agierte zu vorsichtig, Zählbares gab es deshalb für die Hausherren.
Hart umkämpft war dann der dritte Satz, wobei sich das Gefühl einstellte, dass derjenige, der den Durchgang für sich entscheiden würde, auch das Spiel gewinnt. Und so war es auch. Der dritte Satz brachte die Vorentscheidung – mit einem 28:26 für Bühl.
Den vierten Satz schenkte der MSC beinahe ab. Den Zwischenstand von 5:0 erledigten die Gäste selbst – mit fünf eigenen Fehlern. Bühl brauchte in dieser Phase nicht für die eigenen Punkte zu sorgen. Die Adler ließen jetzt die Flügel hängen. Über 20:10 holten sich die Gastgeber mit 25:14 den Satz und damit das gesamte Spiel.
Traurig dabei, dass der MSC in den ersten drei Durchgängen immer Satzball hatte. Doch kein Adler konnte den Vorteil nutzen. Kein Akteur konnte seine Leistung in den jeweiligen Schlussphasen abrufen. Den Adlern fehlt der Vollstrecker. Der verletzte Victor Bird fehlte dem MSC sehr. Allerdings hätte er mit Sicherheit auch nicht die insgesamt 50 Eigenfehler der Adler verhindern können.
Die einzigen Lichtblicke gestern: Tim Broshog und Robin Gietzelt harmonierten gut – bis zu den Schlussphasen; Gabor Nacsa spielte gut im Angriff – außer in den Schlussphasen.
TRAINERSTIMMEN:
Chang Cheng Liu (MSC): „Wir haben keinen Spieler, der die wichtigen Punkte macht. Wir haben keinen Spieler, der dazu die Nerven hat. Das hat uns heute den Sieg gekostet. Ich hatte keine Alternativen bei den Spielerwechseln, weil Victor Bird verletzt war.”
Mathias Eichinger (TVB): „Das Spiel hätte auch total anders laufen können. Ich war überrascht, dass der MSC anders gespielt hat als sonst und mit Gietzelt begonnen hat. Heriberto Quero war heute wieder unser wichtigster Mann.”

22:49
Die jungen Spieler von heute sind halt nicht mit einem jungen Liefke,Bergmann,Hübner oder Bakumovski zu vergleichen die ähnlich Ihre Karrieren in Moers begonnen haben.Da hat der Spielerscout- (oder wars der Präsident selbst?)- ins Klo gegriffen.Allerdings standen Ihnen damals auch erstklassige und kampferprobte Spieler zur Seite( Grozer sen.,Winkler,Franke ,Culic,Blange,Grabert.......) Wenn man nicht diesen ganzen Humbuk von wegen das Team ist besser als im letzten Jahr Playoffs usw.noch im Ohr hätte wärs vielleicht noch zu ertragen.Alles weichgespült! Die Zerfallserscheinungen sind kaum zu übersehen! Ein verletzter Spieler nach dem anderen- viel trainieren heißt halt nicht viele Punkte holen!
19:03
Den Adlern fehlt nicht nur der Vollstrecker, sondern die komplette Bundesliga-Tauglichkeit. Das Problem ist hausgemacht: Die Vereinsspitze schickte die guten Jungs wie Rademaker, Maan, Verschuren, Rosic & Co. in die Wüste. Dazu einen Trainer Grozer, der vielleicht nicht immer pflegeleicht, aber absolut erfolgsorientiert war. Liu und die jungen Leute des aktuellen Teams sind einfach überfordert. Sie zur Disposition zu stellen wäre unfair. Die Vereinsspitze zum Teufel zu jagen bringt auch nix. So bleibt nur der Weg ins Niemandsland des Volleyball-Sports. Schade!