Adler sollten etwas ausbrüten
30.01.2010 | 15:24 Uhr 2010-01-30T15:24:00+0100
Moers. Bundesligisten Moerser SC muss gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen gewinnen – vielleicht mit Bird
Es wäre ein Einfaches zu sagen: „Schlimmer geht nimmer”. Immerhin haben die Bundesliga-Volleyballer vom Moerser SC nun bereits neun Meisterschaftsspiele in Folge verloren. Folglich stehen sie auf dem letzten Platz und erwarten am Samstag, 19.30 Uhr, in der Halle Adolfinum den Tabellensechsten, die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen.
Das, was die Moerser Adler gerade durchmachen, wollen die Gäste auf jeden Fall vermeiden. Allerdings kommen sie nach gutem Saisonstart mit einer Mini-Krise von vier verlorenen Partien hintereinander – Friedrichshafen, Franken, Dürrenberg/Spergau und Bottrop – nach Moers. Da passen die Adler ins Beuteschema, die den Netzhoppers flugs ins Netz hüpfen könnten. Und genau das müssen die Moerser verhindern, um nicht die zehnte Schlappe in Folge zu kassieren. Doch das wird verdammt schwer.
Die kurze Sporthose für Chang Cheng Liu
Ex-Netzhopper Tim Broshog hat mit seinem lädierten Knie zu kämpfen. Zum Kreis der Ausfälle gesellte sich gegen Dürrenberg/Spergau noch Gabor Nacsa mit einer Zerrung. Allerdings könnte MSC-Diagonalspieler Victor Bird wieder zum Team stoßen. „Der Heilungsverlauf ist sehr gut fortgeschritten”, so MSC-Präsident Günter Krivec. Abschließende Belastungstests sollen im Training Gewissheit bringen, ob er Samstag spielen kann. Möglich, dass dann auch Nacsa wieder dabei ist.
Ansonsten sollte Trainer Chang Cheng Liu schon mal die kurze Sporthose einpacken, weil ihm die Alternativen fehlen würden. Während Bottrop Jonathan Winder geholt hat, haben die Adler noch nicht einmal zu brüten begonnen, um sich zu verstärken.
Die Parole ist klar: Der MSC muss sich aus eigener Kraft aus dem Abstiegsstrudel ziehen. Schwierig wird das nur, wenn dabei die Kräfte schwinden.
Optimal hingegen wäre es, wenn die Adler ihre Niederlagen-Serie am Samstag endlich stoppen würden und die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen um Trainer Mirko Culic, der einst als Spieler in Moers aktiv war, ihre Serie weiter hingegen ausbauen würden. So ist das eben im Sport: Ein Sieg geht immer zu Lasten des Gegners. Rücksicht darauf kann sich niemand leisten. Erst recht nicht der MSC. Denn solange die Meisterschaft noch nicht beendet ist, muss es eigentlich heißen: „Schlimmer geht immer”.
DAS SAGT DER TRAINER:
In den vergangenen Spielen war gerade die Konzentration in den Schlussphasen der Sätze das große Problem. Der Optimismus ist bei den Spielern und bei Trainer Chang Cheng Liu aber noch vorhanden. Liu: „Wir haben uns gesteigert, die klaren Satzverluste sind passé. Wir sind nun oft kurz davor – jetzt warte ich darauf, dass der Knoten endlich platzt und wir in der Endphase Sätze und Spiele für uns entscheiden können.” Unerklärlich für Liu, das seine Anweisungen teilweise nicht wahrgenommen werden.
Der MSC-Coach will das Thema „Gewinnen müssen” aber nicht unnötig strapazieren. Liu: „Dieses permanent zu wiederholen bringt nichts und verstellt den Blick. Jeder muss sich auf seine Aufgaben konzentrieren. Es geht zunächst einmal um Nahziele. Wer auf´s Feld geht und meint mit seinem nächsten Ball den Klassenerhalt sichern zu müssen, belastet sich unnötig.” Er appeliert auch an die Zuschauer, das Team in dieser schwierigen Phase selbst bei Fehlern kräftig zu unterstützen.

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