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ADAC-Lob für Olper "Kreis-Politik"

05.10.2007 | 17:15 Uhr

Olpe. (baka) Es kreiselt sich gut in Olpe. Wer einmal von der Griesemert entlang des den Hatzenberges und im Anschluss daran über die Bruchstraße gefahren ist, kann ein rundes Liedchen davon singen.

Sind Kreisel eine reine Verschwendung von Steuergeldern, überflüssig, Willkür der Verkehrsplaner oder gar Autofahrerquälerei? Oder gibt es durch die beruhigte Verkehrsführung eine erhebliche Steigerung der Verkehrssicherheit?

Der ADAC Westfalen veranstaltete am Donnerstagabend im Kolpinghaus Olpe in Kooperation mit der Stadt Olpe, dem AMC Olpe und dem Olper AC ein Regionalforum zum Straßenverkehr in Olpe: aber sicher! Ein wichtiges Thema des Abends: der Kreisverkehr.

Bürgermeister Horst Müller und der 2. Vorsitzende des AMC, Hans Peter Bröcher, begrüßten viele Interessierte. Dipl. Ing. Horst Bremer vom ADAC sprach über Ölkrise, Lärm, Abgase, flächenhafte Verkehrsberuhigung, Ozon, Klima sowie Feinstaub und führte die Zuhörer die immer größer werdenden Probleme deutlich vor Augen: "Wir haben schon jetzt die Pkw- und Lkw-Leistung erreicht, die für 2010 prognostiziert wurde." Jährlich 100 Millionen Euro seien nötig, um die Straßen zu erhalten, nicht sie zu verbessern.

Dipl. Ing. Dirk Krüger vom ADAC erklärte danach anschaulich Pro und Kontra der Kreisverkehrsplätze. Weniger Konfliktpunkte, ein geringeres Risikopotenzial durch niedrigere Geschwindig, kürzere Wartezeiten, weniger Lärm, Betriebskosten und Abgase sprächen für den Kreisverkehr. Starke Steigung, zu hohe Verkehrsströmen und in der Nähe befindliche Ampelanlagen seien Gegenargumente. "Jeder Knotenpunkt erfordert deshalb eine Einzelfallentscheidung", so Krüger. Die geplante Olper Verkehrsführung bekam ein ausdrückliches Lob des Ingenieurs. Ein Lob, durch das Bernd Knaebel, technischer Beigeordneter der Stadt Olpe, in seinen Planungen bestätigt wurde. Durch die Anbindung an die beiden großen Autobahnen ist Olpe laut Knaebels Aussagen "das Eingangstor des südlichen Sauerlandes". In nächster Zukunft stehe die Westtangente zur Entlastung de Franziskanerstraße auf dem Programm. Außerdem werde es mit den Strecken nach Altenkleusheim und Oberveischede eine Erweiterung des bestehenden Fahrradnetzes geben.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion zeigte Reinhard Schulte von der Kreispolizeibehörde deutlich den Erfolg der Kreisverkehre auf. So gab es auf der Griesemert von 2002 bis 2006 22 Verkehrsunfälle mit vier Schwer- und drei Leichtverletzten. Im neuen Kreisel habe es seit Bestehen im November 2006 lediglich einen kleinen Auffahrunfall gegeben. "Die Polizei ist für den Bau der Kreisverkehre", bekräftigte Schulte.

Das Problem der Kreisel ist, wie es Wilma Ohly, Vizepräsidentin der Olper Verkehrswacht auf den Punkt brachte, der Autofahrer selbst. Nicht nur, dass viele bis heute immer noch nicht wissen, ob sie beim Einfahren oder beim Ausfahren blinken müssen, sondern auch das fehlende Verantwortungsbewusstsein für den Verkehrsfluss.

Der Kreisverkehr dient dazu, dass der Fahrzeugführer sein Tempo verlangsamt, lediglich den Verkehr von links beobachtet, um sich dann in den fließenden Verkehr einzuordnen - ein minimiertes Unfallrisiko. Er dient nicht dazu, mit einem Rundumblick den Rest des Verkehrs zu beobachten, um dann möglichst schnell seine Runde zu drehen. Manche Frage aus dem Publikum zeigte aber deutlich auf, dass das bei einigen Autofahrern noch nicht verinnerlicht ist.

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