Abstiegskampf im Wüstefeld
26.11.2009 | 20:54 Uhr 2009-11-26T20:54:00+0100Siegen-Wittgenstein. Einmal mehr ist am Wochenende Derby-Zeit in der Fußball-Landesliga. Zum Hinrunden-Ausklang empfängt Germania Salchendorf den SuS Niederschelden. Abstiegskampf im Wüstefeld, bei dem die Gastgeber in der besseren Ausgangsposition sind.
Denn immerhin hat das Team von Trainer Peter Zelßmann drei Punkte mehr auf dem Konto als die Scheldener und darf sich zum Mittelfeld der Tabelle zählen. Doch das soll in einer Liga, in der ab Platz fünf alle Mannschaften nach unten schauen müssen, nichts heißen.
„Nach der unnötigen Niederlage in Plettenberg stehen wir unter Zugzwang”, weiß auch Zelßmann, dass eine neuerliche Pleite viel von dem kaputt machen würde, was sich die Mannschaft durch die Erfolge im Oktober aufgebaut hat. Und eben an diese Saisonphase möchte der Trainer mit seinen Jungs gern wieder anknüpfen.
„Unser Ziel ist es, bis zur Winterpause auf 20 Punkte zu kommen”, nennt Zelßmann eine Vorgabe. Im Klartext heißt das: Vier Punkte aus zwei Spielen holen. Ein Sieg gegen Schelden muss also her, bedenkt man, dass Anfang Dezember beim SV Rothemühle das härtere Kaliber wartet.
Doch der Trainer warnt auch vor dem Gegner: „Niederschelden hat es in den vergangenen Jahren, immer wieder die Klasse zu halten. Die Mannschaft hat Erfahrung im Abstiegskampf. Das spielt in so einer Partie ein Rolle.”
SuS muss um Sven Michel bangen
„Wir müssen aufpassen, bis zum Winter nicht allzu sehr ins Hintertreffen zu geraten”, sagt Niederscheldens Trainer Thomas Lichtenthäler vor dem für seine Mannschaft „richtungsweisenden Spiel”. Allerdings sieht er die Germanen in der Favoritenrolle. „Die sind momentan in einer besseren Verfassung als wir.”
Immer wieder beklagt „Lichte” die dünne Personaldecke und eine geringe Trainingsbeteiligung. Zudem liegen Sven Reimann und Nico Kraft grippekrank darnieder. Die Vorzeichen könnten also besser sein.
Darüber hinaus droht im Winter ein weiterer Nackenschlag. Sven Michel, gefährlichster Offensiv-Spieler beim SuS, droht in Richtung Sportfreunde Siegen abzuwandern. Lichtenthäler dazu: „Es ist vereinbart, dass Sven bis zum 19. Dezember zweimal die Woche bei den Siegenern mittrainiert. Dann wird man sich wohl zu einem Gespräch zusammensetzen.”
Ein Weggang Michels wäre für den SuS nur sehr schwer zu verkraften. „Dann brauchen wir nicht mehr anzutreten”, befürchtet Lichtenthäler.
Spitzenspiel beim Hasper SV
Die Spitzenbegegnung in der Landesliga steigt am Sonntag jedoch in der Hagener Peripherie. Tabellenführer TSV Weißtal gastiert beim Hasper SV, der mit sechs Punkten Rückstand auf die Spitze den dritten Rang belegt. Ein Sieg, und die Weißtaler dürfen die Herbstmeisterschaft feiern.
Doch das wird schwer. Viele Experten schätzen die Hasper als spielstärkstes Team der Liga ein, wie Weißtals Coach Daniel Cartus übrigens auch: „Ich habe Haspe mehrfach gesehen und ich muss sagen, dass die Mannschaft schon richtig guten Fußball gezeigt hat, vor allem in der Offensive. Die haben einige Spieler mit höherklassiger Erfahrung in ihren Reihen, die aufgrund ihrer individuellen Klasse in der Lage sind, ein Spiel alleine zu entscheiden.”
Beide Teams haben zuletzt fleißig gepunktet, der TSV gewann seine letzten vier Spiele, die von Jorge Dias trainierten Hasper siegten sogar sechs Mal in Serie. Klar ist also: Eine Serie wird reißen. Unklar ist hingegen, ob Spielertrainer Daniel Cartus mitwirken kann, der weiterhin an einer Oberschenkelzerrung laboriert. Mit Florian Schnorrenberg droht ein weiterer Leistungsträger auszufallen.
Nutznießer eines Weißtaler Ausrutschers könnte der FC Kaan-Marienborn sein. Im vorletzten Spiel von Trainer Gerhard „Fanja” Noll reist der Tabellenzweite zum FSV Werdohl. Ein Erfolg ist für die Käner Pflicht, um die Chance auf die Herbstmeisterschaft zu wahren.
Bereits am Samstag (14.30 Uhr) trifft der TuS Erndtebrück II auf den Kiersper SC. Mit einem Sieg könnte die Mannschaft von Trainer Marcus Köhler die Abstiegsränge verlassen – vorausgesetzt die Konkurrenz spielt mit.

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