Abschied aus Pungelscheid Ende 2013

Evangelische Kirchengemeinde Pfarrer Martin Kämper und Finanzkirchmeister Lothar Jeßegus: Die Gemeinde gibt langfristig den Standort Pungelscheid auf.
Evangelische Kirchengemeinde Pfarrer Martin Kämper und Finanzkirchmeister Lothar Jeßegus: Die Gemeinde gibt langfristig den Standort Pungelscheid auf.
Foto: WR

Werdohl.. Spätestens Ende 2013 wird sich die evangelische Kirche aus Pungelscheid zurückziehen. Neuer Treffpunkt soll dann die Kreuzkirche auf der Königsburg sein.

Diese Planungen nannten am Dienstag Pfarrer Martin Kämper und Finanzkirchmeister Lothar Jeßegus. Der Beschluss zum schrittweisen Rückzug aus Pungelscheid war letzte Woche im Presbyterium gefallen (WR berichtete).

Pfarrer Kämper wird Ende 2011 in den Ruhestand gehen. Seine Stelle wird nicht nachbesetzt, weil nicht genug Geld da ist. Dann verfügt die Evangelische Kirchengemeinde Werdohl über zwei Pfarrstellen (Dieter Buschhaus, Dirk Grzegorek) und einen Pfarrer im Entsendedienst (Dieter Kuhlo-Schöneberg).

Diese Stelle im Entsendedienst belastet den Etat der Gemeinde nicht. Sie wird über einen Sonderetat der Landeskirche finanziert. Wie Pfarrer Kämper gestern sagte, ist die Stelle nicht zeitlich befristet. Es stehen also drei Pfarrer zur Verfügung, von denen die Gemeinde zwei bezahlen muss.

In der Übergangszeit 2012/2013 wird es monatlich drei Gottesdienste in der Kreuzkirche und einen in Pungelscheid geben. Fahrdienste werden eingerichtet. Bei einem – nicht erwarteten – negativen Verlauf in Pungelscheid oder einer zu hohen Belastung des Pfarrers müsste das Ende der kirchlichen Arbeit in dem Stadtteil vorgezogen werden.

28 Prozent
weniger Kirchensteuer

Martin Kämper und Lothar Jeßegus lassen keinen Zweifel am Grund für den tiefgreifenden Wandel im Gemeindeleben: das Geld. 2005 flossen noch 656 000 Euro Kirchensteuer nach Werdohl; 2013 werden es nur noch 470 000 Euro sein. Der Rückgang liegt bei 28 Prozent. Seit 2005 sank die Zahl der Gemeindeglieder in Werdohl von 7737 auf zurzeit unter 7000. Lothar Jeßegus: „Trotz des Wegfalls der Pfarrstelle von Martin Kämper Ende 2011 ist für 2013 bereits wieder mit einem Defizit zu rechnen.“ Einsparpotenziale sieht er nicht mehr. Vielmehr hebt er das „hohe Spendenaufkommen“ hervor.

Dass Dieter Kuhlo-Schöneberg die Aufgabe übernimmt, das evangelische Gemeindeleben aus Pungelscheid auf die Königsburg zu verlagern, freut Pfarrer Kämper: „Es ist gut, dass er bleibt. Er ist eine Integrationsfigur.“

Eine Resonanz auf den sich abzeichnenden Einschnitt hat Kämper bisher nicht bekommen. Er und Jeßegus setzen auf das „Wir-Gefühl der Werdohler Christen.“