400 Euro für Beleidigungen gegen Ex-Chef

In der Auseinandersetzung  mit seinem verhassten Ex-Chef holte ein 63-jähriger Altenaer zum verbalen Tiefschlag aus. Jetzt stand er vorm Amtsgericht, um sich verantworten.
In der Auseinandersetzung mit seinem verhassten Ex-Chef holte ein 63-jähriger Altenaer zum verbalen Tiefschlag aus. Jetzt stand er vorm Amtsgericht, um sich verantworten.
Foto: WAZ

Altena..  In der Auseinandersetzung mit seinem verhassten Ex-Chef holte ein 63-jähriger Altenaer zum verbalen Tiefschlag aus. Er stieß bei einem Telefonat finstere Drohungen aus. Jetzt hatte er dem hiesigen Amtsgericht einiges zu erklären.

Das war passiert: Nach einem offenbar viel zu tiefen Blick ins Glas griff der Rentner am späten Abend des 2. Mai zum Telefonhörer. Er war sich sicher, dass ihm der Taxi-Unternehmer aus Hagen noch einen Batzen Geld schuldete. Also kündigte er seinem ehemaligen Arbeitgeber an, er werde in dessen Taxi-Zentrale kommen, alle Möbel zertrümmern, die Fahrzeuge beschädigen und ihm selbst eins auf die „Schnauze hauen“. Die Verbalattacke kam zur Anzeige.

Vor Gericht zeigte sich der Altenaer jetzt unerwartet zahm. „Das war nie so gemeint. Das tut mir ja auch leid.“ Am besagten Abend habe er Alkohol getrunken und könne nicht ausschließen, dass er sich im Zorn im Ton vergriffen habe. Mittlerweile, so beteuerte der 63-Jährige, habe er sich auch bei dem früheren Chef für das Gesagte entschuldigt.

Der 52-jährige Unternehmer erinnerte sich im Zeugenstand an wahre Kriegszustände. Schon früher habe ihn der ehemalige Angestellte regelmäßig beschimpft – unter anderem als „faules Schwein“. Immer sei der Mann unzufrieden gewesen. Dann habe er selbst gekündigt, sei jedoch irgendwann zurückgekommen.

Dann habe er selbst den Vertrag mit dem Fahrer irgendwann nicht mehr verlängert. In dieser Situation sei die Lage erst richtig eskaliert. Vor dem Arbeitsgericht hätten beide Seiten zwar einen Vergleich geschlossen. Mit dem sei der Altenaer im Nachgang aber offenbar doch nicht zufrieden gewesen. „Dann gingen die Telefonate los“, berichtete der Ex-Chef. Mittlerweile herrsche jedoch Ruhe.

Staatsanwaltschaft und Gericht zeigten sich letztlich milde und gaben dem angeklagten Rentner eine Chance: Gegen die Zahlung von 400 Euro an die Justizkasse wurde sein Verfahren wegen Beleidigung vorläufig eingestellt.