Brandschutz

Explosiver Stoff

30.03.2012 | 17:06 Uhr
Explosiver Stoff
Dass in einem Deo aus der Spraydose viel explosive Kraft steckt, erleben die Zeus-Reporter bei dieser Demonstration. Katharina Polaczek aus der Klasse 9c hält sich vorsichtshalber die Ohren zu, denn die Feuerwehrmänner haben gewarnt: „Der Knall kann ziemlich laut werden.“ Fotos: Dinah Büssow/WAZ FotoPool

Essen.   Ein Feuer wird mit Wasser gelöscht! Dass diese Aussage nicht immer richtig ist, erfuhren 13 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Am Stoppenberg bei einem Brandschutzseminar der Feuerwehr Essen.

„Wenn irgendetwas brennt, müssen wir es löschen“, so kurz und prägnant beschreibt Mike Maas von der Berufsfeuerwehr Essen die zentrale Aufgabe bei der Brandbekämpfung. Doch wer jetzt glaubt, dass es reicht, Wasser auf ein Feuer zu gießen, liegt voll daneben. Vielmehr müssen Feuerwehrmänner ein komplexes Wissen über chemische und physikalische Prozesse haben, denn unterschiedliche Stoffe reagieren - wenn sie einmal Feuer gefangen haben - verschiedenartig auf äußere Einflüsse. Außerdem ist es wichtig, dass Feuerwehrmänner körperlich absolut fit sind. Im Einsatz muss es schließlich oftmals sehr schnell gehen - auch unter widrigen Umständen.

Um mehr über das Thema Brandschutz zu erfahren, sind 13 Schülerinnen und Schüler aus den neunten Klassen des Gymnasiums Am Stoppenberg einer Einladung der Sparkasse Essen gefolgt. Sie haben sich im Ausbildungszentrum der Feuerwehr von Mike Maas und seinem Kollegen Thomas Rudolf in die Geheimnisse der Brandbekämpfung einführen lassen.

Auch das richtige Löschen wird unter fachkundiger Anleitung beim Brandschutzseminar geübt.

Zunächst steht die Theorie auf dem „Stundenplan“. Eine wichtige Erkenntniss dabei ist, dass sich nicht jeder Brand mit Wasser löschen lässt. Im Gegenteil - bei einem Fettbrand zum Beispiel kann es sogar außerordentlich gefährlich werden, wenn man Wasser zur Brandbekämpfung einsetzt. Warum? „Fett ist leichter als Wasser und brennt mit einer Temperatur von mehreren Hundert Grad Celsius“, erläutert Mike Maas und stellt die Frage in den Raum, wo der Siedepunkt von Wasser liegt. „Bei 100 Grad Celsius“, kommt es wie aus der Pistole geschossen von den Schülerinnen und Schülern. Das ist richtig. Und wenn das Wasser gasförmig wird, vergrößert sich das Volumen ungefähr um den Faktor 1700. Das bedeutet, aus einem Liter Wasser werden 1700 Liter Wasserdampf.

Wenn Wasser siedet, dehnt es sich aus

Wenn nun Wasser in brennendes Fett gegossen wird, passiert folgendes: Das Wasser sinkt unter das Fett. Dabei siedet es in einem Bruchteil von Sekunden und vergrößert sein Volumen. Der Wasserdampf benötigt nun mehr Raum und drückt das Fett in einer gewaltigen Explosion in alle Richtungen. Das heißt, wenn beispielsweise zu Hause die Friteuse oder der Fon-Due-Topf in Brand geraten, darf niemals mit Wasser gelöscht werden. Solange es sich noch um einen kleinen Brand - also einen Entstehungsbrand - handelt, kann versucht werden, das Feuer zu ersticken, zum Beispiel mit einem Topfdeckel oder einem großen stabilen Holzbrett. Ist das Feuer bereits zu groß, gilt: Raum verlassen, Tür schließen und Feuerwehr anrufen.

Wie heftig eine Fettexplosion tatsächlich ist, erleben die Neuntklässer auf dem Außengelände des Ausbildungszentrums. Mit Hilfe einer speziellen Sicherheitsvorrichtung gießt Thomas Rudolf einen kleinen Becher Wasser in ungefähr 200 Milliliter brennendes Pflanzenöl. Unmittelbar schießt eine mindestens zehn Meter hohe Stichflamme in die Höhe. Die Jugendlichen sind beeindruckt von dieser Demonstration.

Was die Schülerinnen und Schüler sonst noch bei der Feuerwehr erfahren und erlebt haben, lest ihr demnächst auf den Zeus-Seiten in der Zeitung und hier im Internet.

Ivonne Peters

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