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Vorsicht zerbrechlich: Zu Besuch bei Ardagh Glass

25.05.2012 | 15:08 Uhr
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Vorsicht zerbrechlich: Zu Besuch bei Ardagh Glass
Das Glaswerk Ardagh in Lünen aus der Luft.

Lünen.   Im Ardagh Glass Werk in Lünen werden täglich 1,5 Millionen Gläser und Flaschen hergestellt. Wie das genau von Statten geht, hat sich Zeus-Reporterin Jannine Godowski vor Ort angeschaut.

Heute ist mal alles anders, keine Schule, ich darf einen ganzen Tag lang in einen typischen Männerberuf reinschnuppern. Mit viel Vorfreude und Spannung ziehe ich mich mit den anderen Mädchen um und kann es kaum abwarten, bis die Betriebsführung durch das Lüner Glaswerk endlich losgehen kann. Das Ardagh Glass Werk Lünen stellt Gläser und Flaschen in allen Variationen für bekannte Firmen, wie Ferrero (Nutella), Becks, Kühne oder Zentis her.

Doch bevor es in die Produktionshallen geht, gibt es eine kleine Präsentation, um wichtige Informationen zu vermitteln und um die Sicherheitsvorkehrungen zu erklären: Sicherheit geht nun mal vor!

Mit einer Schutzbrille, Arbeitskleidung, speziellen Sicherheitsschuhen, einer auffallenden Warnweste und natürlich Ohrenstöpseln gehen wir dann über das Außengelände zum Gemengehaus. Sand, Soda, Feldspat, Altglasscherben und vieles mehr werden wie bei einem Kuchenrezept miteinander vermischt.Als kleiner Nervenkitzel begeben wir uns in schwindelerregende Höhen und zum Schluss belohnt uns eine atemberaubende Aussicht über das ganze Werk: Mutig sein lohnt sich!

Als nächstes gehen wir in die Produktionshallen, in denen wir unsere Ohrenstöpsel gut brauchen, die Maschinen sind ziemlich laut.Das auf ca. 1400 C° erhitzte Glas fließt in einen Verteiler, der das Glas in eine Grundform presst. Danach bläst eine Maschine die heißen Gläser in ihre richtige Form. Früher wurde das noch alles per Hand gemacht, doch heutzutage wird alles maschinell betrieben.

Um ein Zerkratzen der Gläser zu verhindern, werden sie mit einer bestimmten Beschichtung bespritzt und auf ein unendlich lang scheinendes Fließband gestellt.In der Qualitätsprüfhalle überprüfen die Mitarbeiter die Gläser auf Unreinheiten und Macken. Mithilfe von speziellen Maschinen, kann man die Härte und Belastbarkeit der Gläser testen.Ich staune, als ich erfahre, dass pro Tag fast 1,5 Millionen und pro Jahr fast 26 Milliarden Gläser hergestellt werden.

Die Maschinen, die man zur Herstellung von Gläsern braucht, müssen natürlich auch gewartet und repariert werden. Jetzt sind wir an der Reihe und müssen einen kaputten Mündungsträger reparieren, vermessen und mit einem Rundschleifer sauber schleifen. Das ist gar nicht so einfach, aber Übung macht den Meister und zum Schluss habe ich den Dreh raus.

Nach einer kurzen Mittagspause geht es wieder nach draußen. Jetzt besichtigen wir die offenen Lagerhäuser. Beeindruckt schaue ich nach oben. Hier stapeln sich die Paletten auf fast 11 Meter.

Zum Schluss wird uns gezeigt, was die Zahlen und Zeichen auf den Glasböden bedeuten. Die Zahlen und Zeichen stellen das Hüttenzeichen, das Datum und die Nummer der Maschine dar. Für das Werk Lünen sind das ein auf dem Kopf gestelltes Omega Zeichen und eine 22.Am Ende der Besichtigung bin ich um einiges schlauer. Nun endlich weiß ich, wie es in einem Glaswerk aussieht und wie ein Glaswerk funktioniert.

Die Mitarbeiter müssen unter schwierigen Bedingungen (Hitze/Lärm) täglich fast acht Stunden arbeiten und schwere körperliche Arbeit verrichten. Deshalb könnte ich mir nicht vorstellen, später dort zu arbeiten.

Der „Girls’ Day“ war ein tolles Erlebnis, es hat Spaß gemacht und ich weiß, dass ich diesen besonderen Tag nie vergessen werde. Und wenn ich das nächste Mal ein Glas in der Hand halte, werde ich mich bestimmt an diesen tollen Tag erinnern.

Jannine Godowski, Klasse 8c, Gymnasium Lünen-Altlünen, Lünen

Zeus-Reporterin

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