Kinder

Im Kampf gegen Kinderarbeit

04.05.2012 | 10:34 Uhr
Im Kampf gegen Kinderarbeit
Unsere Zeus-Reporterinnen in Köln bei der Bundesgeschäftsstelle von Unicef.

Köln.   Wie hilft die Unicef Kindern, die statt zur Schule zu gehen, zur Arbeit gezwungen werden? Unsere Zeus-Reporterinnen sind nach Köln gefahren und haben bei der Bundesgeschäftsstelle von Unicef nachgefragt.

Marianne Müller-Antoine kämpft bei Unicef gegen Kinderarbeit. Unsere Zeus-Reporterinnen der Realschule Strünkede haben die Bildungsreferentin in der Bundesgeschäftsstelle von Unicef interviewt.

Wer hat Unicef gegründet und was war der Grund dafür?

Unicef wurde am 11. Dezember 1946 von Maurice Pate gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es viele zerstörte Kriegsgebiete in Europa. Die Vereinten Nationen mit Maurice Pate als Direktor gründeten Unicef, um den Kindern in den Kriegsgebieten zu helfen und sie zu unterstützen.

In wie vielen Ländern ist Unicef aktiv?

Unicef ist in über 150 Ländern aktiv und hilft dort, zum Beispiel in Kontinenten wie Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa tätig. Der Hauptsitz ist in New York.

Was lange sind Sie bei Unicef und was ist Ihr Job?

Ich bin schon seit 1989 bei Unicef und bin Bildungsreferentin, ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen und Schulen zusammen.

Was genau versteht man unter Kinderarbeit?

Mädchen arbeiten zum Beispiel als Dienstmädchen in fremden Haushalten. Viele Mädchen arbeiten auch in der Prostitution. Die meisten Kinder werden in der Landwirtschaft, auf dem Bau, bei der Zuckerrohrernte, in der Baumwollindustrie oder auch beim Müll sammeln eingesetzt. Sie arbeiten täglich bis zu zehn Stunden und mehr. Die Bezahlung ist im allgemeinen schlecht und somit können die arbeitenden Kinder auch nicht zur Schule gehen und haben somit keine Bildung.

Wieso werden Kinder eingesetzt und nicht Erwachsene?

Kinder sind halt billiger als Erwachsene und können leichter manipuliert werden.

Warum schicken Eltern ihre Kinder arbeiten?

Den Eltern geht es meistens schlecht und sie nehmen dann einen Kredit auf, bei diesem Kredit gibt es meistens Wucherzinsen und die Kinder der Familien müssen diese Zinsen für die Familie abarbeiten.

Haben es Mädchen schwerer beim Arbeiten als Jungen?

Beide werden ausgebeutet. Die Jungen verdienen meistens mehr als die Mädchen. Die Mädchen werden auch meistens von den männlichen Angehörigen der Familie missbraucht und haben es auch dadurch schwerer.

Es wird ja immer gesagt: „Das Geld, das man spendet, kommt nie an“ - Was passiert denn wirklich mit dem gespendeten Geld?

Etwa 20 Prozent der Spenden werden für die Verwaltungsarbeit benötigt und die restlichen 80 Prozent des gespendeten Geldes werden für die Kinder eingesetzt.

Wie unterstützt Unicef die Kinder?

Wir versuchen den Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen, bauen Schulen und Gesundheitseinrichtungen, sorgen für sauberes Wasser und informieren ihre Familien über Kinderhändler, die sie zur Arbeit zwingen.

Danke für dieses Interview!

Gern geschehen!

Aleyna Karamazak, Ipek Gündüz, Burcu Cagmar, Klasse 8a, Realschule Strünkede




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