Sport

Fechter in Herne mit Leidenschaft

10.04.2012 | 07:30 Uhr
Fechter in Herne mit Leidenschaft
Köpfchen, Schnelligkeit und Ausdauer sind beim Fechten wichtige Eigenschaften. Foto: Juergen Schwarz/dapd

Herne.   Stellung, fertig, los! Das ist das Kommando für mehr als 40 Herner Jugendliche, die dreimal die Woche ihrem Hobby nachgehen: Die Fechter brauchen Köpfchen, Ausdauer und bestenfalls ein Vorbild wie Lukas Rüller.

Für die Fechtabteilung des Herner Turn-Clubs war das vergangene Jahr ein besonders gutes. Neben zwei Vizemeistertiteln bei den deutschen Meisterschaften konnte auch das 60-jährige Bestehen gefeiert werden.

Seit der Gründervater Lothar Häusler 1951 die Abteilung ins Leben gerufen hat, kreuzen junge Sportler in Herne regelmäßig die Klingen. Egal, ob Florett, Degen oder Säbel – in Herne kommt jeder Fechter auf seine Kosten, da der Verein einer der wenigen in Westfalen ist, der den Sport mit allen drei Fechtwaffen auf hohem Leistungsniveau anbietet.

Dies ist vor allem dem qualifiziertem Trainer Karl Zichner zu verdanken, der montags, mittwochs und freitags die Turnhalle des Haranni-Gymnasiums in eine Fechtbahn verwandelt. Mit großem Engagement leitet er schon seit über 20 Jahren das Training und hat schon viele Talente hervorgebracht.

Fünfmal die Woche zum Training

Lukas Rüller zählt zu den ganz Großen aus Herne. Mit etwas über fünf Jahren kam der heute Zwanzigjährige das erste Mal in die Halle und war sofort begeistert. Nachdem er in allen drei Waffen fechterische Erfolge verbuchen konnte und sich mehrere Landesmeistertitel gesichert hatte, stand für ihn fest: Er wollte sich ganz dem Säbel widmen. Diese Entscheidung war genau die richtige, denn 2008 schaffte er es, sich für die Europameisterschaft der Junioren zu qualifizieren. Seine guten Leistungen brachten ihm sogar einen Platz in der deutschen Säbelmannschaft ein und zusammen mit Marlon Hirzmann (Alsfeld), Max Hartung und Benedikt Wagner (beide Dormagen) schaffte er den Sprung ganz nach oben.

Gegen die eigentlich favorisierten Ungaren setzten sich die Deutschen mit 45:40 durch und gewannen Gold bei den Europameisterschaften. Der Titel des Europameisters ist bislang der größte Erfolg des Herners. Auf die Frage, was er denn so an dem Sport möge, antwortet Rüller: „Die Kombination aus Kopf, Ausdauer und Schnelligkeit, das ist es, was den Fechtsport auszeichnet und was mich begeistert hat.“ Begeisterung braucht man auch, denn um dem Sport auf dem Niveau betreiben zu können, wie Lukas Rüller es tut, bedarf es rund fünfmal die Woche Training, was er zum Teil auch im Säbelstützpunkt Dormagen absolviert.

Jeder hilft jedem

Seine jüngeren Vereinskollegen aus Herne eifern dem großen bereits munter nach. Neben Ausdauertraining und Reaktion stehen auch Kraft und Schnelligkeit auf dem Programm. Fechtspezifische Übungen, wie die Beinarbeit, werden regelmäßig mit klassischen Komponenten des Auswärmens kombiniert.

Die Altersspanne in der Halle ist enorm, hier trainieren alle zusammen. Von den Jüngsten, die gerade in die Grundschule gekommen sind, bis zu den Senioren. Es profitieren alle voneinander und da der Trainer nicht immer überall sein kann, hilft man sich untereinander. Egal, ob alt oder jung, Degen-, Florett- oder Säbelfechter, in einem sind sich alle Mitglieder einig: Fechten ist ihre Sportart.

Ilka Budde, Klasse 8d, Haranni-Gymnasium, Herne

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