Mit Euro-Bonds sucht Hollande Konfrontation mit Merkel
20.05.2012 | 16:32 Uhr 2012-05-20T16:32:00+0200
Chicago. Der neue französische Präsident Francois Hollande bringt erneut Euro-Bonds auf die Tagesordnung, um die Euro-Krise zu mildern. Der erste Streit mit Kanzlerin Angela Merkel zeichnet sich ab. Sie lehnt gemeinsame Staatsanleihen ab.
David Cameron hatte nach dem gemeinsamen Fernseh-Intermezzo beim G 8-Gipfel in Camp David mit Angela Merkel aufrichtiges Mitleid. Nach der Niederlage Bayern Münchens gegen Chelsea im Champions-League-Finale sprach der britische Premier der Kanzlerin nach Ohrenzeugen-Berichten Trost zu. Dass von Francois Hollande vergleichbare Gesten der Anteilnahme nicht überliefert wurden, wird als Hinweis auf die Konfliktlinie zwischen Paris und Berlin in der Euro-Krisen-Politik gewertet, die beim folgenlosen Wohlfühl-Treffen der acht führenden Industrie-Nationen am Wochenende verschleiert wurde.
Frankreichs Präsident fügte sich nur kurz in den Sowohl-als-auch-Tenor der Abschlusserklärung, in der auf Wunsch von US-Präsident Barack Obama Konjunktur-Programme, Haushaltskonsolidierung und Sparen als gleichberechtigte Instrumente auftauchten, „um unsere Volkswirtschaften zu stärken“.
Wenig später ging Hollande auf Konfrontationskurs mit Merkel. Seine noch in Camp David erhobene Forderung nach Einführung so genannter Eurobonds – eine gemeinsame Ausgabe von Staatsanleihen der Euro-Staaten, um die Kreditzinsen zu senken und von der noch hervorragenden deutschen Bonität zu profitieren – kommt aus Merkels Sicht zur Unzeit. Die Bundesregierung erkennt darin eine Vergemeinschaftung von Schulden und fürchtet, dass die Nachbarstaaten beim Schuldenabbau nachlassen, wenn es frühzeitig zu Bonds kommen würde.
Sparen und Wachstum
Gleichwohl hieß es aus französischen Delegationskreisen, dass Hollande bei den anstehenden EU-Gipfeln in Brüssel „sämtliche Wachstumsvorschläge“ zur Diskussion stellen werde; darunter auch die Vergabe von Direkt-Krediten der Europäischen Zentralbank (EZB) für Krisenländer wie Griechenland oder Spanien. Am 10. Juni wollen Hollande und Merkel gemeinsam mit Italiens Ministerpräsident Mario Monti (auch ein Euro-Bonds-Befürworter) das Thema in Rom erörtern. Hollandes Drängen, erläuterten Diplomaten, ergebe sich aus den „mühsam austarierten Formel-Kompromissen“ von Camp David, „aus denen sich jeder das herauspicken kann, was ihm oder ihr eben schmeckt.“
Merkels Kurs der eisernen Haushaltssanierung geht danach ebenso in Ordnung wie die von Obama oder Hollande nach wie vor favorisierten staatlichen Wachstumsprogramme für mehr Jobs. Wie beides zusammenpassen soll im politischen Alltagsgeschäft, ließ das G 8-Treffen erwartungsgemäß offen. Die Euro-Bonds bleiben auf der Tagesordnung. 2013 übernimmt England den Vorsitz der G 8. Dessen Finanzminister George Osborne hält sie für ein „potenzielles Mittel“, um die Euro-Krise zu bewältigen.

21:40
Blablabla... langfristig kann das eh keiner bezahlen aber Danke, daß man darüber gesprochen hat.
21:29
Unter der Überschrift "Euro -Bonds läßt sich sowohl ziemlich "Sinn -entleert" berichten und noch trefflicher vollkommen "Sinn -entleert " kommentieren!
Worum geht es?
Um das Primat der europäischen Politik in ökonomisch -finanziellen Angelegenheiten.
Und dazu muss man die EZB in die Lage versetzen die Rolle einer Zentralbank -im tatsächlichen Sinne des Wortes - wahrnehmen zu können.
Dazu gibt es zwei grundsätzliche ,technische Verfahren :
Entweder kauft die Zentralbank ,die diesen namen verdienen will ,die Staatsschuldverschreibungen der Staaten bzw. der betreffenden Staaten -Gruppe direkt auf,oder man kreiert sog. Eurobonds ,um eine durchschnittliche Verzinsung auf dem Kapitalmarkt zu erreichen.
D.h. der Zins -Preis bestimmt nicht etwa die Situation des schwächsten oder stärksten landes ,sondern die durchschnittliche Einschätzung des sog. Marktes.
Ich halte von Euro -Bonds inzwischen nichts mehr.
Die Zeit für die Euro -Bonds ist vorbei!
10:03
Eurobonds sind jedenfalls für Deutschland kein Weg zur Erzielung niedrigerer Zinsen. Einer Schätzung zufolge würden damit Mehrbelastungen in der Größenordnung von 60 Mrd. Euro auf uns zulaufen - pro Jahr. Der neue französische Präsident, der bislang nie (!) ein Regierungsamt innehatte, soll mal erst mal schön seine Hausaufgaben selbst machen, bevor er anderen derartige Belastungen aufhalst! In unserem verkrusteten und gewerkschaftsdominierten Nachbarstaat gibt es vieles zu tun - aber dafür ist der Sozialist Hollande leider der falsche Kandidat
09:40
Natürlich ist es toll, wenn man Bürgen für seinen hemmungslosen Lebensstil findet.
So einen hätte ich auch gerne.
Bzgl. des Truppen-Rückzugs hätte er mehr Unterstützung verdient. Der Krieg ist absolut sinnlos. Das Volk scheint nicht an einem modernen Staat interessiert zu sein.
06:40
Und nun wollen alle an unser Geld. Und alles wegen einer Währung, die keiner haben wollte. Die Unfähigkeit mancher Politiker scheint Grenzenlos zu sein.
23:43
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Und die, die die Zeche am meisten zahlen sind die Griechen selbst, z. B. mit Lohnkürzungen und einer saftigen Erhöhung der Mehrwertsteuer. Wir haben nicht die Peitsche bekommen. Tatsächlich haben viele Unternehmen hierzulande vom Euro profitiert weil sie unter anderem stabile Wechselkurse hatten. Wir zahlen auch nicht, weil wir mal früher böse waren, sondern weil eine Staatspleite Griechenlands unabsehbare Folgen hätte, die selbst die hellsten Köpfe aus der ökonomischen Fachwelt nicht übersehen können. Und wenn sie mal richtig nur die Deutschen zahlen lassen wollen, pochen sie auf einen Friedensvertrag im klassischen Sinne, nicht, wie der Zwei-plus-Vier- Vertrag, den wir jetzt haben. In solchen Verträgen wird auch festgelegt, welche Reparationszahlungen an die Sieger geleistet werden müssen. So böse wie wir waren, um ihren Jargon zu benutzen, wäre das erstmal eine richtig teure Angelegenheit.
21:46
wieso wird mein komentar nicht gesendet liebe waz?
21:38
ausgerechnet die versagerin merkel.
21:36
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