Das aktuelle Wetter Oberhausen 6°C
Burg Vondern

Tor in eine andere Welt

26.07.2009 | 16:43 Uhr
Tor in eine andere Welt

Mit jedem Schritt geht es ein paar Jahrhunderte zurück in die Geschichte. So jedenfalls geht es wohl den meisten Besuchern des Burgfestes auf Burg Vondern in Osterfeld.

Schon weit vor dem Eingang fallen die bunten mittelalterlichen Gewänder der Frauen und die prächtigen Rüstungen und Schwerter der Ritter auf. Der Eingang ist wie ein Tor zu einer anderen Welt. Vor dem Tor parken reihenweise Autos, dahinter sind reihenweise Zelte aufgebaut und über Feuerstellen werden Suppen zubereitet. Der Schmied schlägt das Eisen und der Feuerschlucker erstaunt das Publikum mit seinen Künsten, bläst große Feuerwolken in die Luft oder löscht die brennende Fackel im Mund.

Was gefährlich aussieht, ist in der Tat mit gewissen Risiken verbunden, erklärt Robby, der Gaukler. „Man darf auf keinen Fall einatmen”, sagt er. Deshalb heißt es: volle Konzentration. Während Robby sein Publikum mit Sprüchen unterhält und es zum Klatschen animiert, merkt er die Anspannung gar nicht mehr. Und für ein Staunen in so manchem Augenpaar macht er es doch gerne.

Das Burgfest lebt vor allem von den vielen Clans, die mit ihren Zelten die gesamte Wiese neben der Burg besetzen. Hier gibt es Schwerter zu kaufen, Gewürze oder magische Gegenstände. Und immer wieder ist ein Pläuschchen mit einem Ritter oder Burgfräulein drin. Oder mit einem Feldarzt. Björn Burks ist so einer.

Handwerkliches Geschick gehört zu seinem Metier – wie er auch direkt beim Eingravieren eines Schriftzugs auf einer Schieferplatte demonstriert. „Ich möchte vor allem Kindern verdeutlichen, was Schiefer ist”, erklärt er. Das kommt nicht von irgendwoher, ist er doch im richtigen Leben Dachdecker. Und so fachsimpelt er mit dem einen oder anderen Besucher gerne mal über Qualität und Herkunft des Schiefers.

Wichtiger ist es aber immer wieder, sich über die Geschichte auszutauschen. Björn Burks gehört einer Söldnertruppe an, die sich auf den Zeitraum von 1440 bis 1460 konzentriert hat.

Über diese Zeit hat seine Gruppe ein beachtliches Wissen angehäuft. Besonders praktisches Wissen. Und das wird dann gelebt. Kochen auf der Feuerstelle, schlafen in möglichst originalgetreuen Zelten und Ritterkämpfe mit zwar entschärften, aber authentisch aussehenden Waffen. Mancher Besucher könne sich gar nicht vorstellen, dass sie die gekochte Suppe wirklich essen oder in den Zelten tatsächlich schlafen, sagt Björn Burks.

Doch wenn auf der Wiese scheppernd Schwerter auf Schilde schlagen und sich Ritter durchs Gras kugeln, kann sich die Fantasie selbstständig machen und den Besucher ins 15. Jahrhundert entführen. Dann lässt sich auch ein samstagnachmittäglicher Regenguss entspannter überstehen. Zudem gibt's ja Regenschirme.

ONLINE Video und Fotostrecke: www.Der Westen.de/oberhausen

Andreas Eichhorn (Text), Ole Heyer (Fotos)


Kommentare
26.07.2009
20:30
Tor in eine andere Welt
von Sancho Kleine | #2

Eine gelungene Veranstaltung! Das Engagement der Beteiligten war deutlich zu sehen.

26.07.2009
17:28
Tor in eine andere Welt
von N | #1

Das ist doch größtenteils nur Farce und hat mit dem echten Mittelalter fast gar nichts zu tun. Eine Fantasiewelt. Keine mittelalterliche Realität.

Aus dem Ressort
Polizei klärt Raubserie und nimmt 13 Jugendliche fest
Raubüberfälle
Die Oberhausener Polizei hat einer Bande krimineller Jugendlicher das Handwerk gelegt. Ermittler des Kommissariats für Jugendkriminalität haben 13 Teenager festgenommen, die acht Raubüberfälle verübt haben sollen. Ihre Opfer überfiel die Gruppe oft im Bereich zwischen Olga-Park und Hauptbahnhof.
Kaplan wäre heute ein Streetworker
Widerstand
Joseph Cornelius Rossaint wagte die Annäherung an Jungkommunisten. Der „Katholikenprozess“ vom April 1935 gilt als einer der spektakulärsten der NS-Zeit, inszeniert von Propagandaminister Joseph Goebbels.Der Volksgerichtshof verurteilte am 28. April 1937 Joseph Rossaint zu elf Jahren Zuchthaus.
Kleider erzählen Geschichte
Weltkriegs-Ausstellung
Historische Kleidungsstücke werden im Behrens-Bau für die große LVR-Schau zum Ersten Weltkrieg präpariert. Eine Zeitreise präsentiert Arbeiterin und die – vordergründig distinguiert auftretende – Prostituierte, das revolutionäre Charlestonkleid (ohne Korsett) und Autofahrermantel für sie und ihn.
Auf Oberhausener RAG-Fläche soll Logistikpark entstehen
Wirtschaft
Der vor langer Zeit eingestielte Plan, auf dem Gelände des RAG-Konzerns an der Waldteichstraße einen Logistikpark zu errichten, bekommt neuen Auftrieb. Der Vorstandschef der Duisburger Hafen AG, Erich Staake, kündigte an, dass auf der 230.000 Quadratmeter großen Fläche ein Logport entstehen soll.
Jugendkriminalität in Oberhausen geht zurück
Straftäter
Die städtische Jugendgerichtshilfe und die hiesige Polizei sehen eine erfreuliche Entwicklung. Fallzahlen gehen zurück, weniger Jugendliche begehen Gewaltdelikte. Soziale und arbeitsmarktpolitische Entwicklungen wirken sich auf junge Oberhausener aus.
Fotos und Videos
Gewerbegebiet Erlengrund
Bildgalerie
Straßen in Oberhausen
Schmachtendorfer Straße
Bildgalerie
Straßen in Oberhausen
RWO - Bayer Leverkusen
Bildgalerie
Regionalliga West
Der schöne Schein
Bildgalerie
Lichtkunst