Eine neue Straßenbahn rollt an
08.06.2012 | 19:10 Uhr 2012-06-08T19:10:00+0200
Oberhausen. Eine neue Straßenbahn soll womöglich schon ab 2017 das Centro in Oberhausen mit der Essener Innenstadt verbinden. Das Land NRW will die Verlängerung der Essener Straßenbahnlinie 105 zu fördern. Oberhausen drohen aber hohe Betriebskosten für die 3,3 Kilometer lange Trasse zwischen Centro und Essen-Frintrop.
Rollt im Jahr 2017 eine neue Straßenbahn über eine 77 Millionen Euro teure und 3,3 Kilometer lange Trasse vom Oberhausener Einkaufszentrum Centro nach Essen-Frintrop (Unterstraße) – und sorgt damit für eine Verbindung zwischen dem Oberhausener Hauptbahnhof, dem Centro (Linie 112) und der Essener Innenstadt?
Das Land NRW ist jedenfalls fest entschlossen, die schon vor zehn Jahren geplante Verlängerung der Essener Straßenbahn 105 mit Hilfe von Bundesgeldern zu 90 Prozent zu fördern (65 Millionen Euro) – doch auf die Stadt Oberhausen, die bekanntlich gerade an einem 70-Millionen-Euro-Sparpaket bastelt, kämen jährlich dauerhaft neue Betriebskosten von knapp 300 000 Euro hinzu.
Übers Stahlwerksgelände
Geplant ist, die Linie mit zwei Haltepunkten erst über die Essener Straße und auf Höhe der Mellinghofer Straße auf das Stahlwerksgelände zu führen. Zwischen Kanal und Centro würde die Linie dann verlaufen und am Gasometer an die Trasse anschließen.
Die rot-grüne Landesregierung sieht diese Straßenbahnverbindung als überaus lohnenswerten Lückenschluss im Bahnnetz des Ruhrgebiets an. Dagegen hatte der frühere NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) die aus dem Jahr 2002 stammenden Pläne auf Eis gelegt.
Zwiespältiges Echo
Als Oberhausens Baudezernent Peter Klunk die Chance einer zweistelligen Millionen-Investition jetzt während der SPD-Klausurtagung zum Sparpaket in Trier vorstellte, löste dies unter den SPD-Ratsmitgliedern ein geteiltes Echo aus: Die einen halten die Strecke für sinnvoll, die anderen nannten das teure Projekt in Zeiten, in denen Oberhausen auch auf Druck des Landes versucht, unter großen Mühen sein Etat-Defizit auf Null zu bringen, „einen Schildbürgerstreich“.
Bei aller übergeordneter Logik eines Lückenschlusses im Nahverkehrsnetz sei den Oberhausenern nicht zu vermitteln, warum man über die Schließung von Stadtteilbüchereien und Schwimmbädern nachdenke und gleichzeitig kostenintensive Bahnprojekte plane. Zumal die Stoag selbst durch das Sparpaket 3,5 Millionen Euro städtischen Zuschuss einbüßt und daher überlegt, die Taktzeiten in den Randbereichen des Tagnetzes zu verlängern und das Nachtnetz auszudünnen. Zudem fordern ja einige Bürger sogar, die teure Bahn 112 zu beerdigen. Wie auch immer: Eine Entscheidung über die neue Bahn traf die SPD in Trier nicht.
17:07
Wir halten eine Straßenbahnlinie zwischen Essen und dem CentrO für a Schmarrn & Sinnlos;
A) Es reicht diese Buslinie
B) Es ist das unvernünftigste, was es gibt, wenn - parallel dem Bahngleisen - Straßenbahnschienen liegen muß
C) Der Bereich zwischen Parkhaus und Bahngleis darf ÜBERHAUPT nicht begleist sein, wegen den ParkhausNotausgängen.
D) Außerdem befindet sich eine Parkanlage im Bereich gegenüber dem Kinoeingang
usw. (Ein Spielplatz ist geplant)
E) Centromanager lehnen die Tram105 auch ab - mit recht.
Das vernünftigste wäre, entlang - AUF der Güterbahnstrecke - die RegionalStadtbahn verkehren zu lassen. Der Verkehr wäre zwischen Essen Mitte und dem Centro BEDEUTEND schneller. Außerdem könnte die RegionalStadtbahn weitere Ortsteile bedienen, welche an der Güterbahnstrecke liegen. Mehr darüber s. unter www.myblog.de/pro-stadtbahn: Zusatzseite: "Keine 105 nach Oberhausen".
Regiotramuli
Pro-Stadtbahn
15:17
Ich könnte Euch zum Teil die wahren Gründe für diese - in meinen Augen - hirnrissige Idee der "neuen" Straßenbahn nennen, aber darf es leider nicht, weil es meinen Kopf kosten könnte. Es sei denn, ihr sammelt so viel Geld, dass ich die letzten Jahre bis zur Rente nicht mehr arbeiten brauche ;-) Aber ich kann versichern, ihr würdet nur noch mit dem Kopf schütteln........ Deshalb kann ich über manche Kommentare nur still in mich hineingrinsen.
12:19
An Seraqual, hier kann ich nur beipflichten. Genauso sieht es hier mit den vielen Verwaltungsteilen aus. „Herzlich willkommen bei der 115. Sie haben das Service-Center der Metropolregion Rhein-Neckar erreicht“ – mit diesen Worten werden ab sofort die Einwohner der Städte Frankenthal, Ludwigshafen am Rhein und Speyer sowie der Kreise Bergstraße, Rhein-Neckar und Rhein-Pfalz begrüßt, wenn sie die einheitliche Behördennummer 115 anrufen. Dies sind Kreise von drei Bundesländern Hessen,Rheinland-Pfalz und Baden-Würtemberg. Und hier bei uns im Pott? Hier werden Feindbilder aufgebaut, z.B. Soli Ost) und schmeißen noch mit beiden Händen unser Geld fort. Jammerlappen sind wir geworden!
07:03
@29 Das geht auch andersrum. Im Rhein-Neckar-Dreieck haben sich vor fünf Jahren die Verkehrsunternehmen von Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen und zwei überregionale Straßenbahnunternehmen mit ein paar Buslinien zusammengeschlossen die den Zwischen- und Umlandsverkehr übernommen hatten, bzw. z. T. sogar den kompletten Nahverkehr in umliegenden Gemeinden und Kleinstädten. Das Netz ist deutlich besser geworden, trotz Einsparungen bei den Verwaltungs- und Betriebskosten von 20-30 Prozent, durch Neuverhandlungen mit dem Energieerzeuger sind sogar die Stromkosten gesunken und die verbrauchten Dieselmengen ermöglichen kostengünstige Direkteinkäufe bei der Raffinerie. Neuanschaffungen sind sogar um bis zu 50 Prozent billiger geworden weil man als jemand der 25 neue Trams braucht ganz anders auftreten kann als jemand der 5 einkauft. Außerdem fahre ich für eine eigentlich 5km Fahrt keine 10 km Umweg mehr weil dummerweise eine Stadtgrenze dazwischen liegt und jede Stadt nur für sich plant.
09:29
@27 Leider kann man nicht die ganzen Großen Städte und deren Verkehrsunternehmen mit dem Ruhrgebiet vergleichen. Denn das sind in der Regel alles einzige Städte bei uns sind es ganz viele auf einen Fleck. Und genau da liegt auch das Problem. Jede Stadt hat in den jeweiligen Unternehmen ihre Posten, die auch kaum einer gerne hergibt. Von daher müsste erstmal das Ruhrgebiet zu einer Stadt, wie Berlin werden um dann im nächsten Schritt einen einzigen Verkehrsbetrieb daraus zu machen.
Und Fahrzeugreserven sind am Ende auch wichtig, in Mülheim kann man derzeit sehen wohin es führt wenn man da zu viel einspart. So sind da Kursausfälle, egal ob Bus oder Bahn keine Seltenheit. In Oberhausen kann man die besagten Busse auch nur kurzfristig hergeben. Wobei ja schon neue Bestellt sind und somit die Busse die an die Vestischen abgeben sind, am Ende auch nicht mehr zurück kommen.
Das Problem ist am Ende weniger die neue Straßenbahn, sondern eher das die Städte den Nahverkehr eher stiefmütterlich b
09:21
@25 Das sind alte Verträge und diese kamen auch nur zustande, weil man erstmal in der damaligen Form das ganze so Betreiben wollte. Aber schon mit dem Ausbau des Netzes, was ja eigentlich viel schneller passieren solle. Gab es neue Überlegungen, steht aber auch in den Fachzeitschriften zum Thema und wurde auf Anfrage bei der STOAG auch so bestätigt. Der damalige Wechsel in der Landespolitik, hat aber dazu geführt das die Pläne durchkreuzt wurden und man wieder stärker den PKW Verkehr förderte. Aus diesem Grund musste die STOAG schon bestellte Fahrzeuge und andere Leistungen abbestellen.
Es sollte z.B. zwischen Hbf und der heutigen Feuerwache eine Abstellanlage für den weiteren Ausbau des Straßenbahnnetzes erstellt werden. Aber es blieb nur bei der kurze Verlängerung und so konnte alles so weiter laufen wie bis her.
17:22
Warum haben große Metropolen solche Vorteile gegenüber dem Ruhrgebiet? London,Wien,Rom u.s.w. haben ein Verkehrsunternehmen. Im Ruhrgebiet sollen es 17 sein! Allein die jährlichen Verwaltungskosten dieser Verkehrsunternehmen verschlingen jährlich Millionen Euros.Dann die nicht genutzten Einkaufschancen bei den Erwerb von Fahrzeugen und anderen Materialien. Jedes Verkehrsunternehmen hat Fahrzeugreserven zur Verfügung welches insgesamt mehere Millionen Euros wert ist. Nur diese werden sehr selten benutzt. Die STOAG ist in der Lage 13 Busse an die Vestische auszuleihen (Brand im Depot 2011). Der Wert dieser Reservebusse würde die Tram im gesamten Ruhrgebiet eine tolle Anschubfinanzierung geben. Es ist doch nicht so das wir gegen die Tram sind.Doch um diese zu finanzieren brauche ich Geld. Eigenes Geld.Da muss anderswo eingespart werden.Wie schon von EnglFireball richtig gesagt: Metropolen erweitern ihr Netz und das Ruhrgebiet ist keine und wird keine Metropole werden.
16:17
Europäische Metropolen erweiteren ihr Tram netz aus. Eröffnen neue Strecken. Warum denn nur?
Was macht das Ruhrgebiet seit 30 Jahren? Man legt Tram Lienen Still und dünnt Takte aus.
Der Bürger will durchgehende Tram Linien.
Busse auf ehemaligen Tram Linien zum B. nach Kray, sind unbeliebt und kein Ersatz für die Tram.
Ist der Bus zu spät ist die Tram weg und umgekehrt.
Schaut man sich das Streckennetz aus den 30er Jahren an, wird man festellen das es das alles schon einmal gab. Tram Lienen von Essen nach Bottrop und Oberhausen.
Und da wundern sich Städte wie Essen das die Einwohnerzahl schrumpft, gerade wenn in den schönen Randgebieten nur einmal die Stunde ein Bus kommt.
Ein gut aufgestelltes und attraktives Tram Netz fürs Ruhrgebiet würde die Region nach vorne bringen.
Die 105 zum Centro bzw nach Oberhausen HBF wäre ein guter Anfang.
15:03
Es gibt Betriebsführungsvertrag zwischen den Betrieben der Stadt Mülheim
an der Ruhr und der STOAG vom 24.06.1994 (Straßenbahn). Ein Neubau eines Strassenbahndepot wird es nicht geben.Allein die Grund- und Baukosten würden, selbst bei einer Anmietung, die Geldbörse der STOAG nicht hergeben.Das Angebot wurde in den letzten Monaten nicht so gekürzt wie vor ein paar Jahren beim Nachtnetz. Trotzdem wurde die Einkaufspolitik für neue Busse nicht minimiert sondern weiter so wie bisher fortgeführt.Alle Verkehrsunternehmen führen im Bereich der VRR kleine und starke Veränderungen jährlich im Fahrplan durch. So wie gestern .
11:27
@23
Die STOAG hat selber derzeit so nur die Fahrzeuge und die Infrastruktur. Die Wartung der Gleise und der Fahrzeuge hat man lediglich der MVG übertragen. Aber beim weiteren Ausbau des Netzes, war abergeplant sich einen eigenen Betriebshof zuzulegen und auch selber die die Anlagen zu warten. Wobei es eh Sinn machen würde, wenn die STOAG weiter zusammen mit den anderen Betrieben arbeitet. Warum muss man am Ende alles doppelt und dreifach vorhalten, aus diesem Grund wurde ja die VIA Geründet.
Und das die STOAG zu viele Busse hat, stimmt leider wirklich. Liegt aber auch eher daran, weil in den letzten Monaten das Angebot gut gekürzt wurde. Das ist auch so eine Sache. Warum muss man eigentlich jedes JAhr das Busnetz komplett überarbeiten, dass ist eine Sache die ich in der Form nur von der STOAG kenne und am Ende auch nur Geld kostet.