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Actionsportfilmer aus Hallenberg gewinnt globalen Wettbewerb

25.05.2012 | 17:03 Uhr
Actionsportfilmer aus Hallenberg gewinnt globalen Wettbewerb
Actionsportfilmer Lukas Tielke ist für eins seiner spektakulären Videos ausgezeichnet worden. Foto: Nils Wilbert

Winterberg/Hallenberg.   Lukas Tiele aus Hallenberg hat mit seinem Team den global ausgeschriebenen Filmwettbewerb „Nike – The Chosen“ gewonnen. 550 Videocrews aus der ganzen Welt hatten sich um das Preisgeld von 40.000 US-Dollar und eine Tour nach Kanada beworben.

Ein Mountainbiker rast über eine Schotterpiste. Schnitt. Staub wirbelt auf, grobes Profil in Großaufnahme. Schnitt. Dann kommt die Rampe ins Bild. Schnitt. Das Bike hebt ab. Schnitt. Der Fahrer wirbelt mit sich und dem Rad durch die Luft. Schnitt. Dazu ein peitschender Beat-Rhythmus, der passgenau mit den Bildsequenzen harmoniert. Solche Szenen einzufangen, sie rasant zu schneiden und mit der Musik auf den Punkt zu bringen – dazu braucht man den Blick fürs richtige Motiv, das technische Umsetzungsvermögen und zu allererst eine große Portion Talent.

All das bringt der Actionsportfilmer Lukas Tielke aus Hallenberg mit. Gerade erst hat der 25-Jährige, der in Winterberg wohnt, mit seinem Team den global ausgeschriebenen Filmwettbewerb „Nike – The Chosen“ gewonnen. 550 Videocrews aus der ganzen Welt hatten sich um das Preisgeld von 40.000 US-Dollar und eine Tour nach Kanada beworben. Lukas hat beides gewonnen.

Beeindruckende Aufnahmen aus Livigno

Actionsportfilmer Lukas Tielke ist für eins seiner spektakulären Videos ausgezeichnet worden. Foto: Nils Wilbert

Dazu reiste der 25-Jährige eigens ins Montafon, wo der Veranstalter des größten europäischen Free-Ski-Events für 3,5 Millionen Euro einen Snowpark mit waghalsigen Rampen und Pisten aufgebaut hatte. Beeindruckend sind aber auch die Aufnahmen aus dem italienischen Livigno.

Dort war für 2,5 Millionen Euro eine festungsartige Skiarena errichtet worden. Schnee-Schloss und Snowpark wurden nach einer Woche wieder abgerissen, aber der Film mit rasanter Ski-Akrobatik – mal aus dem Helikopter, mal aus dem Kran, mal von unten, mal mit der Helmkamera aufgenommen – bleibt. Die Klickzahlen dafür im Internet sind gigantisch und inzwischen reißen sich große Sportartikelhersteller um den jungen Mann. Sein Tag ist so vollgestopft mit Terminen, dass 24 Stunden nicht ausreichen.

Bescheidener Anfang nach Abi in Winterberg

Dabei hat alles ganz bescheiden angefangen. Nach dem Abi in Winterberg studierte Lukas drei Jahre lang Umwelttechnik in Gießen. Aber das Filmemachen war schon immer seine Leidenschaft. „Ich habe mit einem uralten Camcorder meines Vaters angefangen und lange Zeit nur draufgezahlt“, sagt der junge Mann. Auf Eigeninitiative hat er Profi-Mountainbiker angesprochen, ob sie nicht Lust hätten, sich von ihm filmen zu lassen. Zwei Profis, die sich heute um ihn reißen, sagten damals Nein. Aber es gab auch andere Radsportler, die Vertrauen in den engagierten Filmemacher setzten. „Für einen Snowboard-Kongress in Köln habe ich einen Dreh gemacht und 300 Euro bekommen. Darauf war ich super stolz. Manchmal kamen auch nur die Spritkosten raus.“ Heute spielt Lukas in einer anderen Liga.

Hintergrund
Ein „Peoplegrapher“

„Peoplegrapher“ hat Lukas Tielke seine Firma genannt. Der Begriff soll ausdrücken, dass er als Filmemacher „people“, also Menschen, aufnehmen und realitätsnah abbilden und zeigen möchte.

Auf der Internetseite www.peoplegrapher.com kann man sich einen Teil der Videos ansehen.

Seine Videofilme, die Firmen für ihr Portfolio nutzen oder die auch im Fernsehen als Werbespots zu sehen sind, zeichnen sich durch brillante Aufnahmen und schwindelerregend schnelle Schnitte aus. „Wenn wir eine Woche lang shooten, also drehen, dann fällt natürlich jede Menge Material an. Und da will man möglichst viel in einen solchen Film reinpacken. Im Sportbereich kann ein drei Minuten Clip bis zu acht Stunden Rohmaterial haben. Und dann heißt es , abwägen und sich von Dingen trennen“, erklärt Lukas.

Storyboard für jeden Film

Für jeden Film entwirft er im Vorfeld ein sogenanntes Storyboard, ein Drehbuch, bei dem die Kameraeinstellungen und die Bilder schon minutiös vorgeplant werden. Dann geht es raus: Nach Winterberg, nach Österreich, nach Spanien, Italien oder nach Portugal. „Ich find’s super, dass es momentan so toll läuft. Ich wünsche mir, dass meine Arbeit über Jahre langsam in die richtige Richtung wächst. Ich will gute Sachen machen.“

Momentan arbeitet er an einem interessanten Projekt, bei dem sich schnelle Sportszenen und idyllisch ruhige Naturbilder abwechseln. Schnitt!

Thomas Winterberg


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