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In Herdecke ist es immer schön

01.07.2012 | 16:51 Uhr
In Herdecke ist es immer schön
Beim Genießertreff in Herdecke gab's Leckeres für den Gaumen. Am Sonntag kamen Einkaufsfreunden hinzu.

Herdecke. Bei Spuntekäs und Brezeln sitzt das Quintett am Tisch und prostet sich mit Wein aus Rheinhessen zu. „Hier ist es nach wie vor schön“, sagt Heiner Köstner über seine Heimatstadt und hat damit hinreichend erklärt, warum sich die Doppelkopffreunde nicht zwei Mal zum Genießertreff rufen lassen. Schön ist Herdecke auch aus der Sicht eines Rostschinkenverkäufers, der nicht zum ersten Mal seinen Stand in der Fußgängerzone aufgebaut hat. Selbst wenn der Freitag schlapp und der Samstag schleppend war, „der verkaufsoffene Sonntag in Herdecke ist eine sichere Bank“.

Viele kulinarische Angebote sind neu an diesem Wochenende. Zum ersten Mal hat das Weingut Nierstein sein Zelt im Eingangsbereich der Fußgängerzone aufgeschlagen. Zum ersten Mal auch bietet Feinkost Haselhorst Allgäuer Bergkäse an. Aus Verl bei Gütersloh sind Patrizia Grebasz und Esthera Dreger im grünkarierten Voralpendress nach Herdecke gekommen. Neu ist auch der Stand mit finnischem Lachs, der über dicken Holzscheiten gar wird. Vorige Woche noch hat Alfredo Lemione bei der Kieler Woche Feuer unter den Fisch gemacht. Das Wetter war schlecht. Da zeigt sich Herdecke freundlicher.

Heute bleibt die Küche kalt

Flammlachs liegt auf den Tellern von Silke und Andreas Matthée. Germknödel am Stand gegenüber haben die Kinder Sara und Yannik geordert. „Bei uns bleibt die Küche heute kalt“, freut sich Mutter Matthée. „Es ist wichtig, dass jemand hin kommt zu einem Fest. Sonst gibt’s bald keine mehr“, sagt Andreas Matthée. Und setzt hinterher: „Besonders, wenn es einem so leicht und lecker gemacht wird.

Mit dem Rad sind Kornelia und Rudi Harenza unterwegs. Vor dem Blumenladen am Stelenbrunnen werden die Fahrradständer ausgeklappt. Von Bochum sind sie über die Hohensyburg herangeradelt. Nicht zum ersten Mal. Beim Frühlingsfest waren sie schon, beim Weihnachtsmarkt auch. Immer mit dem Rad. „Wir haben das Auto abgeschafft“, sagt Rudi Haremza. Was das Paar immer wieder nach Herdecke treibt? „Die alten Häuser, das viele Fachwerk. Hier ist es immer gemütlich“.

Mit dem verkaufsoffenen Sonntag erreichten die Herdecker Genießertage dann ihren Höhepunkt. Die Fußgängerzone war dicht gefüllt. Vor den Geschäften und Ständen saßen die Besucherinnen und Besucher, um sich den Kaffee, das Stück Kuchen oder andere Leckereien schmecken zu lassen. Zu den Besuchern zählte auch Marianne Sextus aus Dortmund. Die 76-Jährige hat früher lange Zeit in Herdecke gelebt. „Ich komme immer gerne zurück, um Aktionen zu besuchen. Dabei trifft man viele alte Freundinnen und Freude, mit denen sich gut plaudern lässt.“

Echtes Sommergefühl

Abgesehen von wenigen Regentropfen schien den ganzen Nachmittag über der Fußgängerzone die Sonne. Die Band „La Cubana“ sorgte für ein tolles Bühnenprogramm und verbreitete viel Sommergefühl.

Allerdings - und da zogen die meisten Händler an einem Strang: Bei verkaufsoffenen Sonntagen hat man es in der Herdecker Fußgängerzone noch voller erlebt. Das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft hielt wohl doch einige im Wohnzimmer oder im Garten.

Thilo Wagnerund Klaus Görzel



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