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Streitpunkt Parkplatz

13.03.2011 | 14:42 Uhr
Streitpunkt Parkplatz
Der südliche Parkplatz (zwischen Marienstr und Herzogstraße) am Marienhospital. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool

Der Eickeler Fritz Daniels und das St. Marienhospital Eickel haben Zoff. Dabei geht’s um mehr als acht Pkw-Stellplätze.

Auf den ersten Blick geht’s in diesem Streit – ganz einfach – um acht Pkw-Parkboxen, und zwar auf dem Parkplatz des St. Marienhospitals in Eickel. Schaut man genauer hin, wird deutlich: Das Ganze ist doch komplizierter. Die Parteien in der Angelegenheit: auf der einen Seite das Marienhospital, auf der anderen Fritz Daniels, Anwohner der Marienstraße.

Im Oktober 2010 fragten die WAZ nach der Parkplatzsituation an der Klinik in Eickel. Damals antwortete Sabine Edlinger, kaufmännische Leiterin des Marienhospitals, die 64 zu Verfügung stehenden Parkplätze reichten vollkommen aus (die WAZ berichtete). Damit allerdings ist Daniels nicht einverstanden. „Ich will, dass in dieser Sache die Wahrheit gesagt wird“, fordert er.

Seiner Ansicht nach dürfte es nämlich gar nicht 64 Stellplätze geben, sondern maximal 56. Als der Parkplatz 1987 eingerichtet wurde, hätte ein TÜV-Gutachten festgelegt, dass diese Zahl nicht überschritten werden dürfe. Die Maßnahme, so der Eickeler, sollte den Verkehr in der Marienstraße gering und das Lärmaufkommen in Grenzen halten. Zusätzlich seien 20 Stellplätze extra für die Frühschicht-Mitarbeiter der Klinik eingerichtet worden. Sie seien statt über die Marienstraße über die Herzogstraße zu erreichen.

„Das ist damals geschehen, damit nicht so viele Autos durch die Marienstraße fahren, wenn noch alle schlafen“, erinnert sich Daniels, „zwischen 22 und 6 Uhr darf die Marienstraße von höchstens zehn Fahrzeugen befahren werden.“ Durch den Neubau der Tagesklinik am Marienhospital seien diese 20 Frühschicht-Stellplätze allerdings weggefallen.

Weiter beklagt Daniels, dass die Stellplätze bei weitem nicht ausreichten. „Die Fläche der ehemaligen Marienschule wurde zusätzlich zum Großparkplatz für etwa 110 Fahrzeuge umfunktioniert“, weiß er. Erreichbar sei der „wilde“ Parkplatz ebenfalls über die Marienstraße – so dass noch mehr Fahrzeuge durch die Marienstraße führen.

Warum ihn das alles so stört? Daniels sieht darin einen Grund für große Wohnungsleerstände in der Marienstraße sowie sinkende Mieteinnahmen und Gebäudewerte.

Sabine Edlinger versteht zwar Fritz Daniels Ärger über niedrige Immobilienwerte, sieht aber seitens des Marienhospitals keine Schuld. Sie weist, im Gegenteil, sogar auf eine Pflicht des Marienhospitals hin: „Wenn irgendwo ein Betrieb eröffnet wird, muss er den Nachweis erbringen, dass genug Parkplätze vorhanden sind.“ Im Falle des Marienhospitals seien dies mindestens 56. Die Auflage sei mit einem Plus von acht Plätzen damit mehr als erfüllt.

Auch, dass das Gelände der ehemaligen Marienschule als Parkplatz genutzt wird, sieht sie nicht als Problem. „Seit 2010 sind wir Eigentümer des Platzes und haben damit auch Pläne“, sagt sie. Bisher werde der Platz nicht vorrangig von Besuchern des Marienhospitals genutzt, sondern von Leuten, die Besorgungen in Eickel machen müssten. „Das Besucheraufkommen in einer psychiatrischen Klinik ist sehr gering. Die Therapien laufen bis 16 Uhr, erst danach kommen einige Besucher“, stellt Edlinger heraus. Die 64 Stellplätze auf dem regulären Parkplatz würden also reichen.

So prallen im Parkplatz-Streit am Marienhospital Eickel die Meinungen aufeinander. Fritz Daniel hat geklagt. Mittlerweile läuft ein Verfahren am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Was dabei herauskommt, bleibt abzuwarten.

Das Gelände der ehemaligen Marienschule mit einer Schranke abzusperren, wäre eine Möglichkeit seitens des St. Marienhospitals Eickel, dem Streitgegner Fritz Daniel entgegenzukommen.

Eine Lösung des Problems wäre dies, so ist sich Sabine Edlinger sicher, trotzdem nicht. „Wenn wir den Platz sperren würden, würde ganz Eickel auf die Barrikaden gehen“, gibt sie zu bedenken.

Außerdem würde eine Schranke die Parkplatzsuchende nicht daran hindern, in die Marienstraße zu fahren, sagt sie. Lärm und Fahrzeugaufkommen wären auf diese Weise jedenfalls nicht zu mindern.

Auch für den offiziellen Parkplatz mit 64 Stellplätzen wäre die Einführung von Parkgebühren und Schrankensystem laut Sabine Edlinger nicht sinnvoll. „Dann müssten die Autofahrer anhalten, einen Schein ziehen, wieder anfahren. Das Gleiche beim Verlassen des Parkplatzes. Jedes Anfahren verursacht ja nur noch mehr Lärm“, gibt sie zu bedenken. Ihr Fazit: „Eine Sperrung bringt nichts.“

Jennifer Kalischewski


Kommentare
16.03.2011
10:30
Streitpunkt Parkplatz
von watislos | #4

Es ist immer ein Problem mit den Kraftfahrzeugen! Ich würde auch gerne in einer verkehrsberuhigten Zone wohnen, aber die Kurhausstraße ist ja Rennstrecke und geblitzt wird hier nie! Der eine regt sich über parkende Autos, die vorher suchend durch seine Straße fahren und Geräusche verursachen, andere wiederum haben gefälligst die Raserei von Motorrädern, PKW`s, Bussen und LKW`s hinzunehmen. Ist doch irgendwie nicht wirklich einsehbar, oder?

15.03.2011
09:17
Streitpunkt Parkplatz
von wgrobi | #3

Fritz Daniels hat wohl zuviel Jack Daniels getrunken.

14.03.2011
14:32
Streitpunkt Parkplatz
von dasch1311 | #2

wie wärs mit ner einweisung in die angrenzende klinik?

14.03.2011
09:36
Streitpunkt Parkplatz
von elephant | #1

Hoffentlich hat dieser Querulant nicht auch noch selbst ein Auto. Denn auch dieses würde Lärm verursachen und einen Parkplatz benötigen.

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