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„Pass ma’ auf, Herne“

13.03.2011 | 14:54 Uhr
„Pass ma’ auf, Herne“
WP-Foto (Archiv): Sandra Krosa

Herne.   Mirja Boes spielte Freitagabend ihr zweites Bühnenprogramm im fast ausverkauften Kulturzentrum.

„Wie der Hase läuft“ – würde Mirja Boes vielleicht an dieser Stelle sagen, weil sie die klaren Worte, dieses schulterklopfend Kumpelhafte so liebt – also, wie besagter Hase heute Abend läuft, wird eigentlich schon deutlich, schenkt man dem Fanartikel-Stand von Mirja Boes vor Beginn ihres Auftritts seine Aufmerksamkeit. Bücher verkauft die Komikerin im Foyer des Herner Kulturzentrums, T-Shirts auch. Schwarze, grüne, pinke. Aufschrift: „Glied! Hihihi“.

Zu Beginn gibt es die Grundregeln für die Zuschauer. Nicht fotografieren, Handy aus. Die Standards eben. „Es wird immer gesagt man darf nicht ‘Buh’ rufen“, fügt Boes hinzu, „macht das ruhig.“ Aufstehen und gehen ist auch erlaubt, falls wer merkt: „Ist ja gar nicht Mario Barth.“ In dem Fall hält Mirja Boes das Risiko aber gering. Denn weit entfernt ist die Wahl-Kölnerin mit ihrem Programm „Erwachsen werde ich nächste Woche“ nicht von dem des Berliner Kollegen. Der verdient sein Geld mit mehr oder weniger originellen Witzen über Frauen, Boes ihres vornehmlich mit solchen über Männer.

Boes legt los. „Geh mal zum Klassentreffen“, rät sie ihren Zuhörern, „wenn du Elend sehen willst.“ Vor allem das Aussehen der männlichen Jugendlieben ist gemeint. Nächster: Beim Heimwerken mit ihrem Freund habe sie aus Wut die Wasserwaage zerstört. „Die Blase ist jetzt frei“, wenig später in seinem Kopf. Garniert wird das Ganze mit Pipi-Witzen, Baumarkt-Witzen, Sexspielzeug-Witzen – dazu gibt es viel „Hömma“, „Guckma“, „Pass ma’ auf, Herne.“ Richtig neu ist das nicht, richtig witzig, naja, manchmal.

Wirklich lustig wird Boes immer dann, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, die einstudierten Kalauer kurz Pause machen müssen. Etwa, als das Mikrofon nicht so will wie die Komikerin. Da betritt Techniker Frank die Bühne. „Mach doch mal das Licht an“, fordert Boes dann schlagfertig, „damit der mal sieht, wie viele ihn anstarren.“ Das Kuz ist fast voll. Lacher. Frank bleibt gelassen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Schlecht ist Boes nicht, zur Speerspitze der deutschen Comedy gehört sie aber längst nicht. Noch mal Klassentreffen: „Komikerin“, habe sie einer ehemaligen Klassenkameradin geantwortet. Die wollte wissen, was sie so mache. Reaktion: „Ach ja, muss es ja auch geben.“ Eben. Und Humor ist ja bekanntlich auch, wenn man trotzdem lacht.

Klas Libuda

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